Der SC Paderborn (vollständiger Name SC Paderborn 07 e. V., kurz SCP07 oder SCP) ist ein eingetragener Sportverein in Paderborn in der Region Ostwestfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen.

Die Vereinsfarben sind Blau und Schwarz. Mit 11.300 Mitgliedern (Stand 1. Juli 2026) gehört der Verein zu den mitgliederstärkeren Sportvereinen in Deutschland. Die überwiegende Zeit seiner Geschichte – seit der Fusion der Vorgängervereine 1985 – verbrachte der SC Paderborn 07 in der dritthöchsten deutschen Spielklasse (Oberliga, Regionalliga, 3. Liga). 2005 stieg der Verein erstmals in die 2. Bundesliga auf, in der er mit einem Jahr Unterbrechung bis zu der Saison 2013/14 spielte. In jener Saison erreichte der Verein den zweiten Tabellenplatz und stieg trotz beschränkter finanzieller Mittel erstmals in die Bundesliga auf, nach einem Jahr wieder ab und wurde nach einem weiteren Abstieg im folgenden Jahr in die 3. Liga durchgereicht. Durch den Lizenzentzug des TSV 1860 München blieb der SC Paderborn 07 in der 3. Liga. In der Saison 2017/18 stieg er wiederum als Zweiter in die 2. Bundesliga auf. Die Saison 2018/19 in der 2. Bundesliga beendete der SC Paderborn 07 als Zweiter und stieg erneut in die Bundesliga auf und nach einer Saison wieder ab. Wie der SC Paderborn schafften es bisher sieben weitere Mannschaften, von der 3. Liga in die 2. Bundesliga und schließlich in die Bundesliga aufzusteigen, ohne ein weiteres Jahr in einer der Ligen zu verbleiben.

Geschichte Der heutige SC Paderborn 07 entstand 1985 unter dem Namen TuS Paderborn-Neuhaus durch eine Fusion des TuS Schloß Neuhaus und des 1. FC Paderborn. Beide Vereine kamen ihrerseits durch Fusionen zustande.

Vorgängervereine 20 Fußballfreunde gründeten am 14. August 1907 den Fußballverein Arminia Neuhaus als ersten Fußballverein im Kreis Paderborn. Er bildet einen der vier Grundsteine des heutigen SC Paderborn 07 e. V. Die drei Urvereine, aus denen der heutige SCP07 entstanden ist, waren der FC Preußen Paderborn von 1908, der ein Jahr ältere SV 07 Neuhaus und der TuS Sennelager von 1910.

Vom FC Preußen zum 1. FC Paderborn Der FC Preußen Paderborn wurde am 1. Dezember 1908 gegründet. 1913 spaltete sich der SV 1913 Paderborn ab; der Rest des FC Preußen hieß von nun an VfB Paderborn, ab 1920 VfJ 08 Paderborn.

Der SV 1913 spielte in der Nachkriegszeit keine nennenswerte Rolle. Lediglich in der Saison 1955/56 tauchte er ein Jahr lang in der Amateurliga Westfalen auf, stieg aber als Tabellendreizehnter umgehend ab. Nur unwesentlich bedeutender war der VfJ 08, der 1948/49 sowie von 1952 bis 1956 in dieser dritthöchsten Spielklasse vertreten war und 1952 sogar die Ligameisterschaft gewann.

mini|100px|Altes Logo des 1. FC Paderborn 1968 vereinigten sich die beiden Vereine wieder zum 1. FC Paderborn. Dieser war ab 1970 dauerhaft in der Amateurliga Westfalen vertreten. Die beste Platzierung bis 1977 war der vierte Rang, die schlechteste Platz 13 (von 16). In der letzten Amateurliga-Saison 1977/78 gewann der 1. FC die Meisterschaft in seiner Staffel, scheiterte aber sowohl in den Endspielen um die Westfalenmeisterschaft gegen den DSC Wanne-Eickel als auch in der Qualifikation zur Aufstiegsrunde in die 2. Bundesliga gegen Holstein Kiel.

In der Saison 1980/81 wurden die Paderborner Erster der 1978 gegründeten Amateur-Oberliga Westfalen. Aufgrund der Reduzierung der 2. Bundesliga von zwei Staffeln auf eine war der Aufstieg in jenem Sommer ausgesetzt und die Meisterschaft wertlos. In den folgenden Jahren spielte der 1. FC wiederholt gegen den Abstieg, ehe er 1985 mit dem TuS Schloß Neuhaus fusionierte.

Fusion von SV 07 Neuhaus und TuS Sennelager zum TuS Schloß Neuhaus mini|100px|Altes Logo des TuS Schloß Neuhaus Der SV 07 aus dem Paderborner Stadtteil Schloß Neuhaus wurde 1907 gegründet. 1944/45 war er in der Gauliga vertreten, die allerdings schon nach dem ersten Spiel (0:5 gegen die Spfr. Rot-Weiß Paderborn) den Spielbetrieb kriegsbedingt einstellte. Bis 1973 spielte der SV 07 unterhalb der Amateurliga, in die der 1910 gegründete TuS aus dem nördlich von Paderborn gelegenen und vier Jahre zuvor eingemeindeten Sennelager 1971 erstmals aufgestiegen war. 1973 vereinigte sich die Fußballabteilung des TuS Sennelager mit dem SV 07 Neuhaus zum TuS Schloß Neuhaus, der ähnlich wie der TuS Sennelager in den unteren Tabellenregionen rangierte, 1976 ab- und 1977 direkt wieder aufstieg. Nach einem zweiten, einem fünften und einem dritten Platz in der 1978 gebildeten Oberliga Westfalen stieg der TuS 1982 als Westfalenmeister in die 2. Bundesliga auf, 1983 als Tabellenletzter wieder ab. Nach zwei fünften Plätzen fusionierte der TuS mit dem 1. FC Paderborn zum TuS Paderborn-Neuhaus.

TuS Paderborn-Neuhaus/SC Paderborn 07 mini|100px|Altes Logo des TuS Paderborn-Neuhaus Die Zusammenlegung der Kräfte ab 1985 brachte erst 20 Jahre später den (Wieder-)Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zuvor spielte der TuS bis zur Auflösung jener Liga 1994 in der Amateur-Oberliga Westfalen, meistens in der oberen Tabellenhälfte. Die angestrebte Meisterschaft gelang erst 1994, in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga scheiterten die Paderborner an Eintracht Braunschweig und Fortuna Düsseldorf, qualifizierten sich aber für die neu gegründete Regionalliga West/Südwest. Aufgrund der Staffel-Reduzierung der Regionalliga zur Saison 2000/01 stieg der 1997 in SC Paderborn 07 umbenannte Verein in die Oberliga ab, die er nach einem Jahr wieder als Meister verließ. 2005 stiegen die Paderborner schließlich in die 2. Bundesliga auf.

Kurz vor dem Aufstieg gerieten die Paderborner in die Hoyzer-Affäre: Das DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV (4:2 nach 0:2-Rückstand) war von dem Schiedsrichter Robert Hoyzer manipuliert worden (durch zwei Elfmeter (1:2 und 4:2) für Paderborn und eine Rote Karte wegen Schiedsrichterbeleidigung für den Hamburger Emile Mpenza). Da der Wettbewerb zum Zeitpunkt der Überführung Hoyzers bereits zu weit fortgeschritten war, wurde das Ergebnis nicht annulliert.

In der 2. Bundesliga gelang es dem der SC Paderborn in den Spielzeiten 2005/06 und 2006/07, sich problemlos zu halten. In der Saison 2007/08 knüpfte er auch wegen der finanziellen Belastungen durch den Baustopp des Stadionneubaus nicht an die Leistungen der vorangegangenen Spielzeiten an. Der Verein belegte den 17. Tabellenplatz und stieg damit in die zur Saison 2008/09 neugebildete 3. Liga ab.

Die Hinrunde der Drittligasaison 2008/09 beendete der SC Paderborn mit 41 Punkten und 38:21 Toren als Herbstmeister vor dem 1. FC Union Berlin und Kickers Emden. Bis zum Abschluss der Saison fiel er mit 68 Punkten und 68:38 Toren jedoch auf Platz 3 zurück und nahm an den beiden Relegationsspielen zur 2. Bundesliga teil. Gegner war der Tabellensechzehnte der 2. Liga, der VfL Osnabrück, gegen den Paderborn in beiden Spielen jeweils 1:0 gewann. Damit stieg der SCP nach einem Jahr wieder in die 2. Bundesliga auf.

Nach einer guten Saison 2009/10, die der SCP mit 51 Punkten auf Rang 5 beendete, erreichte man 2010/11 Rang 12; der Klassenerhalt war dabei nie in Gefahr. Die Saison 2011/12 war mit 61 Punkten und Rang 5 die bis dahin erfolgreichste Spielzeit in der über 100-jährigen Geschichte des Vereins, wobei lange Zeit der Aufstieg in die Bundesliga möglich schien. Die Saison 2012/13 beendete der SC Paderborn mit 42 Punkten erneut auf dem 12. Tabellenplatz, wobei der Klassenerhalt auch diesmal nie in Gefahr war.

Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg und erneuter direkter Abstieg sowie Wiederaufstieg nach sechs Jahren Mit 62 Punkten und einem damit erreichten zweiten Tabellenplatz in der Zweitligaspielzeit 2013/14 schaffte der SC Paderborn schließlich zur Saison 2014/15 erstmals den Aufstieg in die Bundesliga. Nach dem vierten Spieltag war der Verein Tabellenführer. Bis zum letzten Spieltag wäre der Klassenerhalt möglich gewesen, doch nach einem 1:2 gegen den VfB Stuttgart beendete der SC Paderborn die Saison auf Tabellenplatz 18 und stieg in die 2. Bundesliga ab. Am Ende der Spielzeit der 2. Fußball-Bundesliga 2015/16 stieg Paderborn als Tabellenletzter erneut in die 3. Liga ab. In der Drittliga-Saison 2016/17 ging der freie Fall des SC Paderborn weiter. Am Ende stand Tabellenplatz 18 zu Buche und damit der dritte sportliche Abstieg in Folge fest. Weil der TSV 1860 München keine Lizenz erhielt, blieb der Klub aber trotzdem in der 3. Liga. Nach der Folgesaison 2017/18 stieg der SC Paderborn wieder in die 2. Fußball-Bundesliga auf. In der Saison 2018/19 gelang dem SCP der erneute Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga. Der SC Paderborn war in der Saison 2019/20 abgeschlagen auf dem 18. und damit letzten Platz und mit 20 Punkten aus 34 Spielen in der Fußball-Bundesliga nicht reif genug und es folgte postwendend der Abstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. In der Zweitliga-Spielzeit 2020/21 war Paderborn weder ein ernsthafter Aufstiegs- noch ein Abstiegskandidat und beendete die Saison als Tabellenneunter im Mittelfeld. Seitdem hat sich der SC Paderborn in der oberen Tabellenhälfte der 2. Bundesliga etabliert und kämpfte in der Saison 2024/25 um den Aufstieg in die Bundesliga mit, der jedoch nicht gelang. In der Saison 2025/26 erreichte Paderborn am 34. Spieltag den dritten Tabellenplatz und setzte sich in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg durch, indem man auswärts 0:0 spielte und zu Hause mit 2:1 n. V. gewann.

Verein und GmbH & Co. KGaA SC Paderborn 07 e. V. Das oberste Organ des SC Paderborn 07 e. V. ist die Mitgliederversammlung. Die Mitglieder wählen den Aufsichtsrat und den Ehrenrat. Der Aufsichtsrat besteht aus vier bis sieben Mitgliedern. Fünf Mitglieder werden von der Mitgliederversammlung gewählt. Der Aufsichtsrat kann mit einer Zweidrittelmehrheit zwei zusätzliche Mitglieder in das Gremium bestellen. Eine Amtsperiode beträgt drei Jahre. Die wichtigste Aufgabe des Aufsichtsrates ist die Bestellung, Entlassung und Kontrolle des Vorstandes. Der aktuelle Aufsichtsrat besteht aus Stefan Rees (Vorsitzender), Tomas Pfänder (stellvertretender Vorsitzender), Orhan Dag, Michael Dufhues und Michael Neitemeier.

Der vom Aufsichtsrat berufene Vorstand erledigt alle Vereinsaufgaben, soweit sie satzungsgemäß nicht anderen Vereinsorganen vorbehalten sind. Er führt in eigener Verantwortung den Verein. Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten und zwei bis vier weiteren Mitgliedern. Aktuell besteht der Vorstand aus dem Präsidenten Thomas Sagel sowie den Vizepräsidenten Ralph-Jörg Wezorke und Frank Schürmann.

Der Ehrenrat wird auf Vorschlag des Vorstands von der Mitgliederversammlung gewählt. Dem Rat gehören vier Mitglieder an, die keinem anderen Vereinsorgan angehören dürfen. Der Ehrenrat ist zuständig für die Untersuchung vereinsschädigenden Verhaltens von Mitgliedern und Beilegung anderer Streitigkeiten, soweit Vereinsinteressen hiervon berührt werden.Siehe die Satzung des SC Paderborn 07 e. V. mit Stand Januar 2018, abgerufen am 20. April 2020. Der aktuelle Ehrenrat besteht aus dem ehemaligen Präsidenten Elmar Volkmann, Rüdiger Völkel, Walter Schäfers und Josef Ellebracht.Gremien, scp07.de, abgerufen am 27. Mai 2022

GmbH & Co. KGaA Die Lizenzspielerabteilung ist in eine GmbH & Co. KGaA, die SC Paderborn 07 GmbH & Co. KGaA, ausgegliedert. Dazu gehören das Verwertungsrecht der Marke, die erste Mannschaft, die U21, die U19 und die U17, die Verwaltungsmitarbeiter, das Anlage- und Umlaufvermögen sowie die Schulden. Für die Ausgliederung stimmten auf der Mitgliederversammlung am 29. Mai 2018 300 der 352 stimmberechtigten anwesenden Mitglieder. Die Gesellschaft wurde am 20. Februar 2019 in das Handelsregister eingetragen, womit die Ausgliederung rechtlich wirksam wurde.