Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (1997)Der Nissan Primera P11 im Euro NCAP-Crashtest (englisch) 105px

Die Baureihe P11 des Autoherstellers Nissan war das zweite Modell des Primera und zählt zur Mittelklasse. Bis zum ersten Facelift war neben der Limousine mit Stufen- oder Schrägheck kein Traveller (Kombi) erhältlich. Um diese Lücke zu schließen, wurde der Kombi der vorherigen Generation weiterhin verkauft. Der Primera P11 wurde in den USA als Infiniti G20 verkauft.

Primera P11 (1996–1997)

Die offizielle Einführung des Primera P11 war im September 1996 als Stufenheck und Schrägheck. Eine Kombiversion dieses Modells wurde bis zum ersten Facelift nicht gebaut, stattdessen stand weiterhin der W10 Traveller des Vorgängermodells zur Verfügung. Die Neuauflage des Primera war in sämtlichen Dimensionen gewachsen und bot im Innenraum mehr Platz. Auch konnte der P11 mit stark verbesserter Sicherheitsausstattung aufwarten. So waren Doppelairbags vorne, Gurtstraffer und ABS in jeder Version serienmäßig mit an Bord.

Das Fahrwerk wurde ebenfalls stark verbessert. Zwar stammte die Doppelquerlenker-Vorderachse noch aus dem Vorgängermodell Primera P10, doch wurde die Hinterachsaufhängung komplett geändert. Zum Einsatz kam die sogenannte Kompaktlenker-Hinterachse, bei der ein Scott-Russell-Gestänge verbaut ist. Diese wurde zwar bereits im Almera N15 und Maxima A32 eingesetzt, jedoch wurde die Kompaktlenker-Hinterachse im Primera P11 erstmals mit der Doppelquerlenker-Vorderachse kombiniert. Das auf der Nürburgring Nordschleife abgestimmte Fahrwerk erntete gute Kritiken für sein Handling., aufgerufen am 23. Juni 2010, aufgerufen am 23. Juni 2010

Ausstattungsvarianten GX: stellte die Basisversion dar, ausgerüstet mit Servolenkung, Zentralverriegelung, ausschließlich mit 1,6l-Motor Si: diese Ausstattung war die sportlichere Basisvariante, ausgerüstet mit Lederlenkrad, Sportsitzen, Heckspoiler und Nebelscheinwerfern, nur mit 1,6l-Motor SLX: diese Ausstattung war die Normalausstattung mit Velourssitzen, elektr. Fensterhebern und Spiegelverstellung, jedoch serienmäßig ohne Klimaanlage SRi: die sportliche Normalausstattung mit Lederlenkrad, Sportsitzen, ZV, Sportfahrwerk, Domstreben, Heckspoiler SE: Luxusausstattung mit Klimaanlage, Velours, Lederlenkrad, BC, ZV mit Fernbedienung, LM-Felgen, Holzdekor, elektr. Fensterhebern, Chromgriffen, gegen Aufpreis auch mit Lederausstattung. Ausschließlich mit 2,0-l-Motorisierung GT: der Primera GT war das Topmodell des P11, ausgestattet mit Teilleder-Sportsitzen, Lederlenkrad, elektrischen Fensterhebern, Klimaanlage, Domstreben, Sportfahrwerk, Seitenschwellern, verlängerten Front- und Heckschürzen, Heckspoiler, BC, ZV mit Fernbedienung. Dieses Modell war ab April 1997 nur mit 2,0l-Motor (SR20DE) (150 PS) und als Stufenheck erhältlich. Es diente als Homologationsmodell für die Primera, die im Tourenwagensport eingesetzt wurden. SportLine: Sonderedition von 50 roten und 50 schwarzen Fahrzeugen. Diese Edition basiert auf dem GT und ist unter anderem zusätzlich mit Tieferlegungsfedern, 17" Alufelgen, Sportpedalen und „Sportline“-Schriftzügen ausgestattet.Ausstattung Primera Sportline, aufgerufen am 17. August 2009

Motorisierung Zum Verkaufsstart des Primera P11 standen drei Ottomotor mit Saugrohreinspritzung sowie ein Dieselmotor zur Verfügung. Die Benzinmotoren stammten mit leichten Modifikationen aus dem Vorgängermodell P10, nur ein 2,0l-Motor mit 131 PS wurde neu in das Programm aufgenommen. Zu den Ottomotoren kam ein neuer 2,0l-Turbodiesel mit Wirbelkammereinspritzung und 90 PS hinzu. Der Turbodiesel wurde nicht neu entwickelt, sondern es handelte sich dabei um den bekannten CD20-Diesel aus dem P10 und Sunny. Es wurde lediglich ein permanent arbeitender Turbolader eingesetzt und der Motor erhielt die Bezeichnung CD20T. Im April 1997 wurde das Motorenangebot durch ein Sportmodell, den GT, mit 150 PS Leistung aus einem 2,0l-Motor erweitert.

Als Motorisierung wurden von Nissan nur Motoren angeboten, die als Reihenvierzylinder ausgelegt waren. Die Benziner verfügen über 16 Ventile, welche mittels einer Steuerkette über zwei obenliegende Nockenwellen (DOHC) angetrieben werden. Der Dieselmotor hat indes nur 8 Ventile, die über eine oben liegende Nockenwelle (OHC) betrieben werden. Hier erfolgt die Ventilsteuerung durch einen Zahnriemen.

1,62,02,0 SRi/SE2,0 GT2,0 TDBauzeitraum06/1996–08/199701/1997–08/199706/1996–08/1997KarosserievarianteStufenheck, SteilheckStufenheckStufenheck, SteilheckMotorkenndatenMotortypR4-OttomotorR4-DieselmotorAnzahl Ventile pro Zylinder42VentilsteuerungDOHC, KetteOHC, ZahnriemenGemischaufbereitungSaugrohreinspritzungWirbelkammereinspritzungMotoraufladung—TurboladerKühlungWasserkühlungMotorkennungGA16DESR20DeSR20DECD20TBohrung × Hub76,0 × 88,0 mm86,0 × 86,0 mm84,5 × 88,0 mmHubraum1597 cm³1998 cm³1974 cm³Verdichtungsverhältnis9,8:110,0:122,2:1max. Leistung66 kW(90 PS)bei 6000/min85 kW(115 PS)bei 5600/min96 kW(131 PS)bei 5600/min110 kW(150 PS)bei 6100/min66 kW(90 PS)bei 4400/minmax. Drehmoment136 Nmbei 4000/min166 Nmbei 4800/min173 Nmbei 4800/min181 Nmbei 4800/min177 Nmbei 2400/minKraftübertragungAntriebVorderradantriebGetriebe5-Gang-SchaltgetriebeMesswerteHöchstgeschwindigkeit178 km/h198 km/h205 km/h218 km/h174 km/hBeschleunigung, 0–100 km/h11,7 s9,8 s9,6 s8,6 s13,9 sKraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert)7,3 l S7,9 l S8,1 l S6,7 l D

Primera P11-120 (1997–1999)

Das erste Facelift des P11 erfolgte bereits im September 1997 und der Primera wurde daraufhin intern als P11-120 bezeichnet.Modellhistorie Primera P11-120, aufgerufen am 17. August 2009 Es wurden einige technische und optische Änderungen vorgenommen sowie die Ausstattung der Varianten überarbeitet. Die 1,6- und 2,0l-Triebwerke bekamen eine Leistungssteigerung und die Sicherheitsausstattung wurde verbessert. Ab sofort erhielten alle 2,0-Modelle eine größere Bremsanlage an der Vorderachse mit 280 mm Durchmesser, wie zuvor auch im GT verbaut. Außerdem wurde eine elektronische Bremskraftverteilung (EBD) eingeführt und Seitenairbags wurden serienmäßig. Die überarbeitete Version unterscheidet sich optisch kaum vom Vorgänger und gibt sich hauptsächlich durch die Änderung der Rückleuchten zu erkennen, bei denen die Blinker nun in gelb anstatt in weiß sind.

Erstmals wurde mit dem Facelift ein Traveller auf der Basis des Primera P11 als WP11-120 eingeführt. Dieser löste die bis dato immer noch verkaufte Kombiversion der vorhergegangenen Generation des Primera ab und wurde wie die Limousine bei Nissan Motor Manufacturing (UK) in Sunderland gefertigt.

Ausstattungsvarianten Die Ausstattungsvarianten wurden mit diesem Modell neu benannt. Der GX wurde zur Basis-Ausstattung, Si und SRi unter Motion zusammengefasst, SLX zu Competence, SE zu Ambiente und GT zu TopSport. Zusätzlich gab es in den Ausstattungen ab sofort eine Mittelarmlehne hinten.

Auch vom Facelift gab es eine Sonderedition, die auf dem TopSport basierte. Sie wurde STWline genannt und war auf 200 Fahrzeuge limitiert. Zusätzlich verfügte dieses Modell über Cromaflair-(Flip-Flop)-Lack, 17"-Leichtmetallfelgen (eine Sonderserie von BBS), Leder-Sportsitze, Tieferlegung, Aluminiumdekor im Innenraum und EdelstahleinstiegsleistenTechnische Daten Primera STWline.

Motorisierung Im Zuge der Modellpflege wurden die Motoren überarbeitet. Der 1,6 leistete jetzt 100 PS, und der 2,0 mit 115 PS wurde aus dem Angebot genommen.

1,62,02,0 TopSport/STWline2,0 TDBauzeitraum09/1997–07/1999KarosserievarianteLimousine, KombiLimousineLimousine, KombiMotorkenndatenMotortypR4-OttomotorR4-DieselmotorAnzahl Ventile pro Zylinder42VentilsteuerungDOHC, KetteOHC, ZahnriemenGemischaufbereitungSaugrohreinspritzungWirbelkammereinspritzungMotoraufladung—TurboladerKühlungWasserkühlungMotorkennungGA16DESR20DECD20TBohrung × Hub76,0 × 88,0 mm86,0 × 86,0 mm84,5 × 88,0 mmHubraum1597 cm³1998 cm³1974 cm³Verdichtungsverhältnis9,8:19,5:110,0:122,2:1max. Leistung73 kW(99 PS)bei 6000/min96 kW(131 PS)bei 5600/min110 kW(150 PS)bei 6100/min66 kW(90 PS)bei 4400/minmax. Drehmoment136 Nmbei 4000/min170 Nmbei 4800/min181 Nmbei 4800/min177 Nmbei 2400/minKraftübertragungAntriebVorderradantriebGetriebe, serienmäßig5-Gang-SchaltgetriebeGetriebe, optional—4-Stufen-Automatikgetriebe—Messwerte (Limousine)Werte im ( ) für Automatikgetriebe.Höchstgeschwindigkeit180 km/h205 km/h(198 km/h)218 km/h174 km/hBeschleunigung, 0–100 km/h12,0 s9,6 s(11,2 s)8,6 s13,9 sMesswerte (Kombi)Höchstgeschwindigkeit175 km/h200 km/h(190 km/h)—170 km/hBeschleunigung, 0–100 km/h12,8 s10,5 s(11,7 s)—14,6 s

Primera P11-144 (1999–2002)

Dem P11 war nur in Europa mit der Version P11-144 ein umfangreicheres Facelift beschieden. Es erfolgte im September 1999 und ist im Unterschied zu den Vorgängermodellen sofort zu erkennen an einer geänderten Front, einem geänderten Heck und einer entsprechenden Seitenlinie (Schweller, Zierleisten usw.). Im Innenraum wurden neue Sitze und Instrumente verbaut und auch das Armaturenbrett blieb nicht unverändert.

Trotz starker Änderungen am Blechkleid der Limousine blieb deren Radstand und Fahrwerk unverändert, dennoch wuchs die Außenlänge der Karosserie um insgesamt 26 mm. Die Scheinwerfer und Rückleuchten waren in Klarglasoptik gehalten und an der Kofferraumklappe wurde zusätzlich eine elektrische Entriegelung angebracht.

Das Äußere des Traveller, der in dieser Version als WP11-144 bezeichnet wird, veränderte sich allerdings nicht so stark wie die Limousine. Die Grundform der Rohkarosserie blieb nahezu unverändert. An der Front wurde dem Kombi das neue Gesicht verpasst und die Seitenlinie erhielt eine Auffrischung durch neue Schweller und Zierleisten. Die Heckpartie wurde bis auf die Stoßstange unverändert vom vorigen Modell übernommen und somit blieb auch die Entriegelung der Kofferraumklappe mechanisch.

Zusätzlich wurde die Motorenpalette überarbeitet sowie einige technische Änderungen durchgeführt. Die Sicherheitsausstattung wurde um serienmäßige Kopfairbags ergänzt und eine geänderte Bremsanlage, die weiterhin über EBD verfügte, mit mechanischem Bremsassistent verbaut. Die Ausstattungsvarianten wurden mit serienmäßiger Klimaautomatik und Xenonlicht bei den 2,0-Modellen sowie auch beim 1,8 Elegance verfeinert.

Ende 2000 wurden am P11-144 noch einmal Änderungen durchgeführt, einige davon waren vom Konzernbruder Renault vorgeschriebene Einsparungsmaßnahmen. So wurden Dichtungen an der Motorhaube, der Heckklappe und den Scheinwerfern sowie doppelt vorhandene Dichtungen an den Türen entfernt. Eine erneute Änderung der Bremsanlage durch einen anderen Bremskraftverstärker und kleinere Bremsscheiben an der Hinterachse sowie der Wegfall der Sport-Ausstattung waren weitere Maßnahmen. Außerdem wurde der 1,6l-Motor überarbeitet. Die letzte Version der P11-Reihe ist daran zu erkennen, dass sich die Antenne nunmehr im vorderen Dachbereich befindet und ein verändertes Lenkrad verbaut wurde.

Im Juni 2002 wurde der Modellwechsel zum Nachfolger Primera P12 durchgeführt.

Ausstattungsvarianten Basis: ZV (nur 1,6 und 1,8) Comfort: ZV mit FB, eFH, NSW (2,0: Xenon), Lederlenkrad, Radio Sport: ZV mit FB, eFH, NSW, Sportfahrwerk (nur 2,0 als Limousine), Sportsitze, Leder-Lenkrad, Xenon, Radio Elegance: ZV mit FB, eFH, NSW, Xenon, Holz-Leder-Lenkrad, Sitzheizung, Radio mit CD-Wechsler, Klima-Automatik Family: ZV mit FB, eFH, NSW, Klima-Automatik, Radio mit CD-Wechsler Family Plus: ZV mit FB, eFH, NSW, Klima-Automatik, Radio mit CD-Wechsler, Xenon-Scheinwerfern

Motorisierung Mit der Einführung des P11-144 wurde das Motorenangebot erneut überarbeitet. Zum Verkaufsstart war für den Primera in Europa erstmals ein 1,8l-Vierzylindermotor mit 113 PS verfügbar, dessen Ventilsteuerung ebenfalls über zwei obenliegende Nockenwellen und eine Steuerkette erfolgt. Weiterhin wurde der 2,0l-Motor mit 131 PS aus dem Programm genommen und die 150-PS-Version auf 140 PS gedrosselt. Der 1,6l-Benziner (bis Anfang 2001) und der Dieselmotor blieben unverändert.