Jan Berges (* 1980 in Siegen, Nordrhein-Westfalen) ist ein deutscher Berufssoldat der Bundeswehr. Er wurde Ende der 2000er-Jahre gemeinsam mit drei weiteren Bundeswehrsoldaten öffentlich bekannt, als sie bei einem Afghanistan-Einsatz nach einem Selbstmordattentat unter Gefahr für ihr eigenes Leben mehrere Verletzte in Sicherheit brachten und dafür später jeweils mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit ausgezeichnet wurden.

Leben mini|hochkant=0.5|Bataillonsabzeichen des FschJgBtl 263 in Zweibrücken (Rheinland-Pfalz). Jan Berges absolvierte 1999 sein Abitur am Evangelischen Gymnasium Siegen-Weidenau und ging dann als Soldat auf Zeit (SaZ) zur Bundeswehr, wo er zum Fallschirmjägerbataillon 263 (FschJgBtl 263) im rheinland-pfälzischen Zweibrücken kam. Nachdem er sich zunächst für vier Jahre verpflichtet hatte, verlängerte er seine Dienstzeit später auf 15 Jahre und wurde daraufhin Berufssoldat. 2011 wurde er als Gruppenführer bei der 1. Kompanie des FschJgBtl 263 (1./FschJgBtl 263) eingesetzt und führte den Dienstgrad eines Hauptfeldwebels.Kurzporträt von Hauptfeldwebel Jan Berges auf der Website des Bundesministeriums der Verteidigung, Stand: 21. Februar 2011; abgerufen am 6. Juni 2011.Mathias Heller: Deutschlands tapferste Afghanistan-Soldaten mit Ehrenkreuz ausgezeichnet. Stillgestanden zum Ordensempfang bei der Kanzlerin. In: Berliner Zeitung vom 7. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011.

Im Rahmen der Auslandseinsätze der Bundeswehr nahm Berges am ISAF-Einsatz 2008 in Afghanistan teil; es war sein erster Auslandseinsatz als Bundeswehrsoldat. Als dort am 20. Oktober 2008 in der Nähe von Kundus ein Selbstmordanschlag auf eine deutsche Patrouille verübt wurde, befand sich Berges in etwa 500 Meter Entfernung zum Anschlagsort. Bei dem Anschlag geriet ein Transportfahrzeug der Bundeswehr in Brand; zwei deutsche Soldaten und fünf afghanische Kinder wurden getötet, zwei weitere Soldaten und ein weiteres einheimisches Kind wurden verletzt. Trotz Gefahr fürs eigene Leben durch das brennende Fahrzeug und explodierende Munition kam Berges gemeinsam mit den Bundeswehrsoldaten Alexander Dietzen, Markus Geist und Henry Lukács sofort zur Hilfe. Die vier Soldaten retteten die Verletzten und bargen die Toten.Merkel und Jung verleihen Ehrenkreuze für Tapferkeit. Auf: Website des Bundesministeriums der Verteidigung vom 6. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011.

Orden und Ehrenzeichen Jan Berges wurde gemeinsam mit seinen drei Kameraden am 6. Juli 2009 im Kanzleramt durch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr für Tapferkeit ausgezeichnet. Es waren die ersten vier Verleihungen des 2008 neu geschaffenen Ehrenkreuzes, welche die höchste Auszeichnung der Bundeswehr darstellt.

Öffentliche Wahrnehmung Sowohl der Selbstmordanschlag vom Oktober 2008 mit mehreren Toten und die Hilfsaktion als auch die Verleihungen der Tapferkeitsauszeichnung vom Juli 2009 erregten das Interesse der Öffentlichkeit. Über beide Ereignisse gab es in Deutschland und in anderen Ländern der Welt zahlreiche Berichterstattungen in den Massenmedien, wie im Fernsehen (u. a. N24, 3satHelden geehrt. Kanzlerin verleiht Tapferkeitsmedaille an Soldaten. Auf: 3sat.de, sowie Beitrag im Fernseh-Magazin Kulturzeit auf 3sat vom 6. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011.) und im Hörfunk (u. a. Deutsche WellePeter Stützle: Bundeswehr. Ehrung für Soldaten und Angehörige. Hörfunksendung in DW-Radio vom 8. Juli 2009, sowie auf: DW-World.de; abgerufen am 6. Juni 2011.) sowie in Zeitungen (u. a. Berliner MorgenpostThorsten Jungholt: . In: Berliner Morgenpost vom 7. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011., Berliner Zeitung, Daily MailAllan Hall: German troops get first bravery award since World War Two… even though they are not allowed to fight. In: Daily Mail vom 9. Juli 2009; englisch, abgerufen am 6. Juni 2011., Der TagesspiegelMerkel fordert Anerkennung für Soldaten. „Wir reden zu wenig über Belastungen“. In: Der Tagesspiegel vom 7. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011., Die Welt(dpa/ddp/fas): Bundeswehr. Merkel zeichnet Soldaten mit Tapferkeitsorden aus. In: Die Welt vom 6. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011., Frankfurter RundschauBernhard Honnigfort: Tapferkeits-Orden für Bundeswehrsoldaten: Kreuz, brav. Auf: FR-Online.de, sowie in: Frankfurter Rundschau vom 7. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011., Kölnische Rundschau. In: Kölnische Rundschau vom 6. Juli 2009; abgerufen am 25. April 2017., Mitteldeutsche ZeitungBernhard Honnigfort: Bundeswehr. Eine neue Medaille für die Tapferkeit. In: Mitteldeutsche Zeitung vom 6. Juli 2009; abgerufen am 28. Juni 2021., NWZ. In: NWZ vom 7. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011., tazUlrike Winkelmann: Ehrenkreuz für Tapferkeit. Merkels Treueversprechen. In: taz vom 7. Juli 2009; abgerufen am 7. Juni 2011., The Daily TelegraphGermany awards first bravery medals since Second World War. In: The Daily Telegraph vom 7. Juli 2009; englisch, abgerufen am 6. Juni 2011., WAZ), in Zeitschriften (u. a. SternDorit Kowitz, Stefan Schmitz: „Ehrenkreuz für Tapferkeit“: Ausgezeichnet!. Interview mit Jan Berges, Alexander Dietzen und Henry Lukács. Im: Wochenmagazin Stern, Ausgabe 32/2009 vom 30. Juli 2009, sowie auf: Stern.de vom 6. August 2009; abgerufen am 6. Juni 2011.) und bei Online-Publikationen (u. a. DerWesten.de, DW-World.de, Focus.de(gxs/AP): Bundeswehr. Tapferkeitsorden für vier deutsche Soldaten. Auf: Focus.de vom 6. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011., FR-Online.de, Stern.de, Zeit OnlineKatharina Schuler: Ordensverleihung. Tapfer in Afghanistan. Auf: Zeit Online vom 6. Juli 2009; abgerufen am 6. Juni 2011.). Dabei wurde Jan Berges – wie die anderen drei Helfer – oft auch mit einem Kurzporträt vorgestellt.Vgl. zum Beispiel: Mathias Heller: Deutschlands tapferste Afghanistan-Soldaten mit Ehrenkreuz ausgezeichnet. Stillgestanden zum Ordensempfang bei der Kanzlerin. In: Berliner Zeitung vom 7. Juli 2009; jeweils abgerufen am 6. Juni 2011. Außerdem wurde er von einzelnen Medien zu beiden Vorgängen interviewt.

Weblinks auf der Website des Bundesministeriums der Verteidigung Interview mit Jan Berges (sowie mit Alexander Dietzen und Henry Lukács) im Wochenmagazin Stern, Ausgabe 32/2009

Einzelnachweise

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