Berge ist ein Stadtteil von Homberg (Efze) im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Geographie Der Ort liegt 3,4 km nordwestlich von Homberg an der Efze, in die am östlichen Ortsrand der von Osten kommende Klingelbach mündet.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Berge erfolgte im Jahr 1266 unter dem Namen monte in einer Urkunde des Klosters Haina. mini|hochkant|Evangelische Kirche Um 1510 gab es im Dorf acht wehrhafte Männer und vier Pflüge.
Im Ort gibt es zwei Kirchen. Die Kirche der evangelischen Gemeinde war ursprünglich die Kirche des benachbarten Mardorf; sie wurde im Jahre 782 in einer Schenkungsurkunde von Karl dem Großen erstmals erwähnt, als er dem St. Petri-Stift in Fritzlar Güter zu Mardorf übertrug, die ihm zuvor Erzbischof Lullus von Mainz abgetreten hatte.Mardorf (Großenmardorf), Schwalm-Eder-Kreis, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) Die Kirche war die Mutterkirche für die in den umliegenden Orten errichteten kleinen Kapellen, und hatte daher eine beeindruckende Größe: 400 Personen fanden Platz im Kirchenschiff. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört und erst 1791 wiedererrichtet. Nach einem Einbruch von Dach und Decke im Jahre 1972 wurde bei der Renovierung ein Teil der für das kleine Dorf zu großen Kirche abgetrennt und zu Gemeinschaftsräumen umgestaltet. 1974 wurde das Gotteshaus in seiner neuen Form eingeweiht.Kirche in Berge feiert am 8. Dezember ihr Jubiläum, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 4. Dezember 2024
Die zweite Kirche im Ort wurde 1879 für die selbständige evangelisch-lutherische Gemeinde erbaut.
Hessische Gebietsreform Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Berge im Zuge der Gebietsreform in Hessen als Stadtteil der Stadt Homberg, Bezirk Kassel, heute Homberg (Efze), auf freiwilliger Basis eingegliedert. Für Berge, wie für die in der Kreisstadt Homberg (Efze) eingegliederten ehemals selbständigen Gemeinden (Stadtteile), wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Berge 213 Einwohner. Darunter waren 6 (= 2,8 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 87 zwischen 18 und 49, 45 zwischen 50 und 64 und 39 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 93 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 24 Paare ohne Kinder und 30 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 18 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 63 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon • um 1510: 8 wehrhafte Männer (4 Pflüge, 10 Fastnachtshühner) • 1537: 5 landgräfliche Hübner, 5 Köttner, 4 Beisassen (12 landgräfliche Huben). • 1575/85: 16 Hausgesesse • 1639: 4 verheiratete Hausgesesse • 1742/47: 25 Häuser • 1769: 147 Einwohner
Historische Erwerbstätigkeit • 1961: Erwerbspersonen: 51 Land- und Forstwirtschaft, 83 Produzierendes Gewerbe, 12 Handel und Verkehr, 13 Dienstleistungen und Sonstiges.
Religion Da Hessen mit der Einführung der Reformation im Jahre 1526 protestantisch wurde, waren auch die Einwohner von Berge evangelisch. Erst im 20. Jahrhundert und insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg zogen dann auch katholische Menschen in das Dorf.
Historische Konfessionszugehörigkeit • 1861: alle Einwohner evangelisch-reformiert • 1885: 242 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 272 evangelische (= 80,24 %), 65 katholische (= 19,17 %) Einwohner
Politik Für Berge besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Berge) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat Berge 62,87 %. Alle Kandidaten gehörten der „Einheitsliste Berge“ an. Der Ortsbeirat wählte Jörg Dreytza zum Ortsvorsteher.
In Berge geboren John von Bischoffshausen (1815–1863), kurhessischer Offizier und Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung
Einzelnachweise
Weblinks
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