Thierbach (fränkisch: DirbaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 180.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Thierbach liegt in der Gemarkung Weihenzell.
Geografie Der Weiler liegt am Thierbach, ein rechter Zufluss des Mettlachbaches und an einem namenlosen Bach, der dort als rechter Zufluss in den Thierbach mündet. Im Nordwesten liegt das Waldgebiet Adelmannsdorfer Schlag. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Beutellohe (0,4 km südöstlich).
Geschichte Der Ort wurde 1255 als „Tirbah“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von dem Bach ab, der wohl dem Wild als Tränke diente. Da die Bezeichnung „Thier“ für das Wild außer Gebrauch gekommen ist, wurde der Name im Volksmund als „Dürrbach“ umgedeutet (so z. B. auch in der Uraufnahme von 1826 zu lesen). Thierbach ist wohl eine Rodungssiedlung des hohen oder späten Mittelalters.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Thierbach zwei Mannschaften verzeichnet: die zwei Halbhöfe hatten das Hofkastenamt Ansbach als Grundherrn. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 567. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 692.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Thierbach mit Beutellohe eine Realgemeinde. In Thierbach gab es zwei Anwesen. Das Hochgericht, die Dorf- und Gemeindeherrschaft und Grundherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 915.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 594. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Thierbach dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weihenzell und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Weihenzell zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 25 16 15 16 16 21 25 15 12 16 19 23 18 13HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 4 4 4 4 4 3 3 4 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.
Religion Thierbach ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1255