Beutellohe (fränkisch: Baidl-loaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 49. Dort folgendermaßen transkribiert: „baidllṓə“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Beutellohe liegt in der Gemarkung Weihenzell.

Geografie Im Dorf entspringt ein rechter Zufluss des Thierbachs, der seinerseits ein rechter Zufluss des Mettlachbachs ist. 0,5 km östlich liegt das Waldgebiet Heegstall. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Thierbach (0,4 km nordwestlich) bzw. zu einer Gemeindeverbindungsstraße (2 km südlich) zwischen Weihenzell (0,6 km westlich) und Petersdorf (1,3 km östlich).

Geschichte Der Ort wurde 1281 als „Bůteloch“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Grundwort des Ortsnamens „-lō(c)h“ (mhd.) bedeutet Hain, das Bestimmungswort „biute“ (ahd.) bezeichnet einen Bienenstock. Der Ortsname verweist also auf eine Lage in der Nähe eines Bienenwäldchens. Nach der Ortslage und dem Ortsnamen ist Beutellohe eine Rodungssiedlung des hohen oder späten Mittelalters.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 49 f.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Beutellohe acht Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (4 Anwesen), das Stiftsamt Ansbach (1), ein Herr von Mohr (1) und der Geheime Rat Förster (2). Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 127, 219. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 679.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Beutellohe mit Thierbach eine Realgemeinde. In Beutellohe gab es weiterhin 8 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 2 Halbhof, 1 Gut, 1 Wirtschafts- und Schmiedgut; Stiftsamt Ansbach: 1 Gut) und Ansbacher Eigenherren (von Förster: 1 Gut, 1 Halbgut; von Mohr: 1 Gütlein).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 838 f. Es gab zu dieser Zeit 9 Untertansfamilien, von denen 6 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 372. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 1014.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Beutellohe dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weihenzell und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Weihenzell zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 961. Ein Gesuch um Bildung einer eigenen Gemeinde zusammen mit Zellrüglingen wurde am 27. August 1833 abgelehnt.

Baudenkmal Haus Nr. 14: eingeschossiges Wohnstallhaus, Halbwalm, Fachwerkgiebel, 1755

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 74 71 92 81 65 71 80 89 68 65 63 56 59 61 57HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 12 12 14 15 15 13 14 14 Quelle Günther Roesner: Weihenzell. S. 152.

Religion Beutellohe ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehören bis heute zur Kirchengemeinde St. Mauritius (Warzfelden), die eine Filiale von St. Martin (Kleinhaslach) ist. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ersterwähnung 1281