mini|Eingangstor zum Galatasaray Lisesi Das Galatasaray Lisesi (deutsch Galatasaray-Gymnasium; ) ist eine Eliteschule in Istanbul, die von Sultan Bayezid II. im Jahr 1481 als „Imperiale Galata-Palast-Schule“ (Galata Sarayi Enderun-u Hümayunu) gegründet wurde. 1866 wurde das Gymnasium (franz. lycée, türk. lise) nach französischem Vorbild als „Kaiserliche Galatasaray-Schule“ (Galatasaray Mekteb-i Sultani) eröffnet.

Geschichte Das Galatasaray Lisesi liegt am Galatasaray-Platz im Galata-Viertel im Stadtteil Beyoğlu im europäischen Teil Istanbuls. Das Gymnasium ist ein Anadolu Lisesi und wurde im ehemaligen Gebäude des Mediziner-Colleges eingerichtet. Die Schule war anfangs in drei Höfe geteilt, je einer für die jüngeren, mittleren und älteren Jahrgänge. Die Schule hatte ihren eigenen Hammam und ein Krankenhaus. Das Schulprogramm war wie das französische, mit dem Unterschied, dass statt Latein und Griechisch hier Türkisch, Arabisch und Persisch gelehrt wurden. Die zwei klassischen Sprachen sowie Deutsch wurden in freiwilligen Abendstunden unterrichtet. Die Lehrer waren neben Türken und Franzosen auch Griechen und Armenier. Die Schule sorgte für das Essen, Bekleidung (so soll es eine Uniform für außerhalb gegeben haben), Schulmaterial, sowie Papier etc.Simeon Radew: Frühe Erinnerungen. 1967.

Im Zuge der Gründung der Republik Türkei im Jahre 1923 wurde die Schule schließlich in Galatasaray Lisesi umbenannt. 1968 wurde die Koedukation eingeführt, heute sind etwa 40 % der Schüler weiblich. Nach Abschluss eines französisch-türkischen Abkommens 1992 wurde die Galatasaray-Universität gegründet, der das Gymnasium gemeinsam mit einer gleichzeitig gegründeten Grundschule seitdem angegliedert ist.

Ehemalige Schüler Aus dem Galatasaray Lisesi und seinen Vorgängerinstitutionen gingen viele bedeutende Politiker, Ökonomen, Wissenschaftler, Künstler und Sportler hervor. Unter anderem sind auf diese Schule gegangen:

Daron Acemoğlu (* 1967), Ökonom, Nobelpreisträger Hovhannes XII. Arscharouni (1854–1929), armenischer Patriarch Sakıp Bayaz (1914–1983), Diplomat Mehmet Ali Birand (1941–2013), Journalist und Nachrichtensprecher Sakallı Celâl (1886–1962), Intellektueller und Exzentriker İzzettin Doğan (* 1940), Universitätsprofessor in Völkerrecht und alevitischer Aktivist Candan Erçetin (* 1963), Sängerin Nihat Erim (1912–1980), Ministerpräsident Ulvi Cemal Erkin (1906–1972), Komponist Tevfik Fikret (1867–1915), Dichter Mehmet Günsür (1955–2004), Schriftsteller Reşat Nuri Güntekin (1889–1956), Schriftsteller Feza Gürsey (1921–1992), Mathematiker und Physiker Ahmed Hâşim (zwischen 1883 und 1887–1933), Dichter Todor Kableschkow (1851–1876), bulgarischer Freiheitskämpfer Orhan Veli Kanık (1914–1950), Dichter Faik Bey Konitza (1875–1942), albanischer Nationalist Erkin Koray (1941–2023), Rockmusiker Barış Manço (1943–1999), Sänger, Komponist und Fernsehproduzent Ahmed Niyazi Bey (1873–1913), Jungtürke Simeon Radew (1879–1967), bulgarischer Politiker und Schriftsteller Cemal Reşit Rey (1904–1985), Musiker Sava Paşa (1832–1904), griechischstämmiger osmanischer Minister Georgi Slatarski (1854–1909), bulgarischer Naturwissenschaftler, Geologe Haldun Taner (1915–1986), Schriftsteller Ali Tanrıyar (1914–2017), Mediziner, Politiker (u. a. Innenminister) und Sportfunktionär Ahmet Kutsi Tecer (1901–1967), Autor und Politiker Berç Keresteciyan Türker (1870–1949), armenischer Bankier Ali Sami Yen (1886–1951), Fußballer Ahmet Zogu (1895–1961), König Albaniens Fatin Rüştü Zorlu (1912–1961), Minister

Traditionell sind die Präsidenten des Sportvereins Galatasaray Spor Kulübü wie sein Gründer Ali Sami Yen ehemalige Schüler der Schule.

Siehe auch Enderun, Palastschule im Topkapı-Palast

Weblinks

Website des Galatasaray Lisesi (vorwiegend türkisch)

Geschichte des Lisesi auf den Seiten der Galatasaray Alumni Association (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Gymnasium in Istanbul Kategorie:Bildung (Osmanisches Reich) Kategorie:Galatasaray SK Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1481 Kategorie:Französisch-türkische Beziehungen Kategorie:Beyoğlu Kategorie:Gymnasium in Europa