Wappen Lage in Ostpreußen 140px|Wappen des Kreises Angerapp 170px|Lage des Kreises Darkehmen in Ostpreußen Basisdaten Bestandszeitraum 1818–1945 Land PreußenDeutsches Reich Provinz Ostpreußen Regierungsbezirk Gumbinnen Verwaltungssitz Darkehmen Fläche 759,54 km² Einwohner 31.549 (17. Mai 1939) Bevölkerungsdichte 42 Einwohner je km² Kfz-Kennzeichen: IC1953 vorgesehen: DAR für Darkehmen Kreisgliederung (1945) 163 Gemeinden2 Gutsbezirke in 34 Amtsbezirken Kreis Darkehmen 1818 bis 1945 310px|Karte des Kreises Darkehmen Der Kreis Darkehmen (ab 1938 Kreis Angerapp) in Ostpreußen bestand in der Zeit von 1818 bis 1945. Sein ehemaliges Gebiet gehört heute zur polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren bzw. zur russischen Oblast Kaliningrad.

Verwaltungsgeschichte Königreich Preußen mini|Ruine eines Gutshauses von 1862 in Dąbrówka (Dombrowken, 1938 bis 1945 Eibenburg), 2010

Das Gebiet des Kreises Darkehmen gehörte seit der Einteilung Ostpreußens in landrätliche Kreise von 1752 zu dem damaligen Kreis Insterburg.Max Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preussen. Gotha: Perthes 1858, Seite 320. Im Rahmen der preußischen Verwaltungsreformen ergab sich mit der „Verordnung wegen verbesserter Einrichtung der Provinzialbehörden“ vom 30. April 1815 die Notwendigkeit einer umfassenden Kreisreform in ganz Ostpreußen, da sich die 1752 eingerichteten Kreise als unzweckmäßig und zu groß erwiesen hatten. Zum 1. September 1818 wurde im Regierungsbezirk Gumbinnen aus Teilen des alten Kreises Insterburg der neue Kreis Darkehmen gebildet. Dieser umfasste die Kirchspiele Ballethen, Darkehmen, Dombrowken, Groß Karpowen (ein Teil des Kirchspiels gehörte zum Kreis Gerdauen), Kleszowen, Rogahlen, Szabienen, Trempen und Wilhelmsberg. Das Landratsamt war in Darkehmen.

Seit dem 3. Dezember 1829 gehörte der Kreis nach dem Zusammenschluss der Provinzen Preußen und Westpreußen zur neuen Provinz Preußen mit dem Sitz in Königsberg i. Pr.

Norddeutscher Bund und Deutsches Reich Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und seit dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Am 21. Juli 1875 wurde die Landgemeinde Grünheide aus dem Kreis Darkehmen in den Kreis Gumbinnen umgegliedert. Am 10. August 1876 wurden die Landgemeinden Alt Gurren und Neu Gurren und der Gutsbezirk Gurren aus dem Kreis Darkehmen in den Kreis Angerburg umgegliedert, während der Gutsbezirk Broszeitschen vom Kreis Angerburg zum Kreis Darkehmen wechselte. Nach der Teilung der Provinz Preußen in die Provinzen Ostpreußen und Westpreußen wurde der Kreis Darkehmen am 1. April 1878 Bestandteil Ostpreußens.

Zum 30. September 1928 fand im Kreis Darkehmen wie im übrigen Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bewohnten Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt.

Am 7. September 1938 wurde der Kreis in Angerapp umbenannt. Zum 1. April 1941 wurde aus Teilen verschiedener Gemeinden der neue Heeresgutsbezirk Gudwallen gebildet.

Unter polnischer und sowjetischer Verwaltung mini|Durch die polnisch-russische Grenze unterbrochene ehemalige Straße zwischen Rapa (Angerapp, 1938 bis 1945 Kleinangerapp) im polnischen Powiat Gołdapski und Osjorsk (Darkehmen, 1938 Darkeim, 1938 bis 1945 Angerapp) in der russischen Oblast Kaliningrad, 2010

Mit Beginn der Ostpreußischen Operation der sowjetischen Truppen Mitte Januar 1945 wurde das Kreisgebiet schrittweise durch die Rote Armee besetzt. Nach der vollständigen Besetzung im Winter 1945 wurde das gesamte Kreisgebiet zunächst der polnischen Zivilverwaltung unterstellt. Kreis und Kreisstadt erhielten den Namen Darkiejmy, die polonisierte (und in Polen auch schon zuvor gebräuchliche) Bezeichnung für Darkehmen.

Im Spätsommer bzw. Frühherbst des Jahres 1945 revidierte die sowjetische Besatzungsmacht die von ihr zuvor vorgenommene Zonenaufteilung und verschob die Grenze erheblich in Richtung Süden, so dass der deutlich größere Nordteil des Kreises einschließlich der Kreisstadt Darkehmen / Angerapp (Darkiejmy) unter sowjetische Verwaltung kam. Die nach Kriegsende zugewanderten polnischen Migranten, die mit der Verdrängung und Vertreibung der Einheimischen begonnen hatten, wurden einschließlich der polnischen Zivilverwaltung kurzfristig spätestens Anfang 1946 aus dem nunmehr sowjetisch verwalteten Nordteil wieder ausgewiesen.historia-wyzynaelblaska.pl

Nur ein kleinerer Teil des Kreises südlich der Demarkationslinie verblieb unter polnischer Verwaltung und wurde dem Powiat Węgorzewski (Angerburg) angeschlossen.siehe Kartenteil des Buches: Ostdeutschland unter fremder Verwaltung I: Ostpreußen 1945–1955; Alfred Metzner Verlag Frankfurt am Main Berlin, 1955. Die ansässige deutsche Bevölkerung wurde, sofern sie nicht bereits geflüchtet war, in der Folgezeit von den örtlichen polnischen Verwaltungsbehörden vertrieben.

Seit der Aufteilung Ostpreußens nach dem Zweiten Weltkrieg in Verwaltungszonen befindet sich die 1946 in Osjorsk ( für „Stadt am See“) umbenannte frühere Kreisstadt Darkehmen in der russischen Oblast Kaliningrad.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1818 20.283 1846 32.508 1871 36.719 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Preußen und ihre Bevölkerung 1871 1890 34.207 1900 32.782 1910 31.485 1925 32.635 1933 31.445 1939 31.177

Politik Landräte mini|Marktplatz von Darkehmen mit dem Rathaus und der Post

1818–1848Franz von Buttlar 1848–1849Arnoldt (komm.) 1849–1851Wolff (komm.) 1851–1865Heinrich von Schirmeister 1865–1874Gustav von Goßler 1876–1890Max Bergmann 1890–1891Hermann von Kruse 1891–1897Hermann von Busenitz 1892–1897Robert Busenitz 1897–1911Theodor Eggert 1911–1920Alexander von Martius 1920–1933Willi Seroski 1933–1937Günther Nikolaus 1937–1945Paul Uschdraweit

Wahlen Im Deutschen Kaiserreich bildete der Kreis Darkehmen zusammen mit den Kreisen Goldap und Stallupönen den Reichstagswahlkreis Gumbinnen 4.Datenbank der Reichstagsabgeordneten

Kommunalverfassung Der Kreis Darkehmen gliederte sich in die Stadt Darkehmen (am 3. Juni 1938 in „Darkeim“, am 16. Juli 1938 in „Angerapp“ umbenannt), in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigem Wegfall – in Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Gemeinden Nach der Gemeindereform von 1928 umfasste der Kreis Darkehmen die Stadt Darkehmen, 162 weitere Gemeinden sowie einen Forstgutsbezirk. Am 1. April 1941 wurde die Gemeinde Gudwallen aufgelöst; gleichzeitig wurde der neue Heeresgutsbezirk Gudwallen eingerichtet.Kreis Darkehmen (territorial.de) Amtsbezirke und GemeindenAmtliches Gemeindeverzeichnis des Deutschen Reiches 1939, 2. Auflage 1941.Gemeindelexikon für den Freistaat Preußen, Band 1: Provinz Ostpreußen, Berlin 1931. Bevölkerung (1939) Bemerkung heute zu Stadt Darkehmen 1. Darkehmen, amtsfreie Stadt 4.376 am 16. Juli 1938 umbenannt in Angerapp RUS Amtsbezirk Abschermeningken ab dem 30. Juli 1933 Amtsbezirk Almental 1. Abschermeningken 256 am 11. Februar 1932 umbenannt in Almental PL 2. Jagotschen 270 am 16. Juli 1938 umbenannt in Gleisgarben PL 3. Krugken 69 am 16. Juli 1938 umbenannt in Krucken PL 4. Masutschen 82 am 16. Juli 1938 umbenannt in Oberhofen (Ostpr.) PL 5. Petrelskehmen 82 am 16. Juli 1938 umbenannt in Peterkeim PL Amtsbezirk Adamsheide 1. Adamsheide 262 RUS 2. Rogalwalde 214 RUS 3. Schidlack 146 am 16. Juli 1938 umbenannt in Schiedelau RUS Amtsbezirk Angerapp ab dem 12. Januar 1939 Amtsbezirk Kleinangerapp 1. Angerapp 388 am 16. Juli 1938 umbenannt in Kleinangerapp PL Amtsbezirk Ballethen 1. Ballethen 447 RUS 2. Groß und Klein Menturren 81 am 16. Juli 1938 umbenannt in Mentau RUS 3. Illgossen 185 am 16. Juli 1938 umbenannt in Ilgenau RUS 4. Loppinnen 48 RUS 5. Missen 69 RUS 6. Neu Ragaischen 114 am 16. Juli 1938 umbenannt in Kuppenwiese RUS Amtsbezirk Ballupönen ab dem 12. Januar 1939 Amtsbezirk Schanzenhöh 1. Alt Ballupönen 124 am 16. Juli 1938 umbenannt in Schanzenhöh PL 2. Alt und Neu Kermuschienen 77 am 16. Juli 1938 umbenannt in Kermenau PL 3. Eszerienen 50 am 16. Juli 1938 umbenannt in Seehagen (Ostpr.) PL 4. Griesgirren 196 am 16. Juli 1938 umbenannt in Grieswalde PL 5. Stobrigkehlen 180 am 16. Juli 1938 umbenannt in Stillheide PL Amtsbezirk Dombrowken ab dem 12. Januar 1939 Amtsbezirk Eibenburg 1. Dombrowken 296 am 16. Juli 1938 umbenannt in Eibenburg PL Amtsbezirk Ernstburg 1. Abscherningken 208 am 16. Juli 1938 umbenannt in Dachshausen RUS 2. Ernstburg 320 RUS 3. Eszerischken 168 am 16. Juli 1938 umbenannt in Schönfels RUS4. Grieben 198 RUS 5. Neu Pillkallen 147 am 16. Juli 1938 umbenannt in Rüttelsdorf RUS Amtsbezirk Eszerningken ab dem 12. Januar 1939 Amtsbezirk Eschingen 1. Eszerningken 287 am 16. Juli 1938 umbenannt in Eschingen RUS 2. Grasgirren 235 am 16. Juli 1938 umbenannt in Dingelau RUS 3. Groß Kolpacken 112 am 16. Juli 1938 umbenannt in Großbachrode RUS 4. Ischdaggen 145 am 16. Juli 1938 umbenannt in Brenndenwalde RUS 5. Karteningken 74 am 16. Juli 1938 umbenannt in Kleedorf (Ostpr.) RUS Amtsbezirk Gailboden 1. Endruschen 107 am 16. Juli 1938 umbenannt in Maiden RUS 2. Groß Grobienen 181 RUS 3. Kamanten 106 RUS 4. Mallenuppen 257 am 16. Juli 1938 umbenannt in Gembern RUS 5. Menturren 70 RUS 6. Muldszehlen 60 am 16. Juli 1938 umbenannt in Finkenwalde (Ostpr.) RUS Amtsbezirk Groß Ragauen ab dem 12. Januar 1939 Amtsbezirk Ragauen 1. Degelgirren 122 am 16. Juli 1938 umbenannt in Rauben RUS 2. Eszergallen 88 am 16. Juli 1938 umbenannt in Seehügel RUS 3. Groß Bretschkehmen 103 am 16. Juli 1938 umbenannt in Brettken RUS 4. Groß Ragauen 204 RUS 5. Klein Ragauen 58 RUS 6. Notrienen 73 RUS 7. Oszeningken 121 am 16. Juli 1938 umbenannt in Hasenbrück RUS Amtsbezirk Gudwallen 1. Alt Thalau 63 RUS 2. Auerfluß 374 RUS 3. Gudwallen 560 am 1. April 1941 aufgelöst, eingegliedert in Bretten, Menturren und den Heeresgutsbezirk Gudwallen RUS 4. Klein Pelledauen 108 am 16. Juli 1938 umbenannt in Kreuzstein RUS 5. Milchbude 19 RUS 6. Neu Thalau 82 RUS 7. Schunkarinn 98 am 16. Juli 1938 umbenannt in Schlieben (Ostpr.) RUS Ortspolizeibezirk Heeresgutsbezirk Gudwallen eingerichtet am 1. April 1941 1. Heeresgutsbezirk Gudwallen unbek. am 1. April 1941 gebildet aus Teilen von Gudwallen, Angerapp, Auerfluß und Schlieben RUS Amtsbezirk Jurgaitschen   ab dem 12. Januar 1939 Amtsbezirk Jürgenfelde 1. Alt Ragaischen 216 am 16. Juli 1938 umbenannt in Konradshof RUS 2. Bratricken 210 am 16. Juli 1938 umbenannt in Brahetal RUS 3. Jurgaitschen 290 am 16. Juli 1938 umbenannt in Jürgenfelde RUS 4. Lenkimmen 207 am 16. Juli 1938 umbenannt in Uhlenhorst RUS Amtsbezirk Kallnen ab dem 12. Januar 1939 Amtsbezirk Drachenberg 1. Kallnen 89 am 16. Juli 1938 umbenannt in Drachenberg RUS 2. Koszischken 74 am 16. Juli 1938 umbenannt in Köskeim RUS 3. Melletschen 79 am 16. Juli 1938 umbenannt in Meltbach RUS 4. Schaugsten 42 am 16. Juli 1938 umbenannt in Linnemarken RUS5. Scherrewischken 155 am 16. Juli 1938 umbenannt in Bruderhof RUS 6. Schwirgsden 179 am 16. Juli 1938 umbenannt in Königsgarten RUS Amtsbezirk Kandszen ab dem 12. Januar 1939 Amtsbezirk Kanden 1. Kandszen 155 am 16. Juli 1938 umbenannt in Kanden RUS 2. Kuinen 134 am 16. Juli 1938 umbenannt in Golsaue RUS 3. Lengwetschen 68 am 16. Juli 1938 umbenannt in Tiefenhagen RUS 4. Ragoschen 57 am 16. Juli 1938 umbenannt in Ragen RUS 5. Schuppinnen 93 am 16. Juli 1938 umbenannt in Wiesenbrunn (Ostpr.) RUS 6. Tarputschen, Kirchspiel Ballethen 98