mini|Tellerlift; T-Stützen mit fest montiertem Montagegerüst (Joch) mini|Tellerlift in Betrieb (Bodental / Kärnten); Ausführung als Pilzantriebstation im Tal Ein Skilift ist eine mechanische Vorrichtung, die Skifahrer mit angeschnallten Skiern bergaufwärts befördert.Duden: Skilift Ungenau und fachlich eigentlich inkorrekt werden im weiteren Sinne alle Beförderungsanlagen für Wintersportler an den Pisten als solche bezeichnet.
Der Skilift im eigentlichen Sinn ist der zu den Seilbahnen, aber nicht zur Kategorie der Luftseilbahnen gehörende Schlepplift, eine Einrichtung zur Beförderung von Fahrgästen, die auf ihren Skiern oder anderen Sportgeräten (Snowboard, Kurzski, Firngleiter, Skibob, Schlitten) am Boden fahren und mittels einer Schleppvorrichtung bergauf gezogen werden., 1997, ISBN 3-9500815-1-8, online einsehbar als doc-Datei, abgerufen am 17. November 2011Günthner, Willibald A.: (PDF), S. 1–4.
Die Lifte können im Sommer aber auch zur Beförderung anderer mit ihren Benutzern besetzten Sportgeräte eingesetzt werden (Sommerrodel, Mountainbikes, Downhill- oder Monsterroller, Bull-Carts, Gras-Ski). In Bikeparks werden zur Beförderung von Mountainbikern neben sonstigen Luftseilbahnen gelegentlich auch Schlepplifte eingesetzt, bei Sommerrodelbahnen wird fallweise auf der Lifttrasse ein aufwärts führender Spurweg (Wanne oder Coaster-Schiene) fest oder demontierbar installiert.
Geschichte mini|Talstation eines noch 2008 mit einem Dieselmotor angetriebenen Schlepplifts mit hängender Seilscheibe aus den 1970er Jahren Die erste motorisch betriebene Aufstiegshilfe für Wintersportler überhaupt wurde auf dem Bödele in Vorarlberg, Österreich, gebaut und ging 1907 in Betrieb. Freilich war diese Konstruktion nicht mit einem modernen Skilift von heute zu vergleichen – es handelte sich vielmehr um eine Art Schlitten, der nach dem Prinzip einer Seilwinde mittels eines Seils von einem Motor den Berg hinaufgezogen wurde (siehe: Schlittenlift Bödele); ein Arbeitsprinzip, das vor allem in der Schweiz noch jahrzehntelang zum Einsatz kommen sollte. Bis in die 1940er-Jahre verwendete man dort Schlitten-Standseilbahnen, die sogenannten „Funi“, der letzte seiner Art in Grindelwald wurde sogar erst 1995 stillgelegt.Technische Daten dieses Liftes in der Seilbahndatenbank von www.bergbahnen.org
Der erste Skilift in Deutschland wurde in Schollach bei Eisenbach im Hochschwarzwald vom Gastwirt Robert Winterhalder gebaut und am 14. Februar 1908 in Betrieb genommen. Er war 280 Meter lang und überwand eine Höhe von 32 Metern. Betrieben wurde er mit Wasserkraft über ein Mühlrad., abgerufen am 17. September 2012.Isabel Stettin: Idee aus dem Schwarzwald: Wie der Skilift erfunden wurde. In: Tagesspiegel vom 18. Januar 2015. Abgerufen am 4. Dezember 2024. Die Fahrgäste hielten sich dabei mittels speziell geformter Zangen am Zugseil fest.
Der erste moderne Schlepplift mit selbsteinziehendem Bügel (ursprünglich in J-Form) wurde am 24. Dezember 1934 in Davos in Betrieb genommen. Entwickelt wurde das System durch den Schweizer Ingenieur Ernst Constam, der es von der renommierten Seilbahnfirma Adolf Bleichert & Co. bauen ließ. Der Davoser Skilehrer Jack Ettinger verbesserte das System, indem er von seinem Vater aus Holz einen Prototyp herstellen ließ, bei dem die Einzelbügel durch T-förmige Doppelbügel (in Anlehnung des „Ribberybügel“ aus dem Jahre 1929) ersetzt wurden. Constam rüstete seinen BolgenliftBenedikt Meyer: Aufwärts in Davos Im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums vom 6. Januar 2020 bereits für die zweite Wintersaison (1935/1936) mit diesen Doppelbügeln zu einem «Sie-und-Er-Lift» um. Bis 1938 realisierte Constam insgesamt 20 dieser Anlagen in der Schweiz, Deutschland und Frankreich, unter anderem in St. Moritz, Arosa, Mürren, Megève und Garmisch.Constam-Inserat von 1938 bei seilbahn-nostalgie.ch Die Transportmittel verfügten zunächst noch über separate Zug- und Aufwicklergehänge.Constam Schleppgehänge am Beispiel des Skilifts Carmenna Obwohl sich die Skifahrer rasch an das neuartige Transportsystem gewöhnten, gab es anfangs noch einige Startschwierigkeiten zu bewältigen.Videoclip vom ersten Betriebsjahr des Tschuggen-Lifts in Arosa (1938)
Der erste Skilift der Ostalpen wurde 1935 auf der Tauplitzalm im steirischen Salzkammergut errichtet. In seiner Konstruktionsweise ähnelte er eher dem 1907 in Vorarlberg errichteten Lift (siehe hier). Es handelte sich um einen großen Bügel, an welchem mehrere Schifahrer gleichzeitig mittels Seilwinde hinaufgezogen wurden. Ein sogenannter „Stanglfahrer“ brachte den Bügel anschließend wieder ins Tal. Der „Klein Valuga-Lift“ war 1937 erste österreichische Schlepplift mit hoher Seilführung und wurde von der Firma Doppelmayr gemeinsam mit Sepp Bildstein in Zürs am Arlberg errichtet. Dieser frühe Schlepplift lief auf Holzstützen und besaß Einzelbügel, die ähnlich denen eines Tellerliftes zwischen die Beine genommen wurden.Historische Filmaufnahmen auf YouTube, hochgeladen von Doppelmayr: https://www.youtube.com/watch?v=Ft3JxGZ4OUI
Der erste Schlepplift in Deutschland wurde 1942 im Skigebiet Oberjoch in Betrieb genommen.
Bis in die 1980er Jahre wurden sehr viele solcher „klassischen“ Schlepplifte gebaut, auch kleine Gemeinden konnten so ein oft nur aus einer einzigen Piste bestehendes Skigebiet errichten. Seit den 1990er Jahren werden sie aber immer weiter durch Sesselbahnen verdrängt, die mehr Komfort und meist kürzere Fahrzeiten bieten. Auch werden viele Schlepplifte aus ebendiesen Gründen durch Sesselbahnen ersetzt. 1970 in der Schweiz gebaute Seilbahnen; von 87 Seilbahnen sind 61 Schlepplifte2000 in der Schweiz gebaute Seilbahnen, von 25 Seilbahnen sind nur 5 Schlepplifte Für viele kleine und kleinste Schigebiete bedeutete das, neben den hohen Kosten für eine künstliche Beschneiung das Aus.
Technik Schlepplifte folgen dem Geländeprofil bis zu Steigungen von circa 40 Grad. Die meisten Anlagen sind gerade in einer Linie trassiert, wobei das talwärtsfahrende Seiltrum parallel zum bergauf schleppenden Teil über die gleichen Stützen zur Talstation zurückgeführt wird. Bei geländebedingten Trassenerfordernissen können Schlepplifte mit hoher Seilführung aber auch als Kurvenschlepplift ausgeführt werden und Richtungsänderungen durchfahren. Abschüssige Trassenabschnitte sollten möglichst vermieden werden, da die Skifahrer dort den Zugbügel „überholen“ können und dann festhalten müssen, um ihn nicht zu verlieren.
Die Benutzung eines Schleppliftes erfordert ein gutes Gleichgewichtsvermögen und bei paarweisem Transport eine gewisse Fertigkeit und Erfahrung. Das Fahren mit Schleppliften auf steilen Trassen ist anstrengender als die Fahrt mit einem Sessellift. mini|Doppelmayr-Schlepplift mit Torbogenstützen auf einem mäßig geneigten Hang in Tauplitz, Steiermark
Von Vorteil ist die unkomplizierte und kostengünstige Errichtung. Vor der Einführung kuppelbarer Sesselbahnen waren Schlepplifte schneller als fixgeklemmte Sessellifte und konnten mehr Fahrgäste in derselben Zeit bergauf befördern.Seilbahnlexikon – Geschichte & Technik 1.8 Fix geklemmte Luftseilbahnen mit Umlaufbetrieb In: Seilbahnlexikon. www.bergbahnen.org
Schlepplifttrassen können im Gegensatz zu Luftseilbahntrassen von talwärts fahrenden Skiläufern nicht ohne Einschränkungen gekreuzt werden, die Pistenbenutzung kann hierdurch beeinträchtigt werden. Außerdem benötigen Schlepplifte im Wintersportbetrieb eine vollständig von Schnee bedeckte Trasse. Zur Aufwertung von Skigebieten bezüglich Komfort und Beförderungsleistung werden Schlepplifte oft durch Luftseilbahnen verschiedener Bauarten abgelöst.
Schlepplifte stehen auf festem Grund, teilweise auch auf Gletschern. Auf Gletschern werden spezielle Gletscherstützen verwendet.
Längster Schlepplift war seinerzeit der Schlepplift Gandegg bei Zermatt mit einer Länge von 2.899 Metern, der allerdings infolge Gletscherschwund nicht mehr in voller Länge befahren werden konnte. Die Seilgeschwindigkeit von Schleppliften beträgt bis zu 3,5 m/s (12,6 km/h), die Förderleistung bis zu 1440 Personen pro Stunde.
Schlepplifte werden auch zur Beförderung von Rodelschlitten im Winter und Bobs bei Sommerrodelbahnen eingesetzt.
Schlepplifte mit hoher Seilführung Diese werden in Anlagen mit festen Seilklemmen und Anlagen mit Kuppelklemmen unterschieden.
Schlepplift/Ankerlift oder Tellerlift mini|hochkant=0.3|links|klasse=skin-invert-image mini|Bergstation eines klassischen T-Bügel-Lifts. Stütze als Torbogenstütze ausgeführt und mit hängender Seilscheibe Bei Schleppliften läuft ein umlaufendes Förderseil in etwa sechs bis sieben Metern Höhe, an dem über einen Aufrollmechanismus Zugbügel befestigt sind. Man unterscheidet dabei Tellerlifte mit Tellerbügeln für eine Person (meist auf Übungshängen) oder Ankerlifte in Kurz- oder Langversionen für zwei Personen (Bügelschlepplift).
Stangenschlepplift Eine Sonderform des Schleppliftes ist die vor allem in Frankreich verbreitete Gattung des Stangenschlepplifts, der auch in einer sehr schnell (bis zu 4 m/s) fahrenden kuppelbaren Ausführung existiert. Diese Lifte wurden hauptsächlich von den beiden französischen Unternehmen Pomagalski und Montaz-Mautino (heute Gimar-Montaz-Mautino) hergestellt.
Die hierfür verwendete kuppelbare Klemme besteht aus einer Art Ring, der das Seil umschließt. An diesem Ring ist ein Hebel montiert, an dem wiederum die Teleskopstange und der Teller hängt. Der Durchmesser des Ringes ist jedoch größer als der des Seils, sodass das Seil durch die Klemme hindurch führt, ohne dass der Teller mitgezogen wird. In der Talstation sammeln sich alle Teller in einem Magazin. Kommt dann ein Fahrgast, lässt ein mechanischer Öffner den Ring auf das Seil fallen und er verkantet sich. Durch das Gewicht von Teller und Fahrgast öffnet sich diese Verkantung nicht. Um die Klemme in der Station wieder zu öffnen, wird der Hebel von einer Kuppelschiene angehoben. In der ursprünglichen Variante war nur die Talstation kuppelbar ausgeführt. Seit 1983 verbaut die Firma Montagner auch kuppelbare Bergstationen, um den Komfort beim Ausstieg zu erhöhen.ropewaygrips.ch – Der Klemmenblog: Kuppelbare Stangenschlepplifte Umlenkrollen erlauben auch eine Trassenführung um die Ecke.
Pendelschlepplift Ab den 1950ern konnte die Firma STEMAG (Steiermärkische Maschinen und Apparate Gesellschaft) von Hermann Treiber das äußerst kostengünstige System des Pendelschlepplifts für kleinere Anlagen etablieren. Im Gegensatz zu anderen Schleppliften sind nur zwei Bügel am Seil fixiert, die analog einer Pendelbahn, ohne die Fahrbahnseite zu wechseln, zwischen Tal- und Bergstation hin und her pendelten. Eine höhere Förderleistung kann man durch die hohen Fahrgeschwindigkeiten erreichen, da der Ein- und Ausstieg bei Stillstand der Anlage erfolgt. Weiters gibt es breite Bügel für bis zu 6 Personen.
STEMAG erstellte bis in die 1980er Jahre Schlepplifte in Österreich und Deutschland. In der Schweiz wurden einige Pendelschlepplifte durch den dort ansässigen Hersteller Skima erstellt. Insgesamt wurden Pendelschlepplifte mindestens bis in die 1970er ausgeliefert. Das System konnte sich nie wirklich durchsetzen, jedoch gibt es neben den Exemplaren von STEMAG und ihren Lizenznehmern auf der ganzen Welt Anlagen nach diesem Prinzip. Speziell in Neuseeland und in den Anden trifft man diese Bauweise in Form von simpel konstruierten Schleppliften auch heute noch häufig an. Im deutschsprachigen Raum gibt es noch vereinzelte Anlagen in Betrieb.Beispielsweise:* Skilifte Sinswang in Oberstaufen (Bayern): „6-er Raketenlift“ ()* Schindelberg in Oberstaufen (Bayern): Schindelberglift / Kanonenlift ()* Turn und Sportverein Seeg (Bayern) ().
Weitere Systeme Vor bzw. nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelten sich noch weitere Schleppliftsysteme, die heute allerdings allesamt ausgestorben sind: