Schweiz 350px|zentriert|Topografische Karte der Schweiz Kontinent: Europa Fläche: – Total – Wasser 133. Platz41'291 km² (4 %) Landesgrenze: 1935 km Nachbarstaaten: Italien (782 km) → GrenzeFrankreich (585 km) → GrenzeDeutschland (347 km) → GrenzeÖsterreich (180 km) → GrenzeLiechtenstein (41 km) → GrenzeAngaben zu den Landesgrenzen auf der Website des Bundesamtes für Landestopografie, abgerufen am 21. März 2017. Höchster Punkt: Dufourspitze () Tiefster Punkt: Lago Maggiore () GeographischerMittelpunkt: Älggi-Alp Längster Fluss: Rhein (375,5 km) GrösstesBinnengewässer: Neuenburgersee Klima: gemässigt

Die Geographie der Schweiz beschreibt die physische Beschaffenheit des Staatsgebietes der Schweiz, eines Binnenstaates in Mitteleuropa, sowie deren Bevölkerung, Wirtschaft, Siedlungsstrukturen und ausgewählte Landschaften. Das Land besteht aus 26 Kantonen und ist von fünf weiteren Ländern umgeben: Deutschland im Norden, Österreich und Liechtenstein im Osten, Italien im Süden und Frankreich im Westen. Das Territorium der Schweiz ist bis zu 350 Kilometer lang und bis zu 220 Kilometer breit. Nördlichster Punkt ist der Schwarze Stein bei Bargen im Kanton Schaffhausen, südlichster Punkt Chiasso im Kanton Tessin, westlichster Punkt Chancy im Kanton Genf und östlichster Punkt der Piz Chavalatsch im Kanton Graubünden.Oskar Bär, Geographie der Schweiz, S. 6.

Allgemeines Das Relief der Schweiz ist vielfältig und entstand aus tektonischen Vorgängen, insbesondere dem Zusammenstoss der eurasischen Platte mit der afrikanischen Platte. Dieser Vorgang, auch alpidische Orogenese genannt, formte die drei geographischen Grossregionen des Landes. Es sind dies die Alpen, das Mittelland und der Jura. Der höchste Punkt des Landes ist die Dufourspitze auf , der tiefste der Seespiegel des Lago Maggiore auf Die Schweiz ist nach Andorra das am durchschnittlich höchstgelegene Land Europas und liegt auf Platz 17 der Weltrangliste.

Aufgrund der Topographie der Alpen und der dort aufeinandertreffenden Einflüsse des atlantischen Seeklimas, des Kontinentalklimas und des Mittelmeerklimas gilt die Schweiz als «Wasserschloss Europas». Der Rhein, die Rhone sowie bedeutende Zuflüsse des Po und der Donau entspringen im Gotthardmassiv. In dessen Nähe befindet sich auch der Aletschgletscher, der grösste und längste Gletscher der Alpen.

Per lebten Menschen in der Schweiz, was einer Bevölkerungsdichte von Einwohnern pro Quadratkilometer entspricht. Diese ist allerdings ungleichmässig verteilt; während die Alpen und der Jura dünn besiedelt sind, konzentriert sich der überwiegende Teil der Bevölkerung im Mittelland, wo sich auch die grössten Städte des Landes befinden. Mehr als 100'000 Einwohner zählen Zürich, Genf, Basel, Lausanne, Bern und Winterthur.

Physische Geographie

Geologie Unterschiedliche geologische Phänomene schufen die heutige Landschaft der Schweiz und die Beschaffenheit ihrer Böden. Die geologische Struktur des Landes ist im Wesentlichen das Ergebnis der Plattenkollision der afrikanischen Platte und der eurasischen Platte in den letzten Jahrmillionen (alpidische Orogenese).

Im Paläozoikum, vor rund 540 bis 360 Millionen Jahren, bildete sich ein kristalliner Sockel. Ein Meer zwischen Afrika und Eurasien, der Paratethys, überflutete diesen vor rund 205 bis 96 Millionen Jahren. Seine grösste Ausdehnung hatte das Meer am Ende des Jurazeitalters vor 135 Millionen Jahren. In diesem Zeitalter faltete sich am Nordrand des Meeres der Jura auf. Im Kreidezeitalter begann das Meer zu schrumpfen, als die Kontinentalplatten aufeinandertrafen. Als Folge der Plattenkollision falteten sich die Alpen auf. Molasseablagerungen am Nordrand der Alpen schufen schliesslich die Grundlage für die Entstehung des Mittellandes.Labhart, Decrouez: Géologie de la Suisse, S. 147–154.

Drei Grossregionen mini|Grossregionen der Schweiz:

Die Schweiz besteht vornehmlich aus drei geologischen Grossregionen: den Alpen, dem Jura und dem Mittelland. Nur zwei sehr kleine Regionen gehören nicht dazu: im Norden jenseits des Juras die Region Basel im Grabenbruch der Oberrheinischen Tiefebene und im Süden das Mendrisiotto, das einen Teil der Po-Ebene bildet.Oskar Bär, Geographie der Schweiz, S. 6.

Die Alpen bedecken rund 60 % der Fläche des Landes. Auf das Mittelland entfallen 30 % und auf den Jura 10 %. Das unebene und zerklüftete Terrain des Juras und der Alpen hat eine geringe Besiedlung dieser Gegenden zur Folge, mit Ausnahme einiger Täler wie des Rhonetals im Kanton Wallis. Der grösste Teil der Bevölkerung lebt im Mittelland.

Lediglich zwei Kantone haben geographisch Anteil an allen drei Grossregionen: Bern und Waadt.

Die Alpen

mini|Die naturräumliche Gliederung der Schweiz Die Alpen sind das höchste Gebirge im Inneren Europas. Es erstreckt sich in einem 1'200 Kilometer langen Bogen zwischen Nizza in Frankreich und Wien in Österreich. Der Schweizer Teil der Alpen umfasst den gesamten Süden des Landes, was etwa 60 % der Fläche entspricht. Allgemein üblich ist in der Schweiz die Dreiteilung der Alpen entlang des Alpenbogens, sodass das Land vollständig in den Zentralalpen liegt. Der Zweiteilung in Ostalpen und Westalpen kommt keine grosse Bedeutung zu, obschon die Trennlinie über den Splügenpass verläuft. Auf Schweizer Territorium befinden sich 48 Viertausender. Höchster Punkt ist die Dufourspitze (), höchster ganz in der Schweiz liegender Berg ist der Dom (). Die bekanntesten Berge sind das Matterhorn () sowie Eiger (), Mönch () und Jungfrau (), die eine markante Dreiergruppe bilden. Der Piz Bernina () ist der östlichste Viertausender der Alpen.

Im Norden steigen die Alpen allmählich vom Mittelland über die Voralpen bis zum Alpenhauptkamm an, während sie auf der Südseite abrupt zu den Ausläufern der Poebene abfallen. Dem Alpenhauptkamm entlang verlaufen in West- bzw. Ostrichtung die Täler der Rhone und des Rheins, die zwei Hauptketten voneinander trennen. Die Kämme dieser Gebirgsketten treffen im Gotthardmassiv aufeinander. Von dort aus führen auch die Täler der Reuss nach Norden, des Ticino nach Süden und der Aare nach Nordwesten. Gleichzeitig verläuft durch das Gotthardmassiv die Europäische Hauptwasserscheide; hier liegt auch der Wasserscheidepunkt der Nordsee und des Mittelmeers.

mini|Das Matterhorn ist einer der bekanntesten Berge der Alpen

Gemäss der SOIUSA-Klassifikation werden die Schweizer Alpen wie folgt unterschieden: Voralpen mit den Waadtländer Voralpen, den Freiburger Voralpen, den Berner Voralpen, den Zentralschweizer Voralpen und den Appenzeller Alpen Berner Alpen im weiteren Sinne mit den Waadtländer Alpen, den eigentlichen Berner Alpen und den Urner Alpen Walliser Alpen Glarner Alpen im weiteren Sinne mit den eigentlichen Glarner Alpen und den Osturner Alpen Westliche Rätische Alpen mit den Oberhalbsteiner Alpen, den Albula-Alpen, der Berninagruppe, den Livigno-Alpen, den Münstertaler Alpen, den Plessuralpen und dem Rätikon Lepontinischen Alpen mit den Adula-Alpen, den Monte Leone-Sankt Gotthard-Alpen und den Tessiner Alpen Luganer Voralpen

Nur ein kleiner Teil der Savoyer Voralpen im Chablais und der Grajischen Alpen am Rande der Mont-Blanc-Gruppe liegen in der Schweiz.

Der Jura mini|Der Creux du Van ist typisch für die Landschaft des Juras.

Der Jura, ein geologisch junges Faltengebirge aus Kalkstein, bildet einen über 300 km langen Bogen entlang der französischen und deutschen Grenze vom Kanton Genf im Südwesten bis in den Kanton Schaffhausen im Nordosten. Zwischen Yverdon und Besançon erreicht er eine Breite von 70 km.Oskar Bär, Geographie der Schweiz, S. 27. Der höchste Berg des Juras auf Schweizer Boden ist der Mont Tendre (). Die durchschnittliche Höhe des Gebirges verringert sich in Richtung Nordosten nach und nach.Oskar Bär, Geographie der Schweiz, S. 23. Seine grössten Höhen erreicht der Jura meist in der direkt an das Mittelland grenzenden Kette.

Aufgrund der Art und der Erosion der Verfaltung werden zwei tektonische Haupteinheiten unterschieden, die sich auch im Landschaftsbild abzeichnen. Der Hauptteil des Gebirges wird vom Faltenjura eingenommen. Dieser untergliedert sich noch weiter in Kettenjura und Plateaujura. Der Kettenjura besteht aus lang gestreckten, stark gefalteten Höhenzügen. Die Täler folgen in der Regel den einzelnen Ketten; es gibt jedoch einzelne kleine Quertäler, Kluse genannt. An die Ketten schliessen sich im Nordwesten die wasserarmen Hochflächen der Franches-Montagnes an, die zum Plateaujuras gehören. Ganz im Nordosten (am Hochrhein) und Nordwesten (Ajoie) findet man ungefalteten Tafeljura, der tektonisch gesehen Teil des Südwestdeutschen bzw. Französischen Schichtstufenlandes ist.

Der Jura hat ein wesentlich weniger dichtes und weniger verzweigtes Gewässernetz als andere Mittelgebirge. Dies ist dadurch zu erklären, dass das Regenwasser nicht überall oberirdisch abfliesst, sondern direkt im porösen, karstartigen Kalkuntergrund versickert.

Das Mittelland mini|Blick vom Pilatus auf das Mittelland bei Luzern

Das Mittelland umfasst das teils flache, weitgehend jedoch hügelige Gebiet zwischen Jura und Alpen. Es liegt im Mittel auf einer Höhe von 400 bis Geologisch stellt das Mittelland eine Beckenzone dar, die sich auch über die Landesgrenzen hinaus erstreckt. Diese beginnt südlich von Genf in der Nähe von Chambéry, wo sich Jura und Alpen zusammenschliessen, erstreckt sich über 300 km in nordöstlicher Richtung bis zum Bodensee und setzt sich im deutschen und österreichischen Alpenvorland fort. Das Mittelland ist keineswegs eine ebene Landschaft, sondern weist eine je nach Region bisweilen sehr vielfältige naturräumliche Gliederung durch Seen und Höhenzügen auf. Höchste Erhebung des Mittellandes ist der Napf () im Napfbergland.

Im Wesentlichen besteht das Mittelland aus Molasse, einem aus der Gebirgserosion der noch jungen Alpen entstandenen Sedimentgestein. Die damaligen Flüsse aus den Alpen – im Allgemeinen nicht kongruent mit dem heutigen Flussnetz – bauten am Gebirgsfuss allmählich bedeutende Schwemmfächer auf. Seine heutige Landschaftsgestalt hat das Mittelland während der Überprägung durch die eiszeitlichen Gletscher erhalten.Oskar Bär, Geographie der Schweiz, S. 10. Dabei formten die Eismassen das Land einerseits durch Tiefenerosion, andererseits durch Ablagerungen im Vorfeld der Gletscher. Während Spuren älterer Eiszeiten kaum noch vorhanden sind, ist der Verlauf der Gletscher während der Würmeiszeit heute an der Ausformung der Täler, den Moränen und zahlreichen Findlingen erkennbar. Zu den bekanntesten Findlingen gehören die Pierres de Niton () in Genf, wobei der grössere der beiden als Schweizer Höhenfestpunkt (Ausgangspunkt für die Höhenmessung) dient.

Hydrographie

mini|Einzugsgebiete in der Schweiz:

Die Hydrographie der Schweiz ist gekennzeichnet durch fünf Haupteinzugsgebiete, zahlreiche Seen sowie Gletscher, die zu den grössten Europas gehören. Das Land weist eine überdurchschnittlich hohe Niederschlagsmenge von jährlich 1457 mm auf. Ursache hierfür ist die vorherrschende Westwindlage und die Nähe zu Atlantik, Nordsee und Mittelmeer, wodurch viel feuchte Luft zugeführt wird. Diese Luft staut sich an den Alpen als Wetterbarriere und entlädt sich hier. Am meisten Niederschlag fällt in den zentralen Hochalpen und im Tessin mit gegen 2000 mm jährlich, in den Voralpen und im Jura sind es rund 1400 mm und im Mittelland 1000 mm. Als trockenste Gegenden mit 500 bis 700 mm/Jahr gelten das Rhonetal im Kanton Wallis und das Engadin im Kanton Graubünden, da diese Täler von den niederschlagsreichen Wetterlagen abgeschirmt sind.

Gewässer und Einzugsgebiete Die Schweiz liegt in den Einzugsgebieten von fünf europäischen Flüssen: Der Rhein und die Rhone, die beide im Gotthardmassiv entspringen, sowie Donau, Po und Etsch. Die drei letztgenannten fliessen zwar nicht durch die Schweiz, werden aber von hier entspringenden Nebenflüssen gespeist.