Düffeldoffel (auch geschrieben als Düffel-Doffel) ist ein vom SPD-Politiker Herbert Wehner geprägtes pejoratives Kunstwort.

Entstehung

Das Wort entstand während einer Bundestagsdebatte im März 1980, als Redner Herbert Wehner durch den damaligen Fraktionsvorsitzenden der CDU, Helmut Kohl, während seiner Ausführungen unterbrochen wurde.

Die genaue Bedeutung des Wortes und Wehners Intention sind unklar. Ein Düffel bezeichnete früher ein dickes Wolltuch, abgeleitet von englischen Wort duffleGrimm: Deutsches Wörterbuch. Band 2, Hirzel, 1860, S. 598 (der Dufflecoat ist auch als Düffelmantel bekannt), es könnte sich daher um eine lautmalerische Anspielung auf eine vermutete Dickfelligkeit oder Stoffeligkeit Kohls gehandelt haben.

Rezeption

Der „Düffeldoffel“ gilt als ein Paradebeispiel für Wehners wortgewaltige Rhetorik und Angriffe auf seine Parlamentskollegen, die ihm den Ruf des „größten Schimpfbolds im ganzen Bundestag“ einbrachten.. Textarchiv des Deutschen Bundestages In späteren Analysen und Berichten zur Stimmung und Streitkultur im Bundestag wurde diese Wortschöpfung immer wieder exemplarisch hervorgehoben.Suppenhühner und Düffel-Doffel. Focus Nr. 13 (1993), 29. März 1993Von „Armleuchter“ bis „Zuhälter“ Kleines Schimpfwörterbuch des Bundestages. Spiegel online, 30. Juni 1999Politische Schmähungen Ästhetische Nostalgie. Sueddeutsche, 27. Juli 2005Abwasch der Woche: Sie Düffeldoffel da!. Stern online, 6. Februar 2010

Die altmärkischen SPD-Kreisverbände vergeben seit 2010 den Düffeldoffel als Karnevalsorden im Rahmen des politischen Aschermittwochs.Erster „Düffeldoffel“ ging an Jürgen Schlafke. Altmarkzeitung 19. Februar 2010

Literatur Jürgen Roth: Sie Düffeldoffel da! Herbert Wehner – ein komischer Heiliger. Hörbuch, Kunstmann, 2010.

Einzelnachweise

Kategorie:Schimpfwort (Person) Kategorie:Herbert Wehner