mini|hochkant=1.2|Briefmarke 100 Jahre Alfred-Nobel-Testament aus dem Briefmarken-Jahrgang 1995 der Bundesrepublik Deutschland mini|Marie Curie, Nobelpreisträgerin für Physik 1903 und für Chemie 1911 Die Liste der Nobelpreisträger zeigt alle Personen, die seit 1901 einen Nobelpreis für Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Frieden erhalten haben. Darüber hinaus werden auch die Preisträger des 1969 erstmals vergebenen Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften aufgeführt, der von der Schwedischen Reichsbank gestiftet wurde und zusammen mit den Nobelpreisen vergeben wird.

Geschichte und Modalitäten Den Grundstein für den Nobelpreis legte Alfred Nobel, der in seinem Testament die Einrichtung eines Preises verfügte, der aus den Zinsen seines Vermögens finanziert und in fünf gleich hoch dotierten Kategorien vergeben werden sollte. Dies führte zur Einrichtung der Nobelstiftung.

Die Nobelpreise werden jährlich durch die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, das Karolinska-Institut, die Schwedische Akademie und das Norwegische Nobelpreiskomitee an Personen und Organisationen für herausragende Leistungen auf den Gebieten Physik, Chemie, Physiologie oder Medizin, Literatur und Frieden verliehen. Außerdem stiftete 1968 die Schwedische Reichsbank den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften.

Für jeden Preis ist ein bestimmtes Komitee verantwortlich. Die Königliche Akademie der Wissenschaften verleiht die Preise für Physik, Chemie und Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften, das Karolinska-Institut den Preis für Physiologie oder Medizin, die Schwedische Akademie den Literaturnobelpreis, und das Norwegische Nobelkomitee verleiht den Friedensnobelpreis. Jeder Preisträger erhält eine Medaille, eine Urkunde und einen Geldpreis, dessen Höhe sich mit den Jahren veränderte. Im Jahr 1901 war jeder Preis mit 150 782 Schwedischen Kronen dotiert, das einem Wert von 7 799 542 Kronen (Stand Dezember 2008) entsprechen würde. Seit 2017 beträgt das Preisgeld 9 Millionen Kronen. Die feierliche Verleihung findet jährlich an Nobels Todestag am 10. Dezember in Stockholm und Oslo statt.

In den Jahren 1901–2017 erhielten 813 Einzelpersonen und 24 Organisationen den Nobelpreis. Darüber hinaus erhielten 79 Personen den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften. Vier Nobelpreisträger wurden von ihren Regierungen genötigt, die Annahme zu verweigern. Den Deutschen Richard Kuhn (Chemie, 1938), Adolf Butenandt (Chemie, 1939), und Gerhard Domagk (Physiologie oder Medizin, 1939) wurde von dem nationalsozialistischen Regime verboten, die Auszeichnung anzunehmen. Die Sowjetunion zwang Boris Pasternak (Literatur, 1958), seinen Preis abzulehnen. Zwei Laureaten, Jean-Paul Sartre (Literatur, 1964) und Lê Đức Thọ (Frieden, 1973), lehnten den Preis ab. Da Sartre alle offiziellen Ehrungen ausschlug, nahm er auch den Nobelpreis nicht an. Lê Ðức Thọ lehnte ihn wegen der damaligen Situation in Vietnam ab. Sieben Laureaten erhielten mehrfach einen Preis (John Bardeen, Marie Curie, Linus Pauling, Barry Sharpless, Frederick Sanger, das Internationale Rote Kreuz und das UNHCR). Dreimal, so oft wie kein anderer, zählte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (Frieden, 1917, 1944, 1963) zu den Preisträgern.

Unter den 923 Nobelpreisträgern waren 54 Frauen. Die erste Frau, der ein Nobelpreis zuerkannt wurde, war Marie Curie (Physik, 1903 und Chemie, 1911).

In den Jahren, in denen wegen besonderer Vorkommnisse oder fehlender würdiger Nominierungen kein Preis zugesprochen wurde, floss das Preisgeld zurück in den jeweiligen Stiftungsfonds. In den beiden Weltkriegen war dies häufig der Fall. In den Jahren 1940 bis 1942 wurde die Vergabe komplett eingestellt. Zuletzt wurde 1972 ein Preis nicht vergeben. Weiterhin kann die Vergabe des Preises auch um ein Jahr aufgeschoben werden, falls der Preis im entsprechenden Jahr nicht vergeben werden kann oder keine passenden Nominierungen eingegangen waren. Dies war zuletzt der Fall, als 2018 der Nobelpreis für Literatur wegen einer internen Krise der Schwedischen Akademie zunächst nicht vergeben wurde,Warum der Literatur-Nobelpreis heuer nicht vergeben wird. kurier.at, 4. Mai 2018. was 2019 dann nachgeholt wurde. The Nobel Prizes in Literature for 2018 and 2019 In: Nobelprize.org. Nobel Foundation, abgerufen am 11. Januar 2019

Preisträger

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Jahr NobelpreiseAlfred-Nobel-Gedächtnispreisfür Wirtschafts-wissenschaftenPhysikChemiePhysiologieoder MedizinLiteraturFrieden 1901rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1902 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1903 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" 1904rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" Institut de Droit international 1905 1906rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1907rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1908rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1909 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1910 Bureau International Permanent de la Paix 1911rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1912rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1913 1914 nicht vergeben nicht vergeben 1915 rowspan="2" nicht vergebenrowspan="2" nicht vergeben 1916 nicht vergeben nicht vergeben nicht vergeben nicht vergeben 1917rowspan="2" nicht vergeben nicht vergeben Internationales Komitee vom Roten Kreuz 1918 nicht vergeben nicht vergeben nicht vergeben 1919 nicht vergeben 1920 1921rowspan="2" rowspan="2" nicht vergebenrowspan="2" 1922rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1923rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" nicht vergeben 1924 nicht vergeben nicht vergeben 1925 rowspan="2" nicht vergebenrowspan="2" 1926rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1927 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1928 nicht vergeben 1929rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1930 1931 nicht vergeben rowspan="2" rowspan="2" 1932rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" nicht vergeben 1933 nicht vergebenrowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1934 nicht vergebenrowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" 1935rowspan="2" rowspan="2" nicht vergebenrowspan="2" 1936 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1937 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1938 Office International Nansen pour les Réfugiés 1939rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" nicht vergeben 1940 nicht vergeben 1941 1942 1943rowspan="2" rowspan="2" nicht vergeben nicht vergeben 1944rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" Internationales Komitee vom Roten Kreuz 1945rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" 1946rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1947rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" Friends Service Council American Friends Service Committee 1948 nicht vergeben 1949rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1950rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1951 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1952 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1953rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1954 rowspan="3" rowspan="3" Hoher Flüchtlingskommissar derVereinten Nationen (UNHCR)rowspan="2" 1955 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" nicht vergeben 1956 rowspan="3" nicht vergeben rowspan="2" 1957 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1958 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" 1959 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1960rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1961 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1962rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1963 rowspan="3" Internationales Komitee vom Roten Kreuz rowspan="2" Liga der Rotkreuz-Gesellschaften 1964 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1965 rowspan="3" rowspan="3" Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen(UNICEF) 1966rowspan="2" rowspan="2" nicht vergeben 1967rowspan="3" rowspan="3" nicht vergeben 1968rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" 1969rowspan="3" rowspan="3" Internationale Arbeitsorganisation (ILO) erstmals 1969 vergebenrowspan="2" 1970 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1971 1972 rowspan="3" nicht vergeben rowspan="2" rowspan="2" 1973 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" Lê Đức Thọ 1974 rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" Satō Eisakurowspan="2" 1975 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" 1976 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1977 rowspan="3" rowspan="3" Amnesty International rowspan="2" 1978 rowspan="3" rowspan="3" Anwar as-Sadatrowspan="3" rowspan="2" 1979 rowspan="3" Mutter Teresa rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1980 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1981 rowspan="3" Hoher Flüchtlingskommissar derVereinten Nationen (UNHCR)rowspan="3" rowspan="2" 1982rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1983 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1984 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1985rowspan="2" rowspan="2" Internationale Ärzte für dieVerhütung des Atomkriegs (IPPNW)rowspan="2" 1986 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1987 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1988 rowspan="3" Friedenstruppen der Vereinten Nationenrowspan="3" 1989 rowspan="3" Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lamarowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" 1990 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 1991rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1992rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1993 rowspan="2" 1994 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" 1995 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" Pugwash Conferences on Science andWorld Affairs 1996 rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 1997 rowspan="3" rowspan="3" Internationale Kampagne für das Verbotvon Landminen rowspan="2" 1998 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" 1999 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" Ärzte ohne Grenzenrowspan="2" 2000 rowspan="3" Kim Dae-jung rowspan="2" 2001 rowspan="3" UNO rowspan="2" 2002 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 2003 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 2004 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" 2005 rowspan="3" Internationale Atomenergie-Organisation rowspan="2" rowspan="2" Mohammed el-Baradei 2006 rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" Grameen Bank 2007 rowspan="3" rowspan="3" Weltklimarat (IPCC) rowspan="2" rowspan="2" 2008 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" 2009 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 2010 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 2011 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 2012 Mo YanEuropäische Union 2013 rowspan="3" Organisation für das Verbotchemischer Waffen rowspan="2" 2014 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 2015 rowspan="3" Quartet du dialogue nationalrowspan="3" rowspan="2" 2016 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 2017 rowspan="3" Internationale Kampagne zur Abschaffungvon Atomwaffenrowspan="3" 2018 rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 2019 rowspan="3" rowspan="3" 2020 rowspan="3" Welternährungsprogramm derVereinten Nationen (WFP) rowspan="2" rowspan="2" 2021 rowspan="3" rowspan="2" rowspan="2" rowspan="2" 2022 rowspan="3" rowspan="3" Memorial Center for Civil Liberties 2023 rowspan="3" rowspan="3" rowspan="3" rowspan="2" 2024 rowspan="3" Nihon Hidankyō rowspan="2" rowspan="2" 2025 rowspan="3" rowspan="3" JahrPhysikChemiePhysiologieoder MedizinLiteraturFriedenWirtschafts-wissenschaften

Siehe auch Liste der Listen der Nobelpreisträger Liste von Frauenanteilen in der Berufswelt#Nobelpreise

Literatur Horst Kant und andere: Harenberg Lexikon der Nobelpreisträger. Alles Preisträger seit 1901. Ihre Leistungen, ihr Leben, ihre Wirkung. Harenberg Lexikon Verlag, Dortmund 1998.

Weblinks

Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften (englisch) Die offizielle Seite der Nobelstiftung Nobelprize.org (englisch)

Einzelnachweise Für diese Auflistung wurde die gebräuchliche Namensform der Nobelpreisträger von der offiziellen Seite der Nobelstiftung übernommen und der gebräuchliche deutsche Name der Organisationen verwendet.