Ludwig Wilhelm Heinrich Vogel, genannt Heinrich Vogel (* 26. März 1901 in Schöneberg; † 6. Februar 1958 in Bad Cannstatt) war ein deutscher Agrarwissenschaftler und SS-Führer.
Leben Vogel, Sohn eines kaufmännischen Angestellten, schloss in seiner Heimatstadt das Realgymnasium 1920 mit dem Abitur ab. Ab April 1920 absolvierte Vogel eine zweijährige landwirtschaftliche Ausbildung. Danach absolvierte Vogel ein Studium an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin, das er im Mai 1926 als Diplom-Landwirt abschloss. Bereits während seines Studiums war Vogel von August 1924 bis November 1925 als Versuchsassistent beim Berliner Institut für Tierzucht tätig. Anfang Oktober 1926 trat Vogel in die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft ein und war danach in unterschiedlichen Funktionen leitend im Bereich Tierzucht beschäftigt. Ab 1929 war Vogel beamteter Tierzuchtmitarbeiter des Preußischen Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Bis 1939 war Vogel bei verschiedenen Tierzuchtämtern in leitender Funktion eingesetzt, zuletzt als Landwirtschaftsrat im Reichsnährstand.Walter Naasner (Hrsg.): SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung, Düsseldorf 1998, S. 354f.
Anfang November 1933 trat Vogel der SS (SS-Nummer 259.958) und zum 1. Mai 1937 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 5.787.047).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/46021116 In der SS stieg Vogel im Januar 1942 bis zum SS-Obersturmbannführer der Reserve der Waffen-SS auf. Im Januar 1939 wurde Vogel Geschäftsführer des SS-Unternehmens Deutsche Versuchsanstalt für Ernährung und Verpflegung GmbH in Berlin, die unter anderem den „Kräutergarten“ Dachau im KZ Dachau führte. Ab Anfang Februar 1939 war Vogel im Stab des Reichsführers SS Heinrich Himmler und wurde Abteilungsleiter im Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft (HAVW). Anfang März 1941 übernahm Vogel das Amt III D im HAVW und wechselte Anfang September 1941 als Amtsleiter zum W V im HAVW.
Nach Gründung des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (WVHA) leitete Vogel von Anfang Februar 1942 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges das Amt W-V (Land-, Forst- und Fischwirtschaft) im WVHA.Jan Erik Schulte: Zwangsarbeit und Vernichtung: Das Wirtschaftsimperium der SS. Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933–1945. Paderborn 2001, S. 477.
Nach Kriegsende lebte Vogel, der juristisch nie belangt wurde, in Dornstetten.Jan Erik Schulte: Zwangsarbeit und Vernichtung: Das Wirtschaftsimperium der SS. Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933–1945. Paderborn 2001, S. 436.
Literatur Walter Naasner (Hrsg.): SS-Wirtschaft und SS-Verwaltung – Das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt und die unter seiner Dienstaufsicht stehenden wirtschaftlichen Unternehmungen (= Schriften des Bundesarchivs. Band 45a), Droste Verlag, Düsseldorf 1998, ISBN 3-7700-1603-3. Jan Erik Schulte: Zwangsarbeit und Vernichtung: Das Wirtschaftsimperium der SS. Oswald Pohl und das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt 1933–1945. Paderborn 2001, ISBN 3-506-78245-2.
Einzelnachweise
Kategorie:Beamter (Deutsches Reich) Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS Kategorie:SS-Mitglied Kategorie:Person (SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamt) Kategorie:Agrarwissenschaftler (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1901 Kategorie:Gestorben 1958 Kategorie:Mann