miniatur|hochkant|Fünfwundenkreuz an der Eschholzstraße in Freiburg im Breisgau
miniatur|hochkant|Tafel mit Inschrift zu den Jahren 1813–1814 Durch Fünfwundenkreuze wird im Freiburger Stadtteil Stühlinger eines besonderen historischen Ereignisses gedacht und im Stadtteil Herdern der Schutz Gottes erbeten.
Fünfwundenkreuz Stühlinger Das Kreuz von Fünfwundenkreuz-Typus besteht aus Holz dunkel lackiert und ist mit 5 Metallplaketten versehen, die die Wundmale Christi darstellen. Der Künstler, der das Kreuz schuf, ist unbekannt. Das Bild des Kopfes ist angelehnt an Darstellungen des Schweißtuchs der Veronika. Drei weitere Tafeln zeigen die Darstellung der an das Kreuz genagelten Hände und Füße. Eine weitere Tafel in der Mitte des Kreuzes stellt das Heiligste Herz Jesu dar. Am unteren Ende des Kreuzes hängt eine Plakette mit einer Inschrift unter einem Totenkopf und Gebeinen. Hinterlegt ist es mit einer Rautung mit Arabesken in Schlaggold auf Grün, und es ist überdacht.
Die Entstehung des Kreuzes lässt sich auf die Zeit um 1816 zurückführen.Ute Scherb: Wir bekommen die Denkmäler, die wir verdienen. Freiburger Monumente im 19. und 20. Jahrhundert. Freiburg 2005, ISBN 3-923272-31-6, S. 57. Es bestehen darüber hinaus auch Hinweise auf Bestattungen bereits um das Jahr 1680.Badischer Architekten- und Ingenieur-Verband: Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten. Freiburg 1898, S. 410. Eindeutig ist der Bezug zu den Jahren 1813–1814 durch den Text der unteren Tafel:
Im Rahmen der Befreiungskriege gegen Napoleon war Freiburg und seine Umgebung eine Durchgangsstation sowie eine Sammelstelle alliierter Truppen (v. a. Österreicher, Bayern und Württemberger sowie Russen). Schätzungsweise mussten mehr als 500.000 Soldaten versorgt werden. Als Folge der schlechten hygienischen Zustände kam es unter den Soldaten zum Ausbruch von Ruhr und Fleckfieber. Um eine weitere Verbreitung der Epidemie zu behindern, wurden im Bereich des heutigen Metzgergrün und des Gewann Eschholz Bestattungen in Massengräbern vorgenommen. Im Gedenken an die damaligen Opfer kam es vermutlich 1816 zur Stiftung des Kreuzes durch das Kloster Adelhausen.
Mit der sich nach Westen ausdehnenden Bebauung des Gebietes westlich der 1845 neu entstandenen Bahnlinie Offenburg – Basel begann die Geschichte von mehreren Versetzungen der Gedenkstätte an verschiedene Stellen im Stühlinger. Das Kreuz wurde zunehmend als störend empfunden. Als Folge dessen entsprang die Überlegung das Kreuz, das sich seinerzeit wahrscheinlich auf dem Grundstück des Unternehmens Brenzinger & Cie. befand, an die westliche Chorwand der neuen Herz-Jesu-Kirche zu versetzen. 1907 wurde das Kreuz gar als materiell und künstlerisch wertlos angesehen.So die Pfarrkuratie, nach Ute Scherb: Wir bekommen die Denkmäler, die wir verdienen. Freiburger Monumente im 19. und 20. Jahrhundert. S. 60. 1908 kam es zu einer geringfügigen Versetzung des Kreuzes. Im Jahr 1920 wurde es auf Kosten des Unternehmers Heinrich Brenzinger restauriert und 1925 nach einer weiteren Stiftung Brenzingers mit einem Betonsockel versehen. In der weiteren Zeit übernahm der Lokalverein Freiburg-Stühlinger die Unterhaltung des Kreuzes. In den fünfziger Jahren erfolgte die Versetzung an den heutigen Standort am Eingang der ehemaligen Kreispflegeanstalt, westlich der Eschholzstraße.
Fünfwundenkreuz Herdern miniatur|hochkant|Fünfwundenkreuz Herdern In der Richard-Strauß-Straße steht ein weiteres Fünfwundenkreuz mit der Aufschrift Die Gestaltung stimmt mit dem in der Eschholzstraße überein, wobei es hier keine gestalterische Anlehnung an das Schweißtuch der Veronika gibt.
Einzelnachweise
Kategorie:Denkmal in Baden-Württemberg Kategorie:Befreiungskriege Kategorie:Kultur (Freiburg im Breisgau) Kategorie:Passion (Bildende Kunst) Kategorie:Lokale Bauform Freiburg Kategorie:Erbaut in den 1810er Jahren Kategorie:Christentum in Freiburg im Breisgau Kategorie:Gedenkstätte der Koalitionskriege