Von Innen nach Außen ist das zweite Album des Mindener Rappers Curse und wurde am 1. Oktober 2001 über Jive Records veröffentlicht. Es ist bis heute eine der populärsten und erfolgreichsten Platten des Musikers.[Juice Magazin Special Issue „Rap in D 2“ März/April 2008, Curse Review S. 115]

Konzept und Produktion Von Innen nach Außen wird gemeinhin als Weiterentwicklung der Themenkomplexe seines Vorgängers Feuerwasser interpretiert. Das Juice Magazin beschrieb den inhaltlichen Fokus von Von Innen nach Außen mit „[…] Gedanken über zwischenmenschliche Beziehungen, soziale[n] Geschehnisse[n] und eben Hiphop […]“.[Juice Magazin Oktober 2001, Curse Review S. 135] Im Vergleich zu seinem Debüt behandeln die Texte über weite Strecken ähnliche, wenngleich vertiefendere Ansätze der von Michael Kurth erschaffenen Künstlerpersona Curse, was er selbst als Produkt seiner damaligen Lebensumstände und mit den Erfahrungen von einer zweimonatigen Reise durch Singapur, Neuseeland und Tonga erklärt.

Die Auseinandersetzung mit Liebesbeziehungen zu Frauen hatte Curse auf Feuerwasser durch Lieder wie Hassliebe oder Licht und Schatten bereits thematisiert, was auf Von Innen nach Außen in Liedern wie Lass uns doch Freunde sein, Vertrauen oder Viel leichter ebenfalls, jedoch in intensiverer Form behandelt wird.[Juice Magazin Oktober 2001, Curse Interview S. 52] Auch sozial- und Hiphop-kritische Akzente fanden auf diesem Album Fortsetzungen.

Bemerkenswert ist neben der damals bereits bekannten, extrem persönlichen Komponente in Curse Lyrik, eine Ausweitung seiner Themen auf Ironie. So veröffentlichte man mit den Tracks Warum nicht, Ich rap nicht mehr und vor allem Scheiß auf Curse ungewohnt viele offensichtlich ironisch-gemeinte Lieder auf einer Curse-Platte.[Juice Magazin Oktober 2001, Curse-Interview S. 52, Zitat: „Natürlich funktioniert so ein Song (Scheiß auf Curse) auch als Joke“] Dies ist gemeinhin als Reaktion auf die damalige Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu deuten, die Curse auch heute oft „extreme Ernsthaftigkeit“ vorwirft und ihn als einen „Fachmann für Beziehungsfragen“ tituliert.[Juice Magazin Oktober 2001, Curse Review S. 135, Zitat S. 54]

Die musikalische Gestaltung der Produzenten Sascha „Busy“ Bühren, Treyer/Sieben, Roey Marquis II., Hawkeye, Jaleel, Stieber Twins, DJ Feedback und Peer Bee orientierte sich abermals in seiner mit Drumcomputern programmierten Sample-Ästhetik, wie auch bei Feuerwasser, am Stil des Eastcoast-Hiphop, jedoch weitaus melodieorientierter als bisher.[allesreal.de (abgerufen am 6. Juni 2010)]

Mit einer Vielzahl von weiteren Gastmusikern wie den Rappern Kool Savas, Tone, Azad, Germany und vor allem den Sängern Samir, Youdon und Xavier Naidoo ist im Vergleich zum Vorgänger mehr Gesang auf der Platte zu hören. Ein Umstand, der in Curse musikalischer Entwicklung auf seinen späteren Alben eine immer größere Rolle spielt. (abgerufen am 6. Juni 2010)

Titelliste Denk an mich – 3:48 Soulmusic (feat. Xavier Naidoo) – 3:54 Lass uns doch Freunde sein – 3:36 Süssholz (Balsam für meine Seele) – 3:55 Warum nicht? – 3:39 So nicht (Acapella) – 1:24 Das Gegenmittel (feat. Kool Savas) – 4:05 Fibilude (feat. Youdon) – 2:20 Wüstenblume (feat. Youdon) – 5:21 Viel leichter – 4:10 Das wird schon – 4:12 Scheiss' auf Curse – 4:00 Keiner weiß (feat. Samir & Germany) – 3:41 Familie – 5:09 Cherubim (feat. Tone & Azad) – 3:03 Herztod – 2:11 Ich rap nicht mehr – 3:49 Vertrauen – 4:39 Verantwortung – 4:12 Schein heilig – 2:29

Singles Singleauskopplungen waren Lass uns doch Freunde sein/Denk an mich sowie Warum nicht? (als EP) zu denen auch Videoclips gedreht wurden. Hervorzuheben ist außerdem, dass anlässlich der damals aufkeimenden Debatte um die Rechtslage von MusiktauschbörsenFrank Patalong: Das Napster-Urteil: Gnadenfrist mit harschen Auflagen, Spiegel.de, vom 12. Februar 2001 (vor allem der damalige Marktführer Napster) Curse ungewöhnlicherweise auch zu seinem Interlude So nicht ein kurzes Video drehte.

Rezeption Das Juice Magazin vom Oktober 2001 gab Von Innen nach Aussen Fünf von Sechs Kronen, die zweithöchste Wertung der Redaktion. Der überwiegende Teil der Kritiker sahen in diesem Werk „[…] eine sehr gute Platte, die in den deutschsprachigen Hiphop-Haushalten nicht fehlen sollte.“[Juice Magazin Oktober 2001, Curse Review S. 135 Zeile 40 – 43] Der heute oftmals zitierte Vergleich mit dem amerikanischen Rapper Common wurde hier erstmals offenkundig zur Schau getragen. Sowohl die Juice-Redaktion sprach bei Von Innen nach Außen von „[…]Erinnerungen an das letzte Album von Common[…]“[Juice Magazin Oktober 2001, Curse Review S. 135 Zeile 19–20] als auch die Kritiker von laut.de eine Ähnlichkeit zum „Emcee Common [sic!]“ feststellten.laut.de Rezension des Albums (abgerufen am 6. Juni 2010) Dies basiert auch auf der thematischen, dennoch konzepttreuen Vielseitigkeit des Longplayers als „[…] Manifest für eine Rap-Platte, die einem in den verschiedenen Stimmungen zur Seite […]“ stünde.[Juice Magazin Special Issue „Rap in D 2“ März/April 2008, Curse Review S. 120] Für Kritiker und Fans gilt Von Innen nach Aussen als Platte, die „[…] im Genre ,Deutscher HipHop‘ neue Maßstäbe gesetzt hat […]“hip-hop.de (abgerufen am 6. Juni 2010) und zählt für viele seiner Hörer und laut Curse eigener Aussage zu den beliebtesten Alben seiner Diskografie.[Interview mit Curse auf Fett-MTV, Curse behauptet, dass „Von Innen Nach Außen“ das beliebteste Curse-Album gewesen sei][Juice Magazin Special Issue „Rap in D 2“ März/April 2008 S. 115 "Für viele […] war immer „Von Innen nach Außen“ DAS Curse-Album"]

Chartplatzierungen

Von Innen nach Aussen stieg in der ersten Woche auf Platz 9 der Media-Control-Charts ein, der bis heute höchste Neueinstieg eines Curse Albums. Die Platte stieg in der zweiten Woche auf Platz 26 ab und hielt sich insgesamt sieben Wochen in den Top 100, als letztes auf Platz 88 in der 48. Woche des Jahres 2001.

Einzelnachweise

Weblinks Website von Curse

Kategorie:Album (Hip-Hop) Kategorie:Album 2001 Kategorie:Curse