mini|Relozierung des 361 t schweren Vatikanischen Obelisken durch Domenico Fontana 1586; hier die Niederlegung. Die folgenden Tabellen listen die größten Monolithen der Welt nach ihrem Gewicht (in t) auf. Ein Monolith im Sinne dieser Liste ist ein von Menschenhand aus dem Mutterfels gelöster Stein, der aus einem einzigen Stück besteht.

Beschreibung Bei der Verwendung von Monumentalsteinen besteht die eigentliche technische Herausforderung im Transport vom Steinbruch und der Aufstellung am Bestimmungsort; dies legt eine Unterteilung in vier Kategorien nahe, nämlich in solche Monolithen, die unfertig im Steinbruch liegengelassen wurden →Monolithen im Steinbruch an ihren Zielort über Land und ggf. Wasser bewegt wurden →Transportierte Monolithen an ihrem Zielort in eine aufrechte Position gehievt wurden (Säulen usw.) →Aufgerichtete Monolithen an ihrem Zielort vertikal in die Höhe befördert wurden (Architrave usw.) →Emporgehievte Monolithen

Die beiden letztgenannten Operationen erfordern den Einsatz von Kränen, die im griechisch-römischen Kulturraum seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. nachweisbar sind.Coulton 1974, S. 7

Achtung: Die Gewichtsangaben beruhen praktisch nirgends auf Wägungen, sondern Schätzungen des Volumens und der Dichte des Steins (Gewicht = Volumen × Dichte). Erschwert wird die Ermittlung präziser Abmessungen häufig dadurch, dass die Monolithen mittlerweile zerbrochen sind, sich im verbauten Zustand befinden oder – wie etwa Kolossalstatuen – keine leicht kalkulierbare geometrische Form aufweisen. Zur Bestimmung der Gesteinsart werden normalerweise keine Gesteinsproben entnommen, sondern Standardwerte zugrunde gelegt (zum Beispiel 2,75 t/m³ für Marmor). Dies führt zu einer großen Streubreite an Gewichtsangaben in der Fachliteratur, so dass das Zahlenmaterial nur begrenzt belastbar ist und besser als Indikator der Größenordnung denn als genauer Wert aufgefasst werden sollte.

Monolithen im Steinbruch Diese Liste führt Monolithen auf, die im Steinbruch verblieben sind und an ihrer Unterseite zumeist nicht vollständig vom Muttergestein abgetrennt wurden. Bild Massein t Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung120px 1.650 Unbenannter Monolith II Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 19,6 m lang, 6,5 m breit, mind. 5,5 m hoch; erst 2014 entdeckt; liegt neben dem Stein der schwangeren Frau 150px|Neuentdeckter, noch unbenannter Monolith 1.242Ruprechtsberger 1999, S. 17 Unbenannter Monolith I Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 19,5–20,5 m lang, 4,34–4,56 m breit, 4,5 m hoch; erst in den 1990er Jahren entdeckt 150px|Unvollendeter Obelisk von Assuan 1.100Klemm & Klemm, 1993, S. 323f. Unvollendeter Obelisk Obelisk Assuan (Ägypten) Altes Ägypten 41,75 m lang, 2,5–4,4 m breit 150px|Stein des Südens 1.000Ruprechtsberger 1999, S. 15 Stein der schwangeren Frau (auch „Stein des Südens“) Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 20,31–20,76 m lang, 4–5,29 m breit, 4,21–4,32 m hoch 207Maxfield 2001, S. 158 N.N. Säulenschaft Mons Claudianus (Ägypten) Römisches Reich Ca. 17,7 m langScaife 1953, S. 37

Transportierte Monolithen Diese Liste führt Monolithen auf, die über Land und ggf. auch zu Wasser befördert wurden. Bild Massein t Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung 150px|Der Donnerstein, darauf das Reiterdenkmal Peters des Großen 1.250Adam 1977, S. 42–45 Donnerstein Felsblock Sankt Petersburg (Russland) Russisches Kaiserreich 6 km über Land gezogen, danach Schifftransport 150px|Kolossalstatue des Ramses II. 1.000Schulz; Seidel 1997, S. 193 Ramesseum Statue Theben (Ägypten) Altes Ägypten Fast 19 m hoch, roter Assuan-Granit, um 1260 v. Chr. 150px|Podium des Jupitertempels mit den Trilithos (obere Reihe) ∅ 800Adam 1977, S. 52 Trilith/Jupitertempel von Baalbek Bausteine, drei Baalbek (Libanon) Römisches Reich Podium des Jupitertempels 150px|Memnonkolosse ∅ 700Isler 2001, S. 236f. Memnonkolosse Statuen, zwei Theben (Ägypten) Altes Ägypten Die nördliche der beiden Statuen ist nach teilweisem Einsturz und Restauration in römischer Zeit aus mehreren Steinen zusammengesetzt. 120px|'Western Stone' 550–600 Klagestein/Klagemauer Baustein Jerusalem (Israel) Altes Israel 150px|'Stelenpark in Axum' 517 Große Stele von Aksum Stele Aksum (Äthiopien) Aksumitisches Reich Große Stele liegend (aufgerichtete Höhe 33 m) hinter der aus Italien 2005 zurückgeführten 25 m hohen Stele (Obelisk von Axum) 150px|Podium des Jupitertempels mit den 800-Tonnen Trilithos und den 350-Tonnen Steinen darunter ∅ 350 Jupitertempel von Baalbek Bausteine, sieben Baalbek (Libanon) Römisches Reich Podium des Jupitertempels, Steinlage unter den drei 800-Tonnen Trilithos 150px|Der heute zerbrochene Große Menhir 350Isler 2001, S. 236 Grand Menhir Megalith Locmariaquer (Frankreich) Megalithkultur Im 5. Jahrtausend v. Chr. errichtet 150px|Sacsayhuamán > 200 Sacsayhuamán Baustein Cusco (Peru) Inka Mauer in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut, der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wurde 20 km über Land transportiert

Kranbewegte Monolithen Diese Liste führt Monolithen auf, die über Land und ggf. auch zu Wasser befördert und an ihrem Bestimmungsort mit Kränen in ihre Schlussposition gebracht wurden.

Aufgerichtete Monolithen Monolithen, von denen man weiß oder vermutet, dass sie von Kränen in eine aufrechte Stellung gezogen wurden. Bild Massein t Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung 150px|Alexandersäule auf Palastplatz 600 Alexandersäule Säulenschaft Sankt Petersburg (Russland) Russisches Kaiserreich 1834 aufgestellt 150px|Vatikan-Obelisk 361Lancaster 1999, S. 428 Vatikanischer Obelisk Obelisk Rom (Italien) Papst Sixtus V.Letztmaliger Errichter Reloziert und aufgestellt von Domenico Fontana 1586 150px|Pompeiussäule 285Adam 1977, S. 50f. Pompeiussäule Säulenschaft Alexandria (Ägypten) Römisches Reich 297 n. Chr. errichtet

Emporgehievte Monolithen Monolithen, von denen man weiß oder vermutet, dass sie mit Kränen vom Boden frei in die Höhe gehievt wurden. Bild Massein t Höhein m Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung 150px|Mausoleum des Theoderich 230Heidenreich, Robert; Johannes, Heinz 1971, S. 63 Mausoleum des Theoderich Kuppeldach Ravenna (Italien) Ostgotenreich 108Coulton 1974, S. 19 19 Jupitertempel Gesimsblock Baalbek (Libanon) Römisches Reich 63 19 Jupitertempel Architrav-Friesblock Baalbek (Libanon) Römisches Reich 150px|Oberes Ende der Trajanssäule. Das Kapitell ist der auskragende, rechteckige Stein mit der Metallbrüstung, unweit der Spitze. 53,3Lancaster 1999, S. 419, 426 ≈34 Trajanssäule Kapitellblock Rom (Italien) Römisches Reich 113 n. Chr. geweiht

Siehe auch Liste antiker Monolithen

Anmerkungen

Einzelnachweise

Literatur Jean-Pierre Adam: À propos du trilithon de Baalbek: Le transport et la mise en oeuvre des mégalithes. In: Syria. Band 54, Nummer 1/2, 1977, S. 31–63 (Digitalisat). J. J. Coulton: Lifting in Early Greek Architecture. In: The Journal of Hellenic Studies. Band 94, 1974, S. 1–19. Robert Heidenreich, Heinz Johannes: Das Grabmal Theoderichs zu Ravenna. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1971. Martin Isler: Sticks, Stones, and Shadows. Building the Egyptian Pyramids. University of Oklahoma Press, 2001, ISBN 0-8061-3342-2. Rosemarie Klemm, Dietrich D. Klemm: Steine und Steinbrüche im Alten Ägypten. Springer, Berlin 1993, ISBN 3-540-54685-5. Lynne Lancaster: Building Trajan’s Column. In: American Journal of Archaeology. Band 103, Nummer 3, 1999, S. 419–439. Valerie A. Maxfield: Stone Quarrying in the Eastern Desert with Particular Reference to Mons Claudianus and Mons Porphyrites. In: David J. Mattingly, John Salmon (Hrsg.): Economies Beyond Agriculture in the Classical World (= Leicester-Nottingham Studies in Ancient Society. Band 9). Routledge, London 2001, ISBN 0-415-21253-7, S. 143–170. Erwin M. Ruprechtsberger, Karl Haslinger: Vom Steinbruch zum Jupitertempel von Heliopolis/Baalbek (Libanon) (= Linzer Archäologische Forschungen. Band 30). 1999, S. 7–56. C. H. O. Scaife: The Origin of Some Pantheon Columns. In: The Journal of Roman Studies. Band 43, 1953, S. 37. Regine Schulz, Matthias Seidel (Hrsg.): Ägypten. Die Welt der Pharaonen. Könemann, Köln 1997, ISBN 3-89508-541-3.

!grosste Monolith Monolith