Günter Haritz (* 16. Oktober 1948 in Heidelberg; † 29. Oktober 2025) war ein deutscher Radrennfahrer.
Sportlicher Werdegang Günter Haritz war Spezialist für die Mannschaftsverfolgung sowie für Sechstagerennen. Er gehörte zum „Gold-Vierer“ des Bundestrainers Gustav Kilian, der zweimal – 1970 und 1973 – die Weltmeisterschaft gewann sowie bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München die Goldmedaille in der Mannschaftsverfolgung errang (mit Jürgen Colombo, Udo Hempel, Günther Schumacher und Peter Vonhof). Als Amateur startete Haritz für den Verein „RSV Edelweiß Oberhausen“.
Nach dem zweiten WM-Sieg 1973 trat Haritz, genannt „der Blitz aus Leimen“, zu den Profis über. Zuvor hatte er bereits eine Reihe von Sechstagerennen für Amateure (so zweimal in Frankfurt am Main) gewonnen. In den folgenden Jahren startete er bei 83 Sechstagerennen, von denen er elf gewann.Roger de Maertelaere: Mannen van de Nacht, Eeklo 2000. S. 215. Sieben Rennen gewann er gemeinsam mit René Pijnen, zwei mit Dietrich Thurau sowie je eines mit Patrick Sercu und Bernard Thévenet. 1976 wurde er gemeinsam mit Pijnen Europameister im Zweier-Mannschaftsfahren.Die Europameisterschaften vor Gründung der „European Cycling Union“ (UEC) im Jahre 1995 gelten als inoffiziell, da sie bis zu diesem Zeitpunkt in der Regel Einladungsrennen waren, an der auch nach Nationen gemischte Mannschaften teilnehmen konnten. Insgesamt konnte er im Lauf seiner Karriere in vier Disziplinen (Straßenrennen, Omnium, Mannschaftsverfolgung und Zweier-Mannschaftsfahren) nationale Meistertitel gewinnen. 1975 siegte er bei den Derny-Europameisterschaften.
Günter Haritz fuhr auch erfolgreich Straßenrennen: 1974 wurde er deutscher Straßenmeister, 1975 belegte er den zweiten und 1976 den dritten Platz. Seine Einsätze bei den UCI-Straßenweltmeisterschaften verliefen dagegen weniger erfolgreich: 1973, 1974, 1975, 1977, 1978 und 1979 schied er aus.
Am 29. Oktober 2025 erlag Günter Haritz einem Krebsleiden. Er wurde 77 Jahre alt.
Diverses 1972 wurde Haritz mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.Sportbericht der Bundesregierung vom 29. September 1973 an den Bundestag - Drucksache 7/1040 - Seite 69. 1973 wurde er mit dem Vierer zur Mannschaft des Jahres gewählt. 1980 trat Haritz vom aktiven Radsport zurück. Anschließend betrieb er ein Fahrradgeschäft in Leimen. Er war Ehrenbürger seines Wohnortes.Liste der Ehrenbürger von Leimen.
Erfolge Meisterschaften 1970 Amateur-Weltmeister – Mannschaftsverfolgung (mit Peter Vonhof, Hans Lutz und Ernst Claußmeyer) 20px Deutscher Amateur-Meister – Omnium 1971 Amateur-Weltmeisterschaft – Mannschaftsverfolgung (mit Udo Hempel, Peter Vonhof und Jürgen Colombo) 1972 16px|Gold Olympiasieger – Mannschaftsverfolgung (mit Jürgen Colombo, Udo Hempel und Günther Schumacher) 20px Deutscher Amateur-Meister – Omnium, Zweier-Mannschaftsfahren (mit Rainer Erdmann) 1973 Amateur-Weltmeister – Mannschaftsverfolgung (mit Günther Schumacher, Peter Vonhof und Hans Lutz) 1974 20px Deutscher Meister – Straßenrennen 1975 Europameister – Dernyrennen 1976 Europameister – Zweier-Mannschaftsfahren (mit René Pijnen)
Sechstagerennen 1975 Frankfurt (mit René Pijnen) London (mit René Pijnen) München (mit René Pijnen) Münster (mit René Pijnen) Zürich (mit Patrick Sercu) 1976 Berlin (mit Dietrich Thurau) Bremen (mit René Pijnen) Frankfurt (mit Dietrich Thurau) Münster (mit René Pijnen) Grenoble (mit Bernard Thévenet) 1977 Köln (mit René Pijnen)
Literatur
Teams 1975–1977 TI-Raleigh 1978 Ijsboerke 1979–1980 Kondor
Weblinks
Website von Radsport Haritz
Einzelnachweise
Kategorie:Radsportler (Deutschland) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1972 Kategorie:Träger des Silbernen Lorbeerblattes Kategorie:Olympiasieger (Radsport) Kategorie:Weltmeister (Radsport) Kategorie:Europameister (Radsport) Kategorie:Deutscher Meister (Radsport) Kategorie:Bahnradfahrer Kategorie:Ehrenbürger von Leimen (Baden) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann