mini|Land Lippe (bis 1946) mini|Das lippische Wappen
Da es zunächst im Land Lippe keine Landkreise gab, bildeten die Ämter in Lippe die obere Verwaltungsstufe direkt unter der Landesverwaltung.
Amtsgemeinden Nach der Gemeindeverfassungsordnung vom 2. März 1841 wurden im Land Lippe Dorfgemeinden und Amtsgemeinden (auch Ämter genannt) unterschieden. Zur Bevölkerung der Amtsgemeinden gehörten zusätzlich zu den Bewohnern der Dorfgemeinden auch diejenigen der Domänen und adligen Güter. Die Städte Barntrup, Blomberg, Detmold, Horn, Lage, Lemgo und Salzuflen sowie der Flecken Schwalenberg waren amtsfrei.
Ämter Im 13. Jahrhundert entstanden in der Herrschaft Lippe die Amtsbezirke im ländlichen Raum um die landesherrlichen Burgen in Anlehnung an Gerichts- und Kirchspielgrenzen. Als Verwalter dienten Droste und Amtmänner. Der große Geldbedarf der Landesherren führte dazu, die Ämter an Gläubiger zu verpfänden. Das Amt Falkenberg war das erste Amt in der Edelherrschaft Lippe, zu dem mehrere Flecken, Orte ohne Stadtrecht, und Bauernschaften gehörten. Es reichte von Meinberg bis Oesterholz und zur Senne, es gehörten außerdem Berlebeck, Heiligenkirchen, Hornoldendorf, Schmedissen, Holzhausen und Fromhausen dazu. Das Schatzregister von 1390 zählte auch Hiddesen und Heidenoldendorf dazu. Der Hauptsitz war zunächst die Falkenburg. 1405 legten Simon III, Edelherr zur Lippe, Bernhard zur Lippe und Graf Hermann zu Everstein vertraglich fest, dass die Falkenburg und das Amt Falkenberg an Simon und Burg und Stadt Horn an Bernhard fiel. Danach bildeten die Kirchengemeinden Heiligenkirchen und Meinberg zusammen mit dem jenseits des Waldes gelegenen Oesterholz und die Senne das Amt Falkenberg. Um 1410 verpfändete Bernhard Falkenberg mit aller Herrlichkeit, Recht und Zubehör für eine Schuld von 4000 rheinische Gulden an Johann de Buck. Der Edelherr Simon V. zur Lippe (Regierungszeit 1511–1536) ersetzte die durch Pfand und Pachtrecht in die eigene Tasche wirtschaftenden Amtmänner durch Beamte als AmtmännerDie Lippische Kommunalverfassung von Staatsarchivoberamtsrat Herbert Stöwer, Detmold, Archivpflege in Westfalen und Lippe, Heft 08 1976 Kapitel I. Die lippische Kommunalverfassung, 1. Die Ämter S. 3, 4. Mit der Neuordnung der lippischen Ämter durch die Einsetzung der Beamten als Amtmänner wurde im 16. Jahrhundert der lippische Landdrost die Personalunion mit dem Drosten des Amtes Detmold hergestellt. 1523 wurde das Amt Falkenberg als Vogtei an das Amt Detmold angeschlossen als die Falkenburg aufgegeben wurde. Das Amt Detmold wurde in die Vogteien Detmold, Falkenberg, Lage, Heiden, Oerlinghausen und Schötmar unterteilt. Das Amt Detmold war das weitaus größte Amt in Lippe und umfasste den Westen Lippes. Die anderen Ämter waren Brake, Sternberg mit den Vogteien Humfeld, Bösingfeld und Exter, Vahrenholz mit den Vogteien Hohenhausen und Langholzhausen, Barntrup, Alverdissen, Schwalenberg, Horn mit der Vogtei Schlangen und Lipperode. Die Ämter Blomberg und Schieder und Alverdissen fielen 1647 an Schaumburg-Lippe. Die Vögte verwalteten die Vogteien als Unterteilung der Ämter. 1730 wurde die Vogtei Schötmar aus dem Amt Detmold ausgegliedert und zum Amt Schötmar erhoben. 1746 wurde die Vogtei Oerlinghausen aus dem Amt Detmold herausgelöst und zum Amt Oerlinghausen. Bei Aufteilung des schaumburg-lippischen Erbe 1789 wurden die Ämter Blomberg und Schieder neu aufgeteilt, das bisher wesentlich kleinere Amt Schieder wurde ungefähr gleich groß wie das Amt Blomberg. 1806 wurde das Amt Detmold in zwei Ämter aufgeteilt. Der Sitz des einen Amtes wurde 1823 nach Lage verlegt und hieß Amt Lage aus den Vogteien Lage und Heiden. Das verbleibende Amt Detmold bestand aus den Vogteien Detmold und Falkenberg. 1812 wurde das Pragialamt Alverdissen von der Linie des regierenden Fürsten von Schaumburg-Lippe zurück erworben. Es wurde mit den Ämtern Sternberg und Barntrup zum Amt Sternberg-Barntrup zusammengeschlossen. Mit der Gemeindeverfassung von 1841 erhielten die Amtsgemeinden die kommunale Selbstverwaltung. 1851 wurde aus dem Amt Vahrenholz das Amt Hohenhausen abgespaltenDie Lippische Kommunalverfassung, Herbert Stöwer, Detmold, Kapitel IV. Geschichte der räumlichen Verwaltungsgliederung, Heft Archivpflege in Westfalen und Lippe Heft 08 1976 S. 8.
Verwaltungsämter Die Amtsgemeinden wurden am 23. Juli 1879 zu Verwaltungsämtern zusammengeschlossen. Es waren dies die Verwaltungsämter Blomberg, Brake, Detmold, Lipperode-Cappel und Schötmar. Mit der Einführung der Verwaltungsämter wurde die Gerichtsbarkeit am 1. Oktober 1879 auf die 9 Amtsgerichte übertragen. Die Verwaltungsämter waren nur für die Verwaltung der Amtsgemeinden zuständig und wurden von einem Amtmann geleitetDie Lippische Kommunalverfassung von Herbert Stöwer, in Heft Archivpflege in Westfalen und Lippe, Heft 08 1976 Kapitel II. Die Entwicklung der lippischen Kommunalverfassung von 1841/43 - 1919, 1. Die Ämter 1841 -1907 S. 5, Kapitel IV. Geschichte der räumlichen Verwaltungsgliederung, S. 8.
Gliederung der Verwaltungsämter 1886 In den Verwaltungsämtern gab es 1886 die folgenden Ämter (früher Amtsgemeinden) mit den aufgelisteten amtsangehörigen Gemeinden:
Verwaltungsamt Blomberg
Amt Blomberg mit den Gemeinden Altendonop, Cappel, Dalborn, Eschenbruch, Großenmarpe, Istrup, Kirchendonop, Kleinenmarpe, Maspe und Mossenberg, den Rittergütern Altendonop, Burg Maspe, Lüdershof und Ober-Maspe, den Meiereien Blomberg und Siekholz sowie einem Teil des herrschaftlichen Forstes Siekholz
Amt Schieder mit den Gemeinden Belle, Billerbeck, Herrentrup, Höntrup, Obersiebenhöfen, Reelkirchen, Schieder, Tintrup, Wellentrup und Wöbbel, den Rittergütern Borkhausen, Freismissen, Gröpperhof, Reelkirchen und Wöbbel, der Meierei Schieder sowie einem Teil des herrschaftlichen Forstes Schieder
Amt Schwalenberg mit den Gemeinden Brakelsiek, Elbrinxen, Hummersen, Köterberg, Lothe, Niese, Rischenau, Ruensiek, Sabbenhausen und Wörderfeld, den Meiereien Biesterfeld, Falkenhagen und Schwalenberg, den herrschaftlichen Forsten Falkenhagen und Schwalenberg sowie Teilen der herrschaftlichen Forsten Schieder und Siekholz
Die Stadt Blomberg und der Flecken Schwalenberg waren amtsfrei. (1906 erhielt Schwalenberg die Bezeichnung Stadt.)
Verwaltungsamt Brake
Amt Brake mit den Gemeinden Brake, Entrup, Hasebeck, Hillentrup, Kluckhof, Leese, Lieme, Loßbruch, Lüerdissen, Lütte, Sommersell, Wendlinghausen und Wiembeck, dem Rittergut Wendlinghausen, der Meierei Brake sowie Teilen der herrschaftlichen Forsten Diestelbruch-Bexten, Sternberg und Varenholz
Amt Hohenhausen mit den Gemeinden Asendorf, Bavenhausen, Bentorf, Brosen, Brüntorf, Henstorf, Hohenhausen, Lüdenhausen, Matorf, Osterhagen, Talle, Welstorf und Westorf, dem Rittergut Niederntalle, der Meierei Breda sowie einem Teil des herrschaftlichen Forstes Varenholz
Amt Sternberg mit den Gemeinden Alverdissen, Asmissen, Bega, Bösingfeld, Bremke, Göstrup, Humfeld, Laßbruch, Nalhof, Rott, Schönhagen, Schwelentrup und Sonneborn, den Rittergütern Barntrup, Mönchshof, Ullenhausen und Wierborn, den Meiereien Alverdissen, Barntrup, Dorotheenthal, Göttentrup, Oelentrup und Vallentrup sowie Teilen der herrschaftlichen Forste Sternberg und Varenholz
Amt Varenholz mit den Gemeinden Almena, Calldorf, Erder, Heidelbeck, Langenholzhausen, Silixen, Stemmen und Varenholz, den Meiereien Heidelbeck, Hellinghausen und Varenholz und einem Teil des herrschaftlichen Forstes Varenholz
Die Städte Barntrup und Lemgo waren amtsfrei.
Verwaltungsamt Detmold
Amt Detmold mit den Gemeinden Barkhausen, Berlebeck, Brokhausen, Fromhausen, Hakedahl, Haustenbeck, Heidenoldendorf, Heiligenkirchen, Hiddesen, Hornoldendorf, Leistrup-Meiersfeld, Mosebeck, Niederschönhagen, Oberschönhagen, Remmighausen, Schmedissen, Schönemark, Spork und Vahlhausen, den Rittergütern Braunenbruch, Herberhausen und Hornoldendorf, den Meiereien Johanettenthal und Lopshorn sowie Teilen der herrschaftlichen Forsten Berlebeck, Diestelbruch-Bexten, Kohlstädt-Horn und Lopshorn
Amt Horn mit den Gemeinden Bellenberg-Vahlhausen, Brüntrup, Grevenhagen, Heesten, Holzhausen, Kohlstädt, Leopoldsthal, Meinberg, Schlangen, Veldrom und Wehren, dem Rittergut Küterbrock, den Meiereien Oesterholz und Veldrom sowie Teilen der herrschaftlichen Forsten Berlebeck, Diestelbruch-Bexten und Kohlstädt-Horn
Amt Lage mit den Gemeinden Augustdorf, Bentrup, Billinghausen, Dehlentrup, Ehrentrup, Hagen, Hardissen, Hedderhagen, Heiden, Heßloh, Hörste, Hörstmar, Jerxen, Müssen, Nienhagen, Niewald, Oettern-Bremke, Ohrsen, Pivitsheide Vogtei Heiden, Pivitsheide Vogtei Lage, Pottenhausen, Trophagen, Waddenhausen und Wissentrup, dem Rittergut Iggenhausen und Schackenburg, der Meierei Büllinghausen sowie einem Teil des herrschaftlichen Forstes Lopshorn
Die Städte Detmold, Horn und Lage waren amtsfrei.
Verwaltungsamt Lipperode-Cappel
Amt Lipperode mit den Gemeinden Lipperode und Cappel sowie dem Stift Cappel
Verwaltungsamt Schötmar
Amt Oerlinghausen mit den Gemeinden Asemissen, Bechterdissen, Greste, Hovedissen, Mackenbruch, Oerlinghausen, Senne, Währentrup und Wellentrup, den Rittergütern Eckendorf, Hovedissen und Niederbarkhausen, der Meierei Dahlhausen sowie einem Teil des herrschaftlichen Forstes Diestelbruch-Bexten
Amt Schötmar mit den Gemeinden Bexterhagen, Biemsen-Ahmsen, Ehrsen-Breden, Grastrup-Hölsen, Holzhausen, Lockhausen, Vinnen und Uebentrup, Nienhagen, Oberwüsten, Retzen-Papenhausen, Schötmar, Unterwüsten, Werl-Aspe und Wülfer-Bexten, den Rittergütern Papenhausen, Schötmar, Steinbeck und Rittergut Sylbach, den Meiereien Bexten, Biemsen-Stuckenbrock, Heerse und Uebbentrup sowie einem Teil des herrschaftlichen Forstes Diestelbruch-Bexten
Die Stadt Salzuflen war amtsfrei.
Gemeindegebietsreformen mit der Änderung von Amtsgrenzen
1930 wird die Meierei Lopshorn, Amt Detmold, Verwaltungsamt Detmold, in die Gemeinde Augustdorf, Amt Lage, Verwaltungsamt Detmold, eingegliedert.
innerhalb eines Amtes
Am 1. Oktober 1919 wird das Rittergut Schötmar in die Gemeinde Schötmar innerhalb des Amtes Schötmar, Verwaltungsamt Schötmar, eingegliedert. Am 1. April 1920 wird die Gemeinde Borkhausen durch Zusammenschluss der Rittergüter Borkhausen und Freismissen, Amt Schieder, Verwaltungsamt Blomberg, neu gebildet. Am 1. Mai 1920 wird die Meierei Heerse in die Gemeinde Schötmar innerhalb des Amtes Schötmar, Verwaltungsamt Schötmar, eingegliedert. Am 1. April 1921 wird die Gemeinde Oesterholz aus der Meierei Oesterholz und Teilen der Gemeinden Kohlstädt und Schlangen innerhalb des Amtes Horn, Verwaltungsamt Detmold, neu gebildet. Ebenfalls am 1. April 1921 wird die Gemeinde Bellenberg-Vahlhausen aufgelöst. Ihr Gebiet wird auf die Gemeinden Bellenberg und VahlhausenII bei Horn aufgeteilt. Am 1. Juli 1921 wird das Rittergut Papenhausen in die Gemeinde Retzen-Papenhausen eingegliedert. Am 1. September 1921 wird die Gemeinde Falkenhagen aus der Meierei Falkenhagen und Teilen der Gemeinden Rischenau und Sabbenhausen, Amt Schwalenberg, Verwaltungsamt Blomberg, neu gebildet. Ebenfalls am 1. September 1921 wird die Gemeinde Schuckenbaum aus den Rittergütern Eckendorf und Hovedissen und der Gemeinde Hovedissen, Amt Oerlinghausen, Verwaltungsamt Schötmar, neu gebildet. Am 1. April 1922 wird die Gemeinde Siekholz aus der Meierei Siekholz und Teilen der Gemeinde Eschenbruch innerhalb des Amtes Blomberg, Verwaltungsamt Blomberg, neu gebildet. Am 1. März 1923 wird die Gemeinde Retzen-Papenhausen aufgelöst. Ihr Gebiet wird auf die Gemeinden Papenhausen und Retzen aufgeteilt.
Amtsfreiheit
Am 1. April 1921 erhielt Schötmar, bisher Amt Schötmar, die Bezeichnung Stadt und schied damit aus dem Amtsverband aus. Am 1. April 1926 erhielt Oerlinghausen, bisher Amt Oerlinghausen, Verwaltungsamt Schötmar, die Bezeichnung Stadt und schied aus dem Amtsverband aus.
Amtsfreie Städte