mini|Siegel des Bischofs Konrad II. Konrad Bayer von Boppard (* in Château-Bréhain; † 20. April 1459 in Metz; Alternativschreibweise: Konrad Beyer von Boppard) war als Konrad II. von 1416 bis 1459 Bischof von Metz.
Herkunft Konrad entstammt der Familie der Bayer von Boppard, die Reichsschultheißen von Boppard waren und nach der Verpfändung Boppards an das Erzbistum Trier 1331 zu erblichen Burggrafen des Königshofs von Boppard wurden. Ein Zweig der Familie erwarb die lothringische Herrschaft Château-Bréhain. Er war der Sohn von Conrad Bayer von Boppard, Herr von Château-Bréhain und der Marie de Parroye. Der Metzer Bischof Dietrich Bayer von Boppard war sein Großonkel. Der Trierer Erzbischof Jakob I. von Sierck war sein Neffe.
Bischof von Metz Konrad Bayer von Boppard war zunächst war er Kanoniker von Verdun und Metz und wurde 1411 zum Primicerius des Metzer Domkapitels. Er verfügte über eine juristische Ausbildung als Bakkalaureus decretorum. Ein reich ausgestattetes Sammelmanuskript zum kanonischen Recht aus seinem Besitz hat sich in der Stadtbibliothek Metz erhalten. Seine Erhebung zum Bischof von Metz erfolgte 1415 durch Papst Johannes XXIII. als Nachfolger von Raoul de Coucy, der Bischof von Noyon wurde.
Während seiner langen Amtszeit bemühte sich Konrad II. um die Konsolidierung und Rückgewinnung der verpfändeten Besitzungen des Bistums Metz und spielte zugleich eine aktive Rolle in der lothringischen Politik. So verbündete er sich im Jahr 1415 mit Ludwig, Herzog von Bar, gegen marodierende Söldnerscharen. Im Jahr 1422 schloss er ein Bündnis mit Herzog Karl II. von Lothringen. Im Konflikt um die Nachfolge Karls in Lothringen stand er auf der Seite von Karls Schwiegersohn René I. von Anjou gegen Antoine von Vaudémont, in deren Verlauf er während der Schlacht von Bulgnéville 1431 in Gefangenschaft geriet und erst 1432 gegen Lösegeld freikam. Nach seiner Freilassung setzte er sich mit großem diplomatischem und finanziellem Aufwand für die Freilassung Renés von Anjou ein. In den folgenden Jahren trat er wiederholt als Bündnispartner des lothringischen Herzogs und anderer Reichsfürsten auf, nahm 1434 am Konzil von Basel teil und verwaltete zeitweise die lothringischen Besitzungen Renés.
Unter seiner Regierung wurden auch bauliche Maßnahmen wie der Ausbau des Schlosses Moyen im Jahr 1444 vorangetrieben, und er bemühte sich um eine Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse, unter anderem durch eine Romreise im Jubiläumsjahr 1450 und durch die Erwirkung einer päpstlichen Bulle von Papst Nikolaus V. zur Regelung der Bischofswahl im Sinne des Wiener Konkordats. Außerdem erwirkte er die Einbindung seines Neffen Jakob I. von Sierck als Koadjutor. Nach Jakobs Tod 1456 wurde Georg von Baden, der Konrad nach dessen Tod 1459 als Bischof von Metz folgte, Koadjutor.
Am 31. März 1459 zog der kranke Bischof Konrad Bayer von Boppard in das Haus La Haute-Pierre in Metz in der Nähe der Kathedrale. Dort verfasste er sein Testament und starb am 20. April. Konrad wurde wie Dietrich Bayer von Boppard in der Sakramentskapelle der Kathedrale von Metz beigesetzt. Sein Grabmal war bis zur Französischen Revolution erhalten.
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Einzelnachweise
Konrad 02 Kategorie:Römisch-katholischer Bischof (15. Jahrhundert) Kategorie:Geboren im 14. oder 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1459 Kategorie:Mann