mini|hochkant=1.3|Der siegreiche Audi R8 von Frank Biela, Emanuele Pirro und Tom Kristensen im Regen mini|hochkant=1.3|Der ausgefallene Audi R8 von Johnny Herbert, Didier Theys und Ralf Kelleners mini|hochkant=1.3|Der drittplatzierte Bentley EXP Speed von Andy Wallace, Butch Leitzinger und Eric van de Poele mini|hochkant=1.3|Boxenstopp beim Cadillac Northstar LMP mit der Startnummer 6 mini|hochkant=1.3|Langer Vorderwagen für den 7-Liter-Chevrolet-Motor: Callaway C12-R Das 69. 24-Stunden-Rennen von Le Mans, der 69e Grand Prix d’Endurance les 24 Heures du Mans, auch 24 Heures du Mans, Circuit de la Sarthe, Le Mans, fand vom 16. bis 17. Juni 2001 auf dem Circuit des 24 Heures statt.

Das Rennen

Vor dem Rennen

Das größte Interesse beim Fachpublikum und den vielen Tausenden britischen Zuschauern war die Rückkehr von Bentley nach Le Mans. Der britische Produzent von Luxusfahrzeugen gehörte seit 1998 zum Volkswagen-Konzern und hatte in den 1920er- und frühen 1930er-Jahren mit den Bentley Boys am Steuer dominiert. Den ersten Sieg gab es 1927 durch Dudley Benjafield und Sammy Davis in einem Bentley Super Sport. Den letzten Erfolg feierten 1939 Woolf Barnato und Glen Kidston im Bentley Speed Six Old Number One nach einem langen Zweikampf gegen Rudolf Caracciola und Christian Werner im Mercedes-Benz SS.

Der Bentley EXP 8 war ein nach dem Reglement des Automobile Club de l’Ouest (ACO) gebauter Rennwagen der Prototypenklasse LMGTP die 2001 wieder zugelassen war. Unter Leitung von Chefkonstrukteur Peter Elleray wurde der Wagen aus den Plänen und dem verfügbaren Modell des Audi R8C weiterentwickelt, einer geschlossenen Variante des Audi R8, die nur einmal, 1999, zu einem Renneinsatz gekommen war und die Audi wieder fallen gelassen hatte. Der Wagen wurde bei RTN (Racing Technology Norfolk) entwickelt und gebaut. Erstes Antriebsaggregat war 2001 der turbogeladene 3,6-Liter-V8-Motor des R8 von Konzernschwester Audi. Das Sechsganggetriebe hingegen entwickelte XTrac eigens für dieses Fahrzeug. Im Gegensatz zu Audi, die mit Michelin-Reifen fuhren, entschied sich Bentley für Rennreifen von Dunlop. Gefahren wurde der Wagen von Andy Wallace, Butch Leitzinger, Eric van de Poele, Martin Brundle, Stéphane Ortelli und Guy Smith.

Eine weitere Neuentwicklung war der Dallara SP1. Nach dem Ende der Entwicklung der Chrysler Viper GTS-R suchte die Teamführung von ORECA ein brauchbares Rennfahrzeug. ORECA war damals ein Rennteam und noch kein Hersteller. Dallara hatte zu dieser Zeit mit der Entwicklung eines Sportwagenchassis begonnen, dem SP1. Dieses Fahrzeug schien passend und ORECA und Dallara entwickelten das Rennfahrzeug gemeinsam fertig. Die Fahrzeuge erhielten die Bezeichnung Chrysler LMP und gingen 2001 mit einem 6-Liter-V8-Motor der Chrysler-Tochter-Mopar in an den Start.

Weitere neue Wagen war der Dome S101 und der MG-Lola EX257. Als man bei MG eine Möglichkeit sah, mit einem serienbasierten Motor in der LMP675-Klasse mitmischen zu können, beschloss die Geschäftsleitung, sich in der neuen Klasse mit Hilfe von Lola Cars International zu engagieren. Lola hatte im Jahr 2000 bereits zwei Rennwagen, den B2K/10 und den B2K/40, gebaut, aber diese entsprachen nicht dem neuen LMP675-Reglement. Lola musste daher einen komplett neuen Prototyp mit geringerem Gewicht und einem kleineren Motor nach LMP675-Vorschrift bauen. Da der B2K/40 diesen neuen Regeln eher entsprach, wurden von ihm viele Details für das neue Auto übernommen, das Lola B01/60 taufte. Die Konstruktion der vorderen Kotflügel des B01/60 entsprach fast der des B2K/40, aber die leicht angehobene Nase des Wagens war ganz anders ausgelegt und besaß eine große, quadratische Airbox, die wie ein MG-Kühlergrill gestaltet war. Auch die Seitenkästen waren ganz anders gestaltet und hatten fließende Linien, um die Aerodynamik innen und außen am Auto zu verbessern. Eine große, einzelne Luftansaugöffnung war oben am Fahrzeug etwas seitlich vom Cockpit angebracht und beherbergte den Ansaugstutzen des Turboladers. Wie beim Audi R8 stand ein einzelner Überrollbügel hinter dem Fahrer, anstatt die komplette Cockpitbreite einzunehmen. Hinten war der Luftleitflügel niedrig am Fahrwerk montiert, um die erreichbare Höchstgeschwindigkeit zu steigern. Schließlich war der EX257 sehr leicht und erreichte bei seiner Vorstellung nur ein Gewicht von 690 kg (675 kg war das reguläre Mindestgewicht). Als Fahrer wurden Julian Bailey, Mark Blundell, Kevin McGarrity, Anthony Reid, Warren Hughes und Jonny Kane verpflichtet.

Favoriten auf den Gesamtsieg waren auch 2001 die von Joest Racing betreuten Audi R8.

Der Rennverlauf

Das Rennen 2001 war vor allem von einem geprägt, dem schlechten Wetter. Es regnete fast durchgehend und zwischendurch stand so viel Wasser auf der Straße, dass die Rennleitung die Safety Cars auf die Strecke schicken musste. Die Elektronik der Fahrzeuge litt und fast alle Fahrer sprachen von den schlimmsten Fahrverhältnissen, die sie jemals vorgefunden hatten.

Zu Beginn sah es nach einem spannenden Rennverlauf aus, obwohl die Fahrer wegen der widrigen Verhältnisse Zweikämpfe auf der Strecke mieden. Nach einer Stunde zeigte sich ein ungewöhnliches Klassement. In Führung lag Martin Brundle im Bentley, vor Klaus Graf im Panoz LMP07 (der wenig später sogar kurz in Führung lag), dem besten Audi mit Frank Biela am Steuer, dem Dome von John Nielsen und dem Courage C60 mit Sébastien Bourdais am Steuer. Der MG mit der Nummer 33 kam bis an die dritte Stelle vor und konnte im Regen das Tempo der LMP900-Wagen problemlos mitgehen.

Über die Distanz war die Audi R8 jedoch nicht zu schlagen. Trotz des offenen Spyders kam das Team um Wolfgang Ullrich und Reinhold Joest mit den widrigen Umständen am besten zurecht und feierte am Ende einen Doppelsieg, bei dem die Vorjahressieger Frank Biela, Emanuele Pirro und Tom Kristensen den Triumph wiederholen konnten. Der drittplatzierte Bentley hatte bereits einen Rückstand von 15 Runden. Die zum zweiten Mal eingesetzten Cadillac Northstar LMP waren erneut chancenlos. Der einzige Wagen im Ziel hatte 51 Runden Rückstand auf den Siegerwagen.

In der LMP675 gab es nach dem Ausfall der MG einen Klassensieg für VW als Motorenlieferant der Reynard 2KQ. In der GTS-Klasse siegte Chevrolet mit der Corvette C5-R. Die größte Überraschung war der Porsche 911 GT3-RS von Luca Drudi, Gabrio Rosa und Fabio Babini, der nicht nur die GT-Klasse gewann, sondern das Rennen an der sechsten Stelle der Gesamtwertung beendete.

Ergebnisse

Piloten nach Nationen

44 Franzosen 21 Briten 16 US-Amerikaner 10 Belgier 8 Japaner 7 Italiener 5 Deutsche 4 Dänen 4 Kanadier 4 Niederländer 3 Portugiesen 3 Schweizer 3 Südafrikaner 2 Südafrikaner 2 Schweden 1 Australier 1 Ire 1 Finne 1 Marokkaner 1 Monegasse 1 Neuseeländer 1 Spanier 1 Venezolaner

Schlussklassement