Brixlegg ist eine Marktgemeinde (seit 1927) mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Kufstein des Bundeslandes Tirol, Österreich. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Rattenberg.
Geografie Die Gemeinde Brixlegg liegt im Tiroler Unterinntal am Eingang des Alpbachtals. Sie stellt eine der ältesten Siedlungsräume des Unterinntals dar. Brixlegg ist über die Inntalautobahn A 12 und die Unterinntalbahn mit S-Bahn-Anschluss erreichbar (siehe Bahnhof Brixlegg). Zum Gemeindegebiet gehören die Siedlungen in der Talsohle Brixlegg und Mehrn sowie die Hänge auf der rechten Seite des Zimmermoosbachs.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Brixlegg () Mehrn () Zimmermoos ()
Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Brixlegg und Zimmermoos.
Nachbargemeinden
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung als Prisslech stammt aus der Notitia Arnonis von 788–790, einem Güterverzeichnis des Salzburger Erzbischofs Arn. Davon ist eine Abschrift aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erhalten, das Original ging verloren. Die betreffende Stelle lautet: (‚Im Gau, der «Zwischen den Tälern» genannt wird: in Radfeld eine Kirche mit Landbesitz, in Brixlegg ebenso‘).Fritz Lošek: Notitia Arnonis und Breves Notitiae. In: Herwig Wolfram (Hrsg.): Quellen zur Salzburger Frühgeschichte. Wien 2006, S. 9–178. Der ‚Zwischentalgau‘ entspricht etwa dem heutigen Unterinntal.
Der Ortsname kommt vom keltischen *brig-s-, was ‚Anhöhe‘ bedeutet.
Zur Blütezeit des Kupfererzabbaus stand hier das größte Schmelzhüttenwerk Tirols (landesfürstliche Schmelzhütte, heute Montanwerke).
Im Zweiten Weltkrieg wurde das Ortsbild weitgehend durch Bombardierungen zerstört. Auch die circa 150 m lange Eisenbahnbrücke war Ziel mehrerer Bombenabwürfe und wurde letztlich gesprengt. 1948 wurde sie wieder errichtet. Erhalten geblieben sind die Ansitze Grasegg und Lanegg und das Kupferschmiedhaus aus dem 17. Jahrhundert.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche Unsere Liebe Frau Vermählung mini|hochkant|Filialkirche Bad Mehrn Bauwerke
Pfarrkirche Unserer Lieben Frau Vermählung mit der Friedhofskapelle und den Friedhofsarkaden im Ort Filialkirche Hl. Bartholomäus mit der darunter liegenden Mehrner Heilquelle in Bad Mehrn Kapelle Mariahilf, auch Maria im Grünwald, östlich auf einem Hügel Kapelle auf dem Mühlbichl Schwarzenbergkapelle in Zimmermoos Wolfenkapelle Schloss Lanegg Speicherkasten am Innufer Ehemaliger PestfriedhofDehio Tirol 1980 Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseum – widmet sich der historischen Bergbautradition
Vereine Die Sportschützen, mit einer eigenen Anlage in Mehrn Schützenkompanie Brixlegg SPG Brixlegg/Rattenberg/Reith, Fußballclub SPG Brixlegg/Rattenberg/Reith Landjugend Jungbauernschaft Brixlegg Offroadclub, Club 4x4-Tirol – Offroadvereinigung Skatervereinigung, Skate & Board-Club 31 Tennisclub Brixlegg Tiroler Bergbau- und Hüttenmuseum Brixlegg SV Brixlegg (Zweigvereine z. B. Eisstockschießen, Leichtathletik) Marktmusikkapelle Brixlegg Schiclub Brixlegg Tiroler Wassersportverein Brixlegg
Wirtschaft und Infrastruktur mini|hochkant|Brixlegg bei Nacht – Blick Richtung Westen
Unternehmen Die aus dem Schmelzhüttenwerk hervorgegangenen Montanwerke Brixlegg sind heute die einzige Kupferhütte Österreichs und ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Durch verschiedene Maßnahmen konnten die Emissionen durch das Werk Ende des 20. Jahrhunderts beträchtlich gesenkt werden. Heute wird hier kein Kupfer mehr abgebaut, sondern Altkupfer aufgearbeitet.
In den 1980er Jahren fielen die Montanwerke Brixlegg durch stark erhöhte PCDD-Belastungen in der Umgebung des Betriebes und in den Körpern einiger Anwohner negativ auf. Es wurden teilweise Luftkonzentrationen von 2,56 Picogramm pro Kubikmeter Atemluft in der Nähe des Betriebsgeländes gemessen. Die Kontamination der Umgebung wurde direkt mit den Montanwerken Brixlegg in Verbindung gebracht.Spiegel: Jedes Feuerle abgerufen am 4. August 2019dip21.bundestag.de: Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage des Abgeordneten Dr. Klaus-Dieter Feige (1994) abgerufen am 4. August 2019
Weitere Arbeitgeber sind die Textilindustrie (Giesswein), Abfüllung von natürlichem Mineralwasser und Erzeugung von alkoholfreien Getränken (Silberquelle) und der Tourismus (Schwerpunkt im Winter) im Einzugsgebiet der Schigebiete Kramsach und Alpbach. Die heilkräftige Schwefelquelle Bad Mehrn wird für Therapiezwecke genutzt.
Sport International bekannt ist Brixlegg vor allem in der Skateboard-Szene, da sich in Brixlegg ein Cradle Skatepark befindet, dessen Bauweise in Europa einzigartig ist. Das herausragendste Merkmal des Parks ist der namensgebende Cradle (eine Art halbe Kugel aus Beton, in welcher Skateboarder durch die Fliehkraft fast kopfüber fahren können).
Politik Gemeinderat Sitzverteilung im Gemeinderat nach den Wahlen
Gemeinderatswahlen in Tirol 1998: GBL 5, ÖVP 5, FPÖ 3, SPÖ 2. Gemeinderatswahlen in Tirol 2004: ÖVP 8, GBL 4, SPÖ 2, FPÖ 1. Gemeinderatswahlen in Tirol 2010: ÖVP 9, FPÖ 4, SPÖ 2. Gemeinderatswahlen in Tirol 2016: ÖVP 9, FPÖ 4, PGB 2. Gemeinderatswahlen in Tirol 2022: LDB 8, GUP 3, WFB 2, MFG 2.
Bürgermeister
bis 1988 Ernst Gschösser seit 1988 Rudolf Puecher (ÖVP)
Städtepartnerschaften Brixlegg unterhält eine Partnerschaft mit Aichach in Schwaben, dem Geburtsort von Ludwig Steub und seit 1982 mit Matzen-Raggendorf in Niederösterreich.
Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Michael Mayr (1650–1725), Bildhauer Joseph Maria Anton Brassier de Saint-Simon-Vallade (1798–1872), preußischer Diplomat Anton Geppert (1829–1890), Architekt Alois Außerer (1876–1950), Priester und Dramatiker Franz Josef Messner (1896–1945), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Generaldirektor der Semperit AG Edgar M. Foltin (1897–1974), Rechtswissenschaftler Rudolf Marsoner (1899–1928), Archivar und Historiker Hias Rebitsch (1911–1990), Alpinist Peter Schneider (1919–1965), Bildhauer Karl Ganzer (1920–1988), Komponist des Kufsteinlieds Werner Lindinger (1944–2001), Physiker Karlheinz Töchterle (* 1949), ehemaliger österreichischer Bundesminister für Wissenschaft und Forschung Gertrud Gasteiger (* 1959), Skilangläuferin Ursula Schattner-Rieser (* 1966), Altorientalistin und Judaistin Robert Rebitsch (* 1968), Historiker Stephan Eberharter (* 1969), Skirennläufer und Olympiasieger Paul Lorenz (* 1969), Komponist, Dirigent und Musikproduzent Ulrike Müller (* 1971), bildende Künstlerin und Dozentin
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben oder hier wohnten Leo Slezak (* 18. August 1873 in Mährisch-Schönberg, Österreich-Ungarn; † 1. Juni 1946 in Rottach-Egern, Amerikanische Besatzungszone), bedeutender Tenor und Schauspieler, half mit einem Benefizkonzert für die Hochwassergeschädigten 1908, die Gemeinde dankte es mit der Ehrenbürgerwürde Gottlieb von Zötl (1800–1852), Forstmeister von 1831 bis 1837
Weblinks
Website der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Kurort in Tirol
Kategorie:Ort am Inn Kategorie:Kitzbüheler Alpen Kategorie:Ersterwähnung 788