Papiermühle (fränkisch: Babiea-milE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 152. Dort folgendermaßen transkribiert: „babīəʳmil“.) auch Stiftsmühle genannt (da sie dem Stiftsamt Ansbach unterstand), ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Papiermühle liegt in der Gemarkung Weihenzell.

Geografie Die Einöde liegt an der Rippach. Im Südosten liegt die Flur Eckertsleiten. Die Papiermühle bildet mit Weihenzell eine geschlossene Siedlung. Ein Anliegerweg führt zur Kreisstraße AN 10 (0,1 km südwestlich), die zur Ortsmitte von Weihenzell (0,6 km nordwestlich) bzw. an der Stein- und Fessenmühle vorbei nach Frankendorf verläuft (2,5 km östlich).

Geschichte Der Ort wurde 1587 als „Kleinmühle“ erstmals urkundlich erwähnt, wobei der Ortsname eine Eigenschaft der Mühle angibt, durch die sie von anderen in dieser Gegend bestehenden Mühlen unterschieden werden kann. 1705 gelangte sie in Besitz des Markgrafentums Ansbach und wurde zur Herstellung von Papier betrieben. Sie wurde später an den Hofseiler Justus Pflaum verkauft.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 152 f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Papiermühle zur Realgemeinde Weihenzell. Sie hatte das brandenburg-ansbachische Stiftsamt Ansbach als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Papiermühle bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 33 und 34 des Ortes Weihenzell.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 925. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Papiermühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weihenzell und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Weihenzell zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961.

Baudenkmal Haus Nr. 4: ehemalige Mühle, zweigeschossiger, massiver Mansarddachbau, 18. Jahrhundert; massives zweigeschossiges Nebengebäude, Halbwalm, 18. Jh.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 5 7 8 14 12 9 17 12 5 4 25 23 22 25HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 3 1 2 2 1 1 3 1 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.

Religion Papiermühle ist evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Weihenzell Kategorie:Ersterwähnung 1587