Bieg () ist ein Gemeindeteil des Marktes Colmberg im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Bieg liegt in der Gemarkung Frommetsfelden.
Geografie Durch das Dorf fließt der Kreuthbach, ein rechter Zufluss der Altmühl. Der Ödenbach mündet beim Ort als linker Zufluss in den Kreuthbach. Im Süden liegt das Hoffeld, etwa einen Kilometer westlich liegen das Lachfeld und das Hartholz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Frommetsfelden (1,5 km südlich) bzw. zur Staatsstraße 2250 (1,4 km nördlich), die an Unterfelden (0,8 km östlich) vorbei nach Colmberg bzw. an Geslau (3,2 km westlich) und Neusitz vorbei nach Rothenburg verläuft. Ein landwirtschaftlicher Verkehrsweg führt nach Dornhausen (2,3 km westlich).
Geschichte Von alters her gehörte Bieg zum Pfarrsprengel Geslau und musste, wie fast alle Orte der Pfarrei, wie das Colmberger Urbar von 1361/1364 ausweist, die sogenannten Bucher Dienste leisten, d. h. die Bieger Bauern hatten dem Fronhof zu Buch am Wald an mehreren Tagen im Jahr zu Arbeiten zur Verfügung zu stehen.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 536 und 559. 1387 besaß Arnold von Seckendorff zu Jochsberg Güter in Bieg.Gerhard Rechter: Die Seckendorff. Band 1, Neustadt a. d. Aisch 1987, S. 59. Die Bucher Herrschaft wurde vermutlich 1408 von den Nürnberger Burggrafen erworben, so dass dem burggräflichen Gericht Altenstatt-Colmberg in Bieg eine ganze und vier halbe Huben sowie vier Lehen, von denen drei in einer Hand waren, gehörten.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 558, 568. Spätestens seit dieser Zeit gehörte Bieg zur 1528 protestantisch gewordenen Pfarrei Frommetsfelden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 81. In der Rechtsnachfolge der Burggrafen entstand das markgräfliche Vogtamt Colmberg, das in Bieg das Hoch- und Niedergericht sowie die Dorf- und Gemeindeherrschaft ausübte. Laut den 16-Punkte-Berichten des Fürstentums Ansbach, die 1608 und 1681 erstellt wurden, gab es in Bieg neun Mannschaften (=Untertansfamilien), die allesamt das Kastenamt Colmberg als Grundherrn hatten.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 703, 706. Auch gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es neun Untertansfamilien (sechs Höfe und drei Halbhöfe). Daneben gab es als dörflich-gemeinschaftlichen Besitz das Hirtenhaus und das Brechhaus zur Flachsbearbeitung.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 839.Bei J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 382, wird vermutlich das Brechhaus hinzugezählt.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justizamt Leutershausen und Kammeramt Colmberg.
1806 kam Bieg an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Bieg dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Frommetsfelden und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Frommetsfelden zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 964. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Bieg, zu der Hainhof, Höchstetten, Hürbel, Pfetzendorf und Zweiflingen gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Von 1862 bis 1879 gehörte Bieg zum Bezirksamt Ansbach, ab 1880 zum Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1939 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Leutershausen, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber zuständig, das 1973 zu einer Zweigstelle des Amtsgerichts Ansbach wurde. Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber übernommen (1919 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt), das 1973 zu einer Zweigstelle des Finanzamts Ansbach wurde.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 979f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 9,041 km².
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Bieg am 30. Juni 1972 aufgelöst: Bieg wurde nach Colmberg eingemeindet, Hürbel nach Geslau und die übrigen Gemeindeteile nach Leutershausen.
Baudenkmal Haus Nr. 1: Eingeschossiges Wohnstallhaus, Fachwerkgiebel, frühes 19. Jahrhundert
Einwohnerentwicklung Gemeinde Bieg Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 258 311 275 269 276 284 301 304 287 283 294 288 290 295 284 280 272 258 267 381 352 327 249 233HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 53 51 54 58 56 58 52 55 51 Quelle Für die Gemeinde Bieg zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hainhof (S. 38), Höchstetten (S. 41), Hürbel (S. 44), Pfetzendorf (S. 71) und Zweiflingen (S. 107). Für Bieg: S. 168; für Hürbel: S. 169.
Ort Bieg Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2020Einwohner 60 88 68 74 57 66 60 82 62 51 57 62 45Häuser 10 10 11 12 11 13 11 11 Quelle (Abgerufen am 7. Februar 2012). Die Einwohnerzahlen berufen sich im Abgleich mit der amtlichen Statistik vermutlich auf einen Einwohnerstand zwischen 2007 und 2008.
Bürgermeister Name Herkunft AmtszeitJohann Leonhard HübnerHürbel1846–1856 (ca.)KötgelBieg1876–1892KurzHürbel1892–1901ReifHürbel1901–1919SchaßbergerHürbel1919–1933SchwendtnerBieg1933–1946ScheibenbergerBieg1946–1948SchwendtnerBieg1948–1956Georg HorenderHöchstetten1956–1972
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Erhard (Frommetsfelden) gepfarrt.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 839. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Kreuzerhöhung (Schillingsfürst) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Colmberg) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972