Julius Otto Ludwig Möller (* 7. Juni 1819 in Königsberg; † 29. August 1887 ebenda) war ein deutscher Chirurg, Professor der Medizin und Mitglied des Deutschen Reichstags.
Leben Wissenschaftliche Karriere Möller besuchte die Löbenichtsche Realschule und das Altstädtische Gymnasium, sowie von 1835 bis 1839 die Universität Königsberg. Später studierte er weiter Medizin in Halle, Berlin und Wien und wurde im Jahr 1840 promoviert. Er unternahm umfangreiche Reisen und wurde 1841 praktischer Arzt in Königsberg. Von 1859 bis 1863 war er außerordentlicher Professor für praktische Medizin, Direktor der Medizinischen Poliklinik und Medizinalrat in Königsberg.
Nach ihm und Thomas Barlow ist die Möller-Barlow-Krankheit (Skorbut im Säuglingsalter) benannt, die er 1860Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 43. zuerst beschrieb, ferner die Möller-Hunter-Glossitis.
Berufsverbot Während des preußischen Verfassungskonfliktes setzte sich Julius Möller für die Deutsche Fortschrittspartei und deren Positionen ein. Dies wurde ihm 1863 als staatsfeindliche Aktivität ausgelegt. Vom preußischen Kultusminister wurde er deshalb trotz Protesten seiner Kollegen aller seiner Ämter enthoben. Im Einzelnen wurde ihm vorgehalten:Actenstücke der wider mich geführten Disciplinaruntersuchung. Seite 5–6.
Im Jahr 1864 dokumentierte er die erfolglosen Einsprüche gegen das Berufsverbot in dem Buch Actenstücke der wider mich geführten Disciplinaruntersuchung. Er arbeitete ab da als praktizierender Arzt.
Abgeordneter Anschließend war Möller Stadtverordneter und Mitglied vieler Kommissionen sowie Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses von 1863 bis 1866 und Mitglied des Provinziallandtags der Provinz Ostpreußen von 1881 bis 1884. Von 1881 bis 1887 war er Mitglied des Deutschen Reichstags für den Reichstagswahlkreis Regierungsbezirk Königsberg 3 (Königsberg-Stadt) und die Deutsche Fortschrittspartei.Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Verlag Carl Heymann, Berlin 1904, S. 2.
Literatur Julius Otto Ludwig Möller: Actenstücke der wider mich geführten Disciplinaruntersuchung – Ein Beitrag zur neupreußischen Geschichte. Verlag von Otto Wigand, Leipzig 1864. (online)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Reichstagsabgeordneter (Deutsches Kaiserreich) Kategorie:Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses Kategorie:Mitglied des Provinziallandtages von Ostpreußen (Königreich Preußen) Kategorie:DFP-Mitglied Kategorie:Hochschullehrer (Albertus-Universität Königsberg) Kategorie:Mediziner (19. Jahrhundert) Kategorie:Chirurg Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1819 Kategorie:Gestorben 1887 Kategorie:Mann