Der Grugaturm ist ein 29 Meter hoher Aussichtsturm im Grugapark im Essener Stadtteil Rüttenscheid und ein Baudenkmal der klassischen Moderne. Dem Turm aufgesetzt ist das Logo des Parks in Form einer stilisierten Tulpe.

Geschichte Der ursprünglich 26 Meter hohe Grugaturm aus Eisen und Glas wurde 1928 vom Architekten Paul Portten (* 1. Dezember 1887 in Krefeld; † 1961) in Anlehnung an den Bauhausstil in Stahlskelettbauweise als Aussichts- und Funkturm (Radioturm) entworfen und im Rahmen der Großen Ruhrländischen Gartenbau-Ausstellung (Gruga) 1929 in 19 Tagen Bauzeit fertiggestellt.Grugaturm im Grugapark auf der Webseite KuLaDigEssen, die festliche Stadt. In: Essener Volkszeitung vom 14. Juli 1929, Jahrgang 62 Eigentlich war er nur für eine Standzeit von zwei bis fünf Jahren ausgelegt.Grugaturm im Grugapark Essen: Erster Bauabschnitt zur Vorbereitung der Grundinstandsetzung beschlossen. In: Pressemeldung der Stadt Essen vom 25. März 2026 Seine Seiten- und Rückwände waren mit Heraklith-Leichtbauplatten ausgefacht. Er verfügt über eine leicht auskragende Aussichtsplattform von 30 m² Grundfläche, die über eine Treppe mit etwa 100 Stufen erreichbar ist. Damals wurden vom Turm aus über Lautsprecher musikalische Radiosendungen auf das Grugaparkgelände für dessen Besucher ausgestrahlt, als Radio noch nicht alltäglich war. Zudem gab es im Sockel des Turmes Filmvorführungen, die nach 1930 auch mit Ton gezeigt wurden. Es gab zudem zeitweise eine sich bewegende Leuchtschrift, die abends Tagesnachrichten auf den Turm projizierte.Was auf der Gruga los ist: In: Essener Volkszeitung vom 24. August 1929, Jahrgang 62

Zur Reichsgartenschau 1938 wurde dem Turm eine zweite, oval gestaltete Aussichtsplattform aufgesetzt und ein Aufzug angebaut, wodurch er die heutige Gestalt erhielt. Nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde der Grugaturm restauriert. Zur Zweiten Gruga-Ausstellung 1952 wurde ihm die stilisierte Tulpe nach einem Entwurf von 1929 des Essener Künstlers Jo Pieper aufgesetzt. Im Jahr 1953 wurde das Turmbauwerk im Zuge einer Einbettung in die neue Freiraumplanung durch eine Toilettenanlage im Untergeschoss ergänzt.

Der Sohn des Architekten Paul Portten, Wolfgang Portten (* 29. Januar 1921 in Essen; † 23. November 2007 ebenda) setzte sich 1983 vehement für den Erhalt des Wahrzeichens der Gruga ein, da zu dieser Zeit ein Abriss des in schlechtem Zustand befindlichen Turmes in Erwägung gezogen wurde.

Das seit 1986 unter Denkmalschutz stehende Bauwerk ist das einzige erhaltene Baudenkmal aus der Gründungszeit des Grugaparks.

Der Grugaturm war ab 1987 wegen schlechter Bausubstanz der Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Seit im Jahre 2000 begonnener Renovierung, finanziert mit Sponsorengeldern, kann der Grugaturm derzeit nicht mehr als Aussichtsturm genutzt werden und bleibt gesperrt. Nach durchgeführten Ersteinschätzungen von Sachverständigen wurde im zweiten Quartal 2024 ein Ingenieurbüro mit der Erarbeitung eines Instandsetzungskonzeptes beauftragt. Zu den schadhaften Stellen zählen unter anderem eine altersbedingte Korrosion des Stahlgerüstes.Marodes Wahrzeichen hat Auswirkungen für Besucher des Grugaparks in Essen. In: Westfälischer Anzeiger vom 21. September 2024Bauarbeiten im Grugapark Essen: Es ist noch viel zu tun – eine Übersicht. In: Radioessen.de vom 16. Januar 2024 Im ersten Bauabschnitt wird die im Turmkeller installierte Elektrolyseanlage ausgebaut und in die angrenzenden Toilettenräume verlegt, die zu einem Technik- und Lagerraum umgestaltet werden. Durch chlorhaltige Emissionen der im Turmkeller installierten Elektrolyseanlage, die der Desinfektion des Badewassers der Grugatherme dient, wird die Stahlkonstruktion beeinträchtigt. Diese Anlage wurde beim Umbau des ehemaligen Blumenhofs zur Therme Kur vor Ort im Jahr 2006 im Grugaturm eingebaut. Die Maßnahme, mit der das Kellergeschoss des Turms frei wird, wurde mit einem Kostenrahmen von rund 251.000 Euro netto vom Rat der Stadt Essen in seiner Sitzung am 25. März 2026 beschlossen. In einem zweiten Bauabschnitt, der vom Rat der Stadt am 7. Juli 2026 beschlossen wurde, sollen die vollständige Erneuerung des Korrosionsschutzes, Betoninstandsetzungsmaßnahmen, Arbeiten an den Außentreppenanlagen sowie die Überprüfung und Sanierung der Entwässerungssysteme erfolgen. Um den Grugaturm dauerhaft zu sichern und künftig für Besucher wieder nutzbar zu machen, sollen die Außenterrassen, die Geländer und die Fassadenflächen überarbeitet und ein Vogeleinflugschutz installiert werden. Dieser zweite Bauabschnitt ist mit Kosten von rund drei Millionen Euro netto veranschlagt.Zweiter Bauabschnitt der Grundinstandsetzung des Grugaturms beschlossen. In: Pressemeldung der Stadt Essen vom 8. Juli 2026

Weblinks

Auszug aus der Denkmalliste der Stadt Essen (PDF; 361 kB) Interessengemeinschaft Rüttenscheid, Historische Bilder aus Rüttenscheid - Der Grugapark

Einzelnachweise auf www.neues-bauen-im-westen.de

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