Die beiden Orgeln von St-Sernin de Toulouse wurden 1889 von Aristide Cavaillé-Coll (Hauptorgel) und 1876/1932 von Puget (Chororgel) erbaut. Die Hauptorgel mit 54 Registern auf drei Manualen und Pedal befindet sich auf der Westempore und zählt als reifes Spätwerk Cavaillé-Colls zu den bekanntesten Orgeln der Welt. Charles-Marie Widor widmete ihr seine 10. Orgelsinfonie, die Symphonie romane.

Hauptorgel Geschichte Eine erste Orgel erbaute Robert Delaunay 1674 mit drei Manualen und 46 Registern, deren Hauptgehäuse erhalten ist.Beschreibung der Orgel, abgerufen am 24. Januar 2026. Die Firma Daublaine-Callinet errichtete unter Beteiligung von Charles Spackman Barker die Orgel 1845 komplett neu. Das alte Gehäuse, bisher nur für ein achtfüßiges Werk ausgelegt, wurde bei dieser Gelegenheit erweitert, um der neuen Orgel mit 47 Registern auf drei Manualen ausreichend Platz zu bieten. Die Einweihung spielte Louis James Alfred Lefébure-Wély.Beschreibung der Vorgängerorgeln, abgerufen am 24. Januar 2026. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten der Kirche durch Viollet-le-Duc baute Aristide Cavaillé-Coll 1889 die Orgel um, wobei er einen beträchtlichen Teil des Pfeifenwerks von Daublaine-Callinet übernahm: Mehr als die Hälfte der Register der Vorgängerorgel wurde von Cavaillé-Coll in die symphonische Klangästhetik überführt. Die alte Barkermaschine des Grand-Orgue wurde im Récit wiederverwandt. Die Intonation der Orgel führte Félix Reinburg durch.

1932 Jahren fanden kleinere Veränderungen durch Maurice Puget statt, die die Orgel dem damaligen neoklassischen Klangideal anpassen sollten: Im Positif ersetzte er die Unda maris durch eine Fourniture III. Die Clarinette des Récit wurde in ein Cromorne umgearbeitet und ersetzte damit Basson-Hautbois im Positif. Den freien Platz im Récit nahm eine Tierce ein. Ferner erhielt das Récit eine Cymbale und einen Nazard. Das Carillon des Positif teilte er in Sesquialtera II und ein Piccolo auf. Das Cornet des Grand-Orgue erhielt zusätzliche zwei neue Pfeifenreihen zu 11/3′ und 1′.

1996 restaurierten Jean-Loup Boisseau, Bertrand Cattiaux und Patrice Bellet die Orgel mit dem Ziel, den Zustand von 1889 wiederherzustellen. 2017 erfolgte eine Überholung durch die Manufacture d'orgue Robert Frères (La-Chapelle-sur-Erdre) und die Manufacture d'Orgues Pesce Frères et Fils (Pau).

Disposition Seit der Restaurierung 1996 hat die Orgel wieder folgende Disposition:Beschreibung der Orgel im nationalen Orgelinventar, abgerufen am 24. Januar 2026. I Grand-OrgueMontre 16′ D/CBourdon 16′ D/CMontre 8′ D/CFlûte harmonique 8′ CGambe 8′ CBourdon 8′ CSalicional 8′ D/CPrestant 4′ DFlûte octaviante 4′ CQuinte ′ DDoublette 2′ DFourniture V D/CCymbale IV D/CCornet VAb c1. DBombarde 16′ DTrompette 8′ CClairon 4′ DClairon-Doublette 2′ DTrompette harmoniqueEn chamade. 8′ CClairon harmonique 4′ C II PositifMontre 8′ DCor de nuit 8′ DSalicional 8′ CUnda maris 8′ D/BPrestant 4′ DFlûte douce 4′ CCarillon III CTrompette 8′ DBasson et Hautbois 8′ D/BClairon 4′ D III Récit expressifQuintaton 16′ CDiapason 8′ CFlûte harmonique 8′ CViole de Gambe 8′ CVoix célesteAb c0 8′ CFlûte octaviante 4′ D/COctavin 2′ D/CCornet V 8′ DBombarde 16′ CTrompette harmonique 8′ CBasson et Hautbois 8′ D/CClarinette 8′ CVoix humaine 8′ CClairon harmonique 4′ C PédalePrincipal basse′. 32′ CContrebasse 16′ CSoubasse 16′ CFlûte 8′ CVioloncelle 8′ COctave 4′ CBombarde 32′ DBombarde 16′ DTrompette 8′ DClairon 4′ D

Anmerkungen D: Pfeifenwerk von Daublaine-Callinet, 1845. C: Pfeifenwerk von Cavaillé-Coll, 1889. B: Pfeifenwerk von Boisseau, 1996.

Koppeln: Normalkoppeln: II/I, III/I, II/III, I/P, II/P, III/P Superoktavkoppeln: Octaves aiguës Péd. Suboktavkoppeln: Octaves graves G.O., Octaves grave Pos., Octaves graves Réc. Spielhilfen: Appel G.O., Appel Anches G.O., Appel Anches Pos., Appel Anches Réc., Appel Anches Péd., Appel Chamade, Orage

Technische Daten 54 Register, 3.458 Pfeifen. Gehäuse/Prospekt: Material: Holz Höhe: 10,30 m (ohne Statuen) Breite: 8,70 m Tiefe: 4,10 m Schleifladen mit Barkermaschinen im G.O. und Pédale von Cavaillé-Coll sowie im Récit von Daublaine-Callinet Spieltisch(e): Im Untergehäuse eingebauter Spielschrank Stimmung: a1= 435 Hz bei 15 °C

Chororgel Geschichte Die Chororgel erbaute von 1874 bis 1876 Théodore Puget, Maurice Puget überarbeitete sie 1932.

Disposition I Grand-Orgue C–g3Bourdon 16′Montre 8′Keraulophone 8′Flûte à pavillon 8′Prestant 4′Plein-Jeu Trompette 8′ II Récit expressif C–g3Bourdon harmonique 8′Viole de gambe 8′Vois céleste 8′Flûte octaviante 4′Basson Haubois 8′ PédaleContrebasse 16′(aus GO Bourdon 16′ und Flûte) Koppeln: Tirasse GO, Tirasse R, R/GO. Spielhilfen: Anches GO. Trémolo.

Organisten 1889–1912: Omer Guiraud 1912–1928: Georges Guiraud 1928–1943: François Vidal 1943–1996: Louis Fonvieille Seit 1996: Michel Bouvard (* 1958 in Lyon)

Literatur

Aufnahmen/Tonträger Nach der Restaurierung 1996 Vierne: Messe solennelle – Widor. Symphonie Romane 1996, Tempéraments TEM 316008, CD, (Michel Bouvard, Joël Suhubiette und Les Éléments).

Weblinks

Einzelnachweise

Toulouse, Orgel von Saint Sernin Toulouse, Orgel von Saint Sernin Kategorie:Musik (Toulouse)