mini| Der me Collectors Room Berlin / Stiftung Olbricht war ein Ausstellungshaus in Berlin, das von Thomas Olbricht gegründet und am 1. Mai 2010Sebastian Preuss: Als Kind schon hat Thomas Olbricht gesammelt – Spielzeugautos und Briefmarken. Dann kam die Kunst. Jetzt eröffnet er in der Berliner Auguststraße ein Privatmuseum – Früchte der Leidenschaft. In: Berliner Zeitung, 30. April 2010. eröffnet wurde. In dem fünfgeschossigen Neubau im Stil der Moderne in der Auguststraße 68 im Ortsteil Mitte wurden in wechselnden Ausstellungen Exponate aus Olbrichts privater Sammlung, der Olbricht Collection, oder aus anderen internationalen privaten Kunstsammlungen gezeigt.Das Sammler-Gen liegt in der Familie. In: Die Welt, 25. Juni 2007. Die Kulturmanagerin Julia Rust von Krosigk war von 2009 bis 2020 Direktorin des me Collectors Room Berlin. Im Jahr 2020 schloss der me Collectors Room Berlin. Die Sammlung wurde danach teilweise versteigert.Christiane Fricke: Komplettausverkauf in Köln: Olbricht Collection unter dem Hammer, Artikel im Handelsblatt vom 2. Oktober 2020. Seit 2022 werden die Räumlichkeiten vom Samurai Museum Berlin genutzt.

Hintergrund Im Gebäude wurden auf 1300 m² in wechselnden Ausstellungen Exponate des Sammlers Thomas Olbricht gezeigt oder auch Auszüge aus Sammlungen anderer internationaler privater Kunstsammler. Permanent installiert war zudem die Wunderkammer Olbricht mit über 300 Exponaten aus Renaissance und Barock. Zur Sammlung gehörten neben den Ausstellungsräumen ein Shop, ein Café sowie Loftwohnungen. Die Olbricht-Collection umfasste mehrere Tausend Werke In: Berliner Zeitung, 13. Januar 2010 von 250 Künstlern, darunter Gerhard Richter, Thomas Demand, Marlene Dumas, Cindy Sherman, Jonas Burgert und Eric Fischl. Der Ursprung der Sammlung ging auf eine frühe Sammelleidenschaft des Stifters zurück: Bereits mit vier Jahren fand er Gefallen am Sammeln von Spielzeugautos. Während seiner Berufstätigkeit als Arzt hatte er in seinem Behandlungszimmer Modelle von Krankenwagen, Feuerwehr-Autos, Polizeiautos und THW-Fahrzeugen in Regalen zu stehen.Ingeborg Ruthe: Eine Passion für den Zoo Moskwa. In: Berliner Zeitung, 23./24. Februar 2019. S. 19.

Der me Collectors Room Berlin wurde von der Stiftung Olbricht getragen. Neben den Ausstellungen fanden ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Künstler- und Expertengesprächen, Konzerten, Lesungen und kulinarischen Abenden statt. Eine ganz besondere Herzensangelegenheit war das Kinderprogramm, mit dem Kunst auf spielerische Weise in unterschiedlichen Führungen und Workshops im Alltag von Kindern und Jugendlichen verankert werden sollte.

Um auch möglichst vielen Kindern und Jugendlichen in den ländlichen Regionen Brandenburgs den Zugang zu kultureller Bildung zu erleichtern, war zudem seit 2016 das WunderkammerschiffWunderkammerschiff als eine Art mobiler Museumsraum auf Wasserstraßen in Berlin und Brandenburg unterwegs. Auf dem Schiff waren historische Objekte aus aller Welt – aus den Bereichen der Kunst, Wissenschaft und Natur aus der Sammlung Olbricht und aus dem Bode-Museum, der Skulpturensammlung und dem Museum für Byzantinische Kunst, Staatliche Museen zu Berlin – zu sehen. In der interaktiven Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Potsdam entstand, übernahmen zu Wunderkammerexperten ausgebildete Grundschüler die Vermittlung an Bord und animieren die Besucherkinder dazu, den Raum individuell mitzugestalten.

Ausstellungen

Moving Energies – 10 years me Collectors Room Berlin Der Titel war inspiriert von dem Wunsch des Sammlers Thomas Olbricht Menschen zu bewegen, inspirieren, für die Kunst begeistern zu wollen.

Die Jubiläumsausstellung gewährte vom 29. Februar bis zum 17. Mai 2020 einen sehr privaten Einblick in die Sammlung und zeigte Dinge und Kunstwerke, die Thomas Olbricht persönlich berührten. Eklektisch zusammengestellt, in einem von seinen privaten Räumen inspirierten Szenenbild, konnten die Besucher den Inspirationen und Gedankenwelten des Sammlers nachspüren. Es fanden sich Feuerwehrautos, Jugendstilobjekte, romantische Landschaftsmalereien, aber auch Designermöbel, Briefmarken, Globen oder altmeisterliche Stillleben und neben den Wunderkammerobjekten aus Renaissance und Barock vor allem Zeitgenössische Kunst. Ein eigener Raum war den abstrakten Werken Gerhard Richters aus der Sammlung gewidmet, und auch die anderen Aktivitäten der Stiftung Olbricht mit dem umfangreichen Kinder- und Jugendprogramm und dem Wunderkammerschiff wurden vorgestellt.

Gerhard Richter – Abstrakte Werke aus der Olbricht Collection Die Olbricht Collection galt als eine der umfangreichsten Privatsammlungen Europas und war in der Wahl ihrer Medien ebenso breit gefächert wie in den abgedeckten Epochen. Innerhalb dieser eklektischen Fülle ließen sich allerdings einige Schwerpunkte ausmachen, von denen der wohl bedeutendste das umfassende Editionswerk von Gerhard Richter war. Zum zehnjährigen Jubiläum des me Collectors Room Berlin wurde vom 29. Februar bis 17. Mai 2020 ein Bereich der Ausstellung den rund 75 abstrakten Werken Richters aus der Olbricht Collection gewidmet. Tapisserien, Farbfelder, Strips oder Gemäldeeditionen mit Unikat-Charakter zeugten in Kombination mit Gemälden und Aquarellen vom breit gefächerten Schaffen des Künstlers und veranschaulichten eindrücklich, wie eng Edition und Unikat in seinem Œuvre miteinander verwoben sind.

Art 19 – Box One Zugunsten von Amnesty International gab Art 19 eine limitierte Edition von zehn Originalgraphiken mit neuen Arbeiten von Ayşe Erkmen, Shilpa Gupta, Ilya & Emilia Kabakow, William Kentridge, Shirin Neshat, Yoko Ono, Gerhard Richter, Chiharu Shiota, Kiki Smith und Rosemarie Trockel heraus. Diese Arbeiten wurden erstmals in der Ausstellung Art 19 – Box One vom 11. Dezember 2019 bis 31. Januar 2020 im me Collectors Room Berlin präsentiert. Es folgten weitere Ausstellungen im MAMCO – Musée d’art moderne et contemporain in Genf, im DOX Centre for Contemporary Art in Prag, sowie im Salon d’Honneur des Grand Palais in Paris.

Transverse Wave Die Doppelausstellung Transverse Wave eröffnete vom 16. November 2019 bis 31. Januar 2020 einen Dialog zwischen der deutschen Künstlerin Mary Bauermeister und den Arbeiten des bahrainischen Künstlers Rashid Al Khalifa (* 1952). Dieser Dialog wurde unterstützt und stetig neu verortet durch die Klanginstallation des deutschen Komponisten Simon Stockhausen.

Gerhard Richter – Portraits aus der Olbricht Collection Der Fokus der ausgestellten Werke von Gerhard Richter, der international als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart gilt, lag vom 11. September 2019 bis 31. Januar 2020 auf den Menschenbildern – seit den 1960er Jahren eines der zentralen Themen auch seiner Editionen. Sowohl Fotografien aus dem Familienalbum (Betty), als auch Pressebilder berühmter Persönlichkeiten (Mao, Elisabeth) dienen Richter als Vorlagen, um künstlerische Techniken auszuloten. Gleichermaßen greift er auf einige seiner gemalten Portraits und Bildnisse zurück – z. B. Ema (Akt auf einer Treppe) und Onkel Rudi –, die er als Drucke oder Fotografien reproduziert. Ein prominentes Beispiel für diese Vorgehensweise sind die 48 Portraits, die als Edition gezeigt werden. Die malerischen Vorlagen wurden 1972 im deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig gezeigt.

Kirchner • Richter • Burgert Ernst Ludwig Kirchner, Gerhard Richter und Jonas Burgert: Der me Collectors Room Berlin widmete vom 11. September bis 3. November 2019 drei wichtigen deutschen Künstlern aus drei Generationen separate Künstlerräume. Schwerpunkt der ausgestellten Werke war das Bild des Menschen als Motiv. Die Ausstellung mit Werken aus der Olbricht Collection wurde im Rahmen der Berlin Art Week am 11. September 2019 eröffnet.

B.A.R.O.C.K. Mit B.A.R.O.C.K. präsentierten die Wunderkammer Olbricht des me Collectors Room Berlin und das Schloss Caputh der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg vom 27. April bis 31. Oktober 2019 künstlerische Interventionen von Margret Eicher, Luzia Simons, Rebecca Stevenson und Myriam Thyes.

BEYOND Jonas Burgert, Jake & Dinos Chapman, George Condo, Nathalie Djurberg & Hans Berg, FORT, Kris Martin und Francisco de Goya

In der Ausstellung BEYOND wurden vom 10. April bis 18. August 2019 sieben internationale künstlerische Positionen aus der Olbricht Collection gezeigt, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Jenseitigen auseinandersetzen. In den separat inszenierten Künstlerräumen wurden die einzelnen künstlerischen Ausdrucksformen Malerei, Skulptur, Video, Installation und Grafik deutlich.

Zoo Mockba – Aufbruch in die Moderne, Sowjetische Spielzeugtiere 1950–1980 Das Berliner Künstlerpaar Köpcke & Weinhold, das ab ca. 2011 rund 400 Figuren und Spielzeugtiere von sowjetischen und russischen Designern zum Thema Zoo Mockba zusammengetragen hat, stellt im Vorzimmer der Wunderkammer genau diese Sammlung im Frühjahr 2019 aus. Darunter sind Werke von Galina Sokolowa (Mädchen mit Hund, 1980er Jahre), Lew Razumowsky (rote Affen), Lew Smorgon (gelbe Rehe, gelb-rote Giraffen, 1970er Jahre), Waleri Kotow (Zug der Evolution, 1960er Jahre) sowie Tamara Fedorowa (Löwen). Erstmals wurde die Sammlung im Jahr 2016 der Öffentlichkeit präsentiert.Website von Köpcke & Weinhold zu Zoo Mockba, abgerufen am 6. März 2020.

The Moment is Eternity – Works from the Olbricht Collection Bis April 2019 wird mit rund 300 ausgestellten Werken und Objekten von rund 60 Künstlern das Augenmerk auf die fotografischen Arbeiten der Olbricht Collection gelenkt. Sie werden im Dialog mit anderen Kunstwerken der Sammlung sowie Artefakten der Wunderkammer gezeigt.

THE LONG NOW – Reflexionen von Zeit und Vergänglichkeit Die Ausstellung THE LONG NOW versammelte vom 8. Juli bis 15. Oktober 2018 in der Lounge des me Collectors Room Berlin 20 aktuelle künstlerische Positionen, in denen unterschiedliche Aspekte von Zeitlichkeit zum Tragen kommen. Diese betreffen unseren Zeitbegriff ebenso wie die Muster der Zeitwahrnehmung und nicht zuletzt die Darstellung von Zeit. Die Zeit erweist sich dabei zusehends als offene Größe, die sich in der subjektiven Erfahrung gänzlich anders zeigt als auf den Zifferblättern unserer Uhren. Polaritäten wie Ruhe und Unruhe, Be- und Entschleunigung, aber auch Augenblicklichkeit, Dauer und Vergänglichkeit werden zu zentralen Kategorien.

Eva & Adele – l’amour du risque Die Ausstellung präsentierte in einer retrospektiven Gesamtinstallation Werke des Künstlerpaares Eva & Adele der letzten 25 Jahre. Sie erläuterte die konzeptuelle Haltung sowie die Bildwelten der Künstler. Erstmals wurden dafür im me Collectors Room Berlin vom 27. April bis 27. August 2018 in Berlin ganze Werkkomplexe aus ihren wichtigsten Werkgruppen in den Medien Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video und Skulptur sowie ihre selbstentworfenen Kostüme und Kostümpläne gezeigt. Sie verdeutlichen die, radikal Grenzen überschreitende, hoch differenziert ausgearbeitete, künstlerische Existenz von Eva & Adele.

It smells like… flowers & fragrances Die Ausstellung It smells like… flowers & fragrances zeigte vom 14. April bis 1. Juli 2018 im me Collectors Room Berlin am Beispiel von 26 Künstlern das aktuelle Potenzial des bildmächtigen Themas der Blumendarstellung und subversiven Geruchskraft von Düften in der zeitgenössischen Kunst.

Indigenous Australia: Masterworks from the National Gallery of Australia Mit dieser Ausstellung präsentierten die National Gallery of Australia (NGA) und der me Collectors Room Berlin vom 16. November 2017 bis zum 2. April 2018 einen umfangreichen Einblick in die Welten der traditionellen und modernen Kunst der indigenen Australier zwischen dem frühen 19. Jahrhundert und der Gegenwart.

Portrait of a Nation