Sabine Winter (* 27. September 1992 in Bad Soden am Taunus) ist eine deutsche Tischtennis-Nationalspielerin. Bei Europameisterschaften gewann sie im Doppel und mit dem Team insgesamt sieben Gold- und zwei Silbermedaillen sowie eine Bronzemedaille im Einzel. Mit der Mannschaft holte sie zudem 2010 und 2022 WM-Bronze. Ihren bisher größten Einzelerfolg feierte sie mit der Bronzemedaille beim World Cup 2026, womit sie in der Weltrangliste erstmals in die Top 10 aufstieg.
Jugend Winter begann mit dem Tischtennisspielen beim Verein TSV Oberalting. Über den SC Wörthsee kam die Rechtshänderin 2004 zum TSV Schwabhausen. Im Schüler- und Jugendbereich erzielte sie zahlreiche nationale und internationale Erfolge: 2005, 2006 und 2008 gewann sie die Ranglistenturniere für Schülerinnen bzw. Mädchen. 2007 wurde sie Deutsche Meisterin der Schüler im Mixed und Europameisterin im Doppel mit Barbora Balážová (Slowakei). Im folgenden Jahr holte sie den Titel bei der deutschen Schülermeisterschaft im Doppel mit Kathrin Mühlbach. 2010 gewann sie das Europäische Mädchen-Ranglistenturnier Europe Youth Top 10.
Dazu kommen weitere Medaillen bei Deutschen Meisterschaften 2006 Schülerinnen: Platz drei im Einzel und Doppel mit Svenja Müller (Hessen) 2008 Mädchen: Platz drei im Einzel 2009 Mädchen: Platz zwei im Einzel 2010 Mädchen: Platz drei mit der Mannschaft bei Europameisterschaften 2007 Schüler: Platz zwei im Mixed mit Arne Holter und Platz drei im Einzel 2008 Mädchen Platz zwei mit dem Team 2009 Mädchen Platz drei mit dem Team 2010 Mädchen Platz eins im Doppel mit Barbora Balážová (Slowakei), Platz drei mit dem Team
Erwachsene mini|hochkant|Sabine Winter (2017) Mit den Damen des TSV Schwabhausen spielte Winter in der 2. Bundesliga und war maßgeblich an deren Aufstieg 2010 in die 1. Bundesliga beteiligt. Bei der nationalen deutschen Meisterschaft 2010 in Trier wurde sie zusammen mit Kathrin Mühlbach Deutsche Meisterin im Doppel.
Am 2. März 2010 bestritt sie erstmals ein Länderspiel. Im Spiel gegen die Niederlande unterlag sie Lie Jie mit 0:3. Im Mai des gleichen Jahres wurde sie für die Weltmeisterschaft nominiert. Als die Stammspielerin Elke Schall sich verletzte, kam Winter in der Mannschaft zum Einsatz. Mit einem Sieg trug sie zum Gewinn der Bronzemedaille bei. Somit gelang ihr 2010 innerhalb eines Jahres der Gewinn einer WM-Medaille im Jugend- und im Erwachsenenbereich. Dieses war vorher noch keinem deutschen Aktiven gelungen. 2010 rückte sie im Juni in der Weltrangliste auch erstmals in die Top 100 vor und nahm im September an der Europameisterschaft teil, bei der sie unter anderem mit dem Team den 7. Platz belegte.
Sabine Winter übersiedelte nach Düsseldorf, um sich im dortigen Deutschen Tischtennis-Zentrum weiterzuentwickeln. Im Juli 2011 verpflichtete sie sich für zwei Jahre bei der Bundeswehr als Sportsoldatin, nachdem sie im Mai an ihrer ersten Individual-WM teilgenommen hatte. Zur Saison 2012/13 wechselte sie zum SV DJK Kolbermoor. 2012 gewann sie im Doppel mit Petrissa Solja die German Open und qualifizierte sich für den U-21-Wettbewerb der Grand Finals, wo sie aber in der Vorrunde ausschied. Im Doppel mit Solja gewann sie 2013 auch die deutsche Meisterschaft. Mit ihr wurde sie im gleichen Jahr zudem Europameisterin. Im Finale besiegten sie mit Zhenqi Barthel/Shan Xiaona ein weiteres deutsches Duo mit 4:2. Bei den deutschen Titelkämpfen 2014 unterlagen sie im Finale Shan Xiaona/Kristin Silbereisen.
Bei der Europameisterschaft 2014 gewann Winter mit dem deutschen Team den Titel, wurde aber lediglich in der Vorrundenbegegnung gegen die Türkei eingesetzt. 2015 erreichte sie erstmals einen Platz in den Top 50 der Weltrangliste, wurde wieder Europameisterin mit dem Team und gewann im Doppel mit Solja wieder die Deutschen Meisterschaften. 2016 wurde sie zum zweiten Mal Europameisterin im Doppel, diesmal zusammen mit Kristin Silbereisen. In einem deutschen Endspiel gewannen sie mit 4:3 gegen Shan Xiaona/Petrissa Solja. Durch ihre erste Teilnahme am Europe Top 16, bei dem sie den sechsten Platz erreicht hatte, qualifizierte Winter sich zudem für den World Cup. Dort erreichte sie die Hauptrunde und schlug Yang Ha-eun nach 0:3-Rückstand mit 4:3, wodurch sie das Viertelfinale erreichte, das gegen Feng Tianwei verloren ging. 2017 erreichte sie beim Europe Top 16 den dritten Platz und im April mit Weltranglistenplatz 36 eine neue Bestmarke. Mit dem deutschen Team wurde sie Vize-Europameisterin, schied beim World Cup aber sieglos aus. Zusammen mit Huong Do Thi wurde sie 2018 zum vierten Mal Deutsche Meisterin im Doppel. Im selben Jahr erreichte sie erstmals das EM-Viertelfinale im Einzel.
2019 wurde sie mit Kolbermoor Pokalsiegerin, unterlag im Finale der Deutschen Meisterschaft aber dem ttc berlin eastside. Nach dieser Saison kehrte sie zum TSV Schwabhausen zurück. 2021 gelang ihr zum zweiten Mal der EM-Viertelfinaleinzug, im Doppel gewann sie Silber. Obwohl bei der Team-EM drei von vier deutschen Top-100-Spielerinnen nicht antraten, holte sie im Oktober zudem Gold mit der Mannschaft. Im Juni 2022 gewann sie erstmalig den Titel der Deutschen Meisterschaft im Einzel, den sie 2023 verteidigen konnte. Im August 2022 zog sie bei der Europameisterschaft ins Halbfinale ein, das sie mit 3:4 gegen Sofia Polcanova verlor, und gewann damit ihre erste EM-Einzelmedaille.
2023 gewann sie mit der Mannschaft den Europameistertitel in Malmö. Zur Saison 2023/24 trat Winter zusammen mit der kompletten Tischtennisabteilung des TSV Schwabhausen zum Nachbarverein TSV Dachau 1865 über.
Winter wechselte Ende 2024 auf der Rückhand von einem Offensivbelag zu einem Antitop-Belag, womit sie – bei weiterhin offensivem Vorhandspiel – ihr Spielsystem grundlegend umbaute. Solch ein Materialwechsel ist im Spitzentischtennis sehr ungewöhnlich.Sabine Winter hat im Universum aus Kautschuk die richtige Wahl getroffen In: tischtennis.deTable Tennis Pro Sabine Winter Switched to Antispin - Can It Work? In: youtube.com Dem Wechsel war die Überlegung vorausgegangen, ihre internationale Karriere angesichts von Weltranglistenplätzen meist um Rang 60 oder dahinter allmählich ausklingen zu lassen. Ab Dezember 2024 zeigte ihre Formkurve international steil nach oben. Im August 2025 kam sie beim Europe Smash 2025 ins Viertelfinale, nachdem sie unter anderem die Weltranglistendritte Chen Xingtong geschlagen hatte, und beim WTT Champions Montpellier erreichte sie als erste Europäerin das Finale eines WTT-Champions-Turniers, wo sie der Weltranglistenfünften Wang Yidi mit 3:4 unterlag. Im Februar 2026 gewann Winter das Europe Top 16, im März schlug sie beim Singapore Smash 2026 die Top-10-Spielerinnen Zhu Yuling und Wang Yidi, erreichte dadurch als erste Nichtasiatin das Halbfinale eines Grand-Smash-Turniers und rückte in der Folge in der Weltrangliste bis auf Platz 11 vor. Beim World Cup 2026 in Macau gab sie bis zum Halbfinale nur einen Satz ab und besiegte mit Wang Yidi und Qin Yuxuan zwei chinesische Spielerinnen, bevor sie an der Weltranglistenersten Sun Yingsha scheiterte. Mit der Bronzemedaille war sie nach Petrissa Solja 2015 erst die zweite Deutsche, die beim World Cup eine Medaille gewann. In der Weltrangliste kam sie so erstmals unter die besten Zehn.
Turnierergebnisse (abgerufen am 17. September 2011) Verband Veranstaltung Jahr Ort Land Einzel Doppel Mixed Team U-21 GER Europameisterschaft 2025 Zadar HRV Gold GER Europameisterschaft 2024 Linz AUT Viertelfinale Achtelfinale GER Europameisterschaft 2023 Malmö SWE Gold GER Europameisterschaft 2022 München GER Halbfinale Viertelfinale Achtelfinale GER Europameisterschaft 2021 Cluj-Napoca ROU Gold GER Europameisterschaft 2020 Warschau POL Viertelfinale Silber GER Europameisterschaft 2018 Alicante ESP Viertelfinale Viertelfinale GER Europameisterschaft 2017 Luxemburg LUX Silber GER Europameisterschaft 2016 Budapest HUN Achtelfinale Gold letzte 32 GER Europameisterschaft 2015 Jekaterinburg RUS letzte 32 Gold GER Europameisterschaft 2014 Lissabon POR Gold GER Europameisterschaft 2013 Schwechat AUT Gold GER Europameisterschaft 2012 Herning DEN Achtelfinale Achtelfinale GER Europameisterschaft 2011 Danzig POL 5. Platz GER Europameisterschaft 2010 Ostrava CZE letzte 64 letzte 32 7. Platz GER Jugend-Europameisterschaft (Junioren) 2010 Istanbul TUR Gold GER Jugend-Europameisterschaft (Kadetten) 2007 Bratislava SVK Gold Silber GER Europe Top 16 2026 Montreux SUI Gold GER Europe Top 16 2025 Montreux SUI Halbfinale GER Europe Top 16 2018 Montreux SUI Viertelfinale GER Europe Top 16 2017 Antibes FRA 3. Platz GER Europe Top 16 2016 Gondomar POR 6. Platz GER Grand Smash 2026 Singapur SIN Halbfinale letzte 24 Viertelfinale GER WTT Series (Star Contender) 2026 Ljubljana SLO Achtelfinale Halbfinale Silber GER WTT Series (Champions) 2025 Montpellier FRA Silber GER WTT Series (Contender) 2024 Doha QAT letzte 32 Silber GER WTT Series (Contender) 2023 Durban RSA Achtelfinale Halbfinale GER WTT Series (Contender) 2022 Zagreb HRV letzte 32 Silber GER WTT Series (Contender) 2021 Novo mesto SLO Achtelfinale Silber GER WTT Series (Contender) 2021 Laško SLO Halbfinale Achtelfinale GER World Tour 2014 Almeria ESP Halbfinale Achtelfinale GER World Tour 2013 Bremen GER letzte 64 Halbfinale letzte 32 GER World Tour 2013 Minsk BLR Gold Viertelfinale GER World Tour 2013 Olmütz CZE Achtelfinale Halbfinale Halbfinale GER World Tour 2012 Bremen GER letzte 64 Gold letzte 32 GER World Tour 2012 Jekaterinburg RUS letzte 32 Achtelfinale Gold GER World Tour 2012 Budapest HUN letzte 64 Halbfinale Halbfinale GER Pro Tour 2011 Władysławowo POL Achtelfinale GER Pro Tour 2011 Dortmund GER letzte 64 GER Pro Tour 2011 Velenje SVN letzte 64 GER Pro Tour 2010 Suzhou CHN letzte 64 Achtelfinale GER Pro Tour 2010 Berlin GER letzte 64 GER Pro Tour 2010 Doha QAT letzte 64 Achtelfinale GER Pro Tour 2008 Salzburg AUT letzte 64 GER World Tour Grand Finals 2012 Hangzhou CHN Qual. GER World Cup 2026 Macau MAC Halbfinale GER World Cup 2025 Macau MAC 17.–32. Platz GER World Cup 2024 Macau MAC 17.–32. Platz GER World Cup 2017 Markham CAN 17.–20. Platz GER World Cup 2016 Philadelphia USA Viertelfinale GER Mixed Team World Cup 2025 Chengdu CHN 3. Platz GER Weltmeisterschaft 2026 London ENG Halbfinale GER Weltmeisterschaft 2025 Doha QAT letzte 32 Viertelfinale GER Weltmeisterschaft 2024 Busan KOR Viertelfinale GER Weltmeisterschaft 2023 Durban RSA letzte 64 Achtelfinale GER Weltmeisterschaft 2022 Chengdu CHN Halbfinale GER Weltmeisterschaft 2021 Houston USA letzte 64 Achtelfinale GER Weltmeisterschaft 2019 Budapest HUN letzte 128 Achtelfinale GER Weltmeisterschaft 2018 Halmstad SWE 9.–12. Platz GER Weltmeisterschaft 2017 Düsseldorf GER letzte 64 Achtelfinale letzte 64 GER Weltmeisterschaft 2016 Kuala Lumpur MAS Viertelfinale GER Weltmeisterschaft 2015 Suzhou CHN letzte 64 Achtelfinale GER Weltmeisterschaft 2014 Tokio JPN Viertelfinale GER Weltmeisterschaft 2013 Paris FRA letzte 32 letzte 64 GER Weltmeisterschaft 2012 Dortmund GER Viertelfinale GER Weltmeisterschaft 2011 Rotterdam NED letzte 128 letzte 32 GER Weltmeisterschaft 2010 Moskau RUS Halbfinale GER Jugend-Weltmeisterschaft 2009 Cartagena de Indias COL Achtelfinale Achtelfinale Achtelfinale 5. Platz GER Jugend-Weltmeisterschaft 2008 Madrid ESP Viertelfinale letzte 32 Halbfinale GER World Junior Circuit 2010 Seligenstadt GER Halbfinale GER World Junior Circuit 2010 Kairo EGY Silber GER World Junior Circuit 2009 Władysławowo POL Halbfinale GER World Junior Circuit 2009 Bratislava SVK Halbfinale GER World Junior Circuit 2009 Platja d’Aro ESP Halbfinale GER World Junior Circuit 2009 Tata HUN Halbfinale GER World Junior Circuit 2008 Tunis TUN Silber
Literatur Rahul Nelson: Portrait Sabine Winter - Gestatten: Supergirl, Zeitschrift tischtennis, 2011/7 Seite 8–13 Susanne Heuing: Das Winter–Märchen, Zeitschrift tischtennis, 2025/12 Seite 16–18
Interviews (Auswahl)