mini|Wappen derer von May Die Familie von May ist eine Berner Patrizierfamilie, die als Kaufmannsfamilie mit Namen de Madis aus Introzzo in der Lombardei einwanderte. Ein 1537 nach Augsburg eingewanderter Zweig wurde 1551 geadelt und 1627 zum dortigen Patriziat aufgenommen, nachdem sie bereits 1605 in Johann Siebmachers Wappenbuch zu den Ehrbaren Geschlechtern Augsburgs gezählt wurden.
Geschichte mini|Wappen bei den ehrbaren Geschlechtern der Reichsstadt Augsburg, 1605 Seit ungefähr 1404 besitzt das Geschlecht das Burgerrecht der Stadt Bern und seit 1434 gehört es der Gesellschaft zu Mittellöwen an. 1446 gehörte erstmals ein Familienmitglied dem Grossen Rat an. 1448 hatte die Familie ein vergleichsweise bescheidenes Vermögen von 900 Gulden. Ihr gelang es aber, sich im 15. Jahrhundert in der städtischen Gesellschaft zu etablieren und mit den damals führenden Ratsgeschlechtern verwandtschaftliche Beziehungen einzugehen. Bartholomäus May, der Sohn von Jakob May, gehörte zu den reichsten Bernern und versteuerte 1494 ein Vermögen von etwa 13'300 Gulden. Er wurde im gleichen Jahr als erster Bürger mit italienischer Abstammung in den Kleinen Rat gewählt.
Angehörige der Familie besassen oder besitzen mehrere Häuser an der Münstergasse, Schloss Hünigen, Schloss Ursellen, Schloss Toffen, Schloss Rued, Schloss Brestenberg, Schloss Schöftland und das Rebgut Belletruche.Roland Gerber: Familie May, die erfolgreichsten Kaufleute aus Oberitalien stammten aus dem Geschlecht der «de Madis» oder May, Website bern.ch, 14. Juli 2018
mini|Allianzwappen Christoph von Waldkirch und Ursula May am Haus zum Ritter in Schaffhausen mini|Eine der Familienkisten der Familie von May (um 1740) In Schaffhausen befindet sich noch heute das Haus zum Ritter mit den bedeutenden Spätrenaissance-Fassadenmalereien, die das Allianzwappen des Christoph von Waldkirch († 1570) und der Ursula May (verheiratet 1544)Christian Baertschi: „Waldkirch, Christoph von“, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12. September 2012 (online), konsultiert am 28. Mai 2022. wiedergeben. Christoph von Waldkirch war durch seinen Schwiegervater Benedict May von Rued in den Besitz von dessen Gerichtsherrschaft Marthalen gekommen, welche den May von Bern bis 1561 gehörte.Friedrich Vogel: Die alten Chroniken: oder Denkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich, 1845, S. 418.
In Johann Siebmachers Wappenbuch von 1605 ist das Wappen der May bei den ehrbaren Geschlechtern der Reichsstadt Augsburg dargestellt, allerdings verballhornt mit Greifen statt Löwen im Schild. Bartholomäus II. May († 1576) war es, der 1537 nach Augsburg auswanderte. Kaiser Karl V. erkannte ihm und seinen Brüdern 1551 einen Adelsbrief zu. 1561–1576 gehörte er dem kleinen Rat Augsburgs als Vertreter der Gesellschaft der MehrerStadtlexikon Augsburg: Mehrer (Abgerufen am 28. Mai 2022.) an. Sein Enkel Marcus von May († 1643) wurde Mitglied des Stadtgerichts und 1631 Bürgermeister von Augsburg. 1627 erfolgte für ihn zu Prag die kaiserliche Aufnahme zu den edlen und ratsfähigen Geschlechtern als Patrizier von Augsburg.Österreichisches Staatsarchiv: AT-OeStA/AVA Adel RAA 266.27 May, Markus, Aufnahme zu edlen und ratsfähigen Geschlechtern als Patrizier von Augsburg, 1627.12.29 (Akt (Sammelakt, Grundzl., Konvolut, Dossier, File))
Wappen Das Wappen ist geteilt, oben in Gold zwei blaue Löwen (mit Greifen-Vorderfüssen), unten von Blau und Gold fünfmal gespalten. Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken ein goldener Löwe wachsend.
Personen Bartholomäus May († um 1465), Kaufmann Jakob May (um 1420–1481), Grosskaufmann und Politiker Bartholomäus May (1446–1531), Grosskaufmann, Politiker, Diplomat und Heerführer Bartholomäus May (II.) († 1576), Welser-Faktor, Bürgermeister in Augsburg Beat Emanuel von May (1734–1802), Schweizer Militär und Schriftsteller Johann Carl May (1745–1824), Politiker, Gutsherr Carl Friedrich Rudolf May (1768–1846), Politiker Albrecht Friedrich May (1773–1853), Politiker, Sekretär des Helvetischen Direktoriums, Diplomat Friedrich Amadeus Sigmund von May (1801–1883), Jurist, Privatgelehrter und Autor Julie von May (1808–1875), Frauenrechtlerin Walo von May (1879–1928), Buchillustrator Glado von May, Opernregisseur, Intendant des Theaters St. Gallen Christiane von May, Gründerin der Stiftung pro pallium
Archive
Trivia Der Mayweg in Bern ist seit 1912 nach der Familie von May benannt.Weber 1990, S. 204.
Literatur
Christian Holliger: Schöftland. Geschichte und Geschichten, Schöftland 1992. Amadé von May: Bartholomeus May und seine Familie. Ein Lebensbild aus der Reformationszeit. In: Berner Taschenbuch auf das Jahr 1874. S. 1–178 (online). Carl May: Haus Cronik. Meinen Kindern und Nachkommen gewidmet durch Carl Friedrich Rudolf May von Rued (1768–1846). Kommentar und Edition, bearb. von Franz Kamber und Markus Widmer-Dean, Schöftland 2001. Walther Merz: Die mittelalterlichen Burganlagen und Wehrbauten des Kantons Argau (Bd. 2), Aarau 1907, S. 464 (Stammbaum). Berchtold Weber: Strassen und ihre Namen. Am Beispiel der Stadt Bern, Bern 1990.
Einzelnachweise
Weblinks
Roland Gerber: Familie May, die erfolgreichsten Kaufleute aus Oberitalien stammten aus dem Geschlecht der «de Madis» oder May, Website bern.ch, 14. Juli 2018
Adolf Matthias Hildebrandt, Siebmacher’s großes und allgemeines Wappenbuch, Bd. 4 (Habsburgermonarchie), 8. Abt.: Der Kärntner Adel, Nürnberg 1880, S. 96
Kategorie:Schweizer Adelsgeschlecht Kategorie:Burgerliches Geschlecht (Bern) Kategorie:Bernisches Patriziergeschlecht Kategorie:Geschichte (Kanton Aargau) Kategorie:Patriziergeschlecht (Augsburg)