Akron [] ist eine City im Nordosten des US-Bundesstaats Ohio. Sie liegt am Ohio-Erie-Kanal, 50 km südlich von Cleveland, sowie 85 km von der Grenze zu Pennsylvania entfernt. Mit einer Fläche von 62,41 Quadratmeilen (161,57 km²) und 190.469 Einwohnern (Zensus 2020, U.S. Census Bureau) ist es die fünftgrößte Stadt in Ohio. Akron ist Kreissitz des Summit County und sowohl geographischer als auch wirtschaftlicher Mittelpunkt eines Ballungsraums mit knapp 700.000 Einwohnern, der Akron Metropolitan Statistical Area.

Die Bezeichnung Akron leitet sich vom griechischen Wort ab (es ist dessen Neutrumform) und bezieht sich mit seiner Bedeutung „höchster Punkt“ auf den nahegelegenen Scheitelpunkt des Ohio-Erie-Kanals, während dessen Bau die Stadt als kleine Siedlung ihren Anfang nahm. Nach der Jahrhundertwende stieg Akron mit vier großen Werken (Firestone, General Tire, B. F. Goodrich und Goodyear) zum größten Standort der US-Reifenindustrie auf und wuchs zwischen 1880 und 1930 von 16.500 auf 255.000 Einwohner an. Hergestellt wurden ferner Luftschiffe durch Goodyear (unter anderem USS Akron), Petroleumlampen und Haferflocken.

Infolge wirtschaftlichen Strukturwandels setzte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein noch heute spürbarer industrieller Niedergang ein. Die Stadt stemmt sich durchaus erfolgreich dagegen mit Investitionen in die Sanierung von Altlasten, neue Gewerbeansiedlungen, Schulbildung und die industrielle Forschung. Akron besitzt bedeutende Forschungseinrichtungen der Polymer- und Kunststoffindustrie und ist Hauptort des Polymer Valley, in dem sich knapp die Hälfte der Kunststoffindustrie Ohios konzentriert. Die ansässige Universität, die University of Akron, verzeichnet 23.400 Studierende.

1935 wurde in Akron die Selbsthilfeorganisation der Anonymen Alkoholiker gegründet.

Geographie Lage und Ausdehnung Akron liegt im Nordosten des Bundesstaats Ohio, rund 50 km südlich von Cleveland am Eriesee sowie rund 85 km westlich der Grenze zu Pennsylvania. Das Stadtgebiet ist 62,41 Quadratmeilen (161,57 km²) groß (davon 160,69 km² Landfläche) und liegt in der Mitte des zugehörigen Kreises, des Summit County. Es besitzt eine annähernd quadratische Grundform mit zwei Ausbuchtungen im Osten und Nordwesten und etlichen kleineren „Ausfransungen“ auf allen vier Seiten.

Wirtschaftsgeographisch gesehen liegt Akron inmitten des Rust Belt und früheren Manufacturing Belt, des dicht besiedelten, ersten Industriegebiets der USA, dessen einstige Zentren heute vielfach vom Niedergang der Schwerindustrie gekennzeichnet sind. Die Stadt ist Hauptort des zugehörigen Ballungsraums Akron Metropolitan Statistical Area mit knapp 700.000 Einwohnern. In dessen Nachbarschaft befinden sich drei weitere Ballungsräume, Cleveland im Norden mit 2,1 Mio. Einwohnern, Youngstown im Osten mit 587.000 Einwohnern sowie Canton im Süden mit 410.000 Einwohnern. Das Städtedreieck Akron–Canton–Youngstown bildet zusammen die Industrieregion Polymer Valley, in welcher sich eine Vielzahl Kunststoff verarbeitender Betriebe konzentriert.

Topografie Die Stadt liegt inmitten des Allegheny-Plateaus, einer von eiszeitlichen Gletschern geformten Moränenhügellandschaft, die sich in Nordost-Südwest-Richtung zwischen der Ebene der Großen Seen und dem Gebirgszug der Appalachen erstreckt. Durch die Stadt verläuft die Wasserscheide zwischen den Großen Seen im Norden und dem Ohio River/Mississippi im Südosten, die an dieser Stelle vom Ohio-Erie-Kanal überwunden wird.

mini|hochkant=2.6|zentriert|Blick auf die Innenstadt Akrons von Norden her; im Vordergrund das Tal des Little Cuyahoga River Der Little Cuyahoga River, ein linker Nebenfluss des Cuyahoga, durchquert das Stadtgebiet nördlich der Innenstadt von Südosten nach Nordwesten in einem ausgeprägten Tal. Der Kanal zweigt etwa einen Kilometer unterhalb der Innenstadt nach Süden hin ab, steigt die Böschung empor, durchquert das Stadtzentrum und den Lake Summit und führt südlich der Stadtgrenze wieder hinunter in das Tal des Tuscarawas River, der in den Ohio entwässert.

Gliederung und Stadtbild Die Stadt gliedert sich in insgesamt 21 Stadtbezirke, die so genannten Neighborhoods. Diese decken das Stadtgebiet nicht vollständig ab; in einigen Randlagen befinden sich Areale, die zu keinem Bezirk gehören. Die einzelnen Stadtteile unterscheiden sich zum Teil erheblich hinsichtlich Einwohnerdichte, Wohlstand, Bildungsniveau sowie in ihrer ethnischen und demografischen Zusammensetzung. Viele der Stadtteile grenzen sich untereinander naturräumlich oder durch Infrastruktur wie Autobahnen oder Bahnanlagen voneinander ab.

Die geschlossene Bebauung erstreckt sich im Umkreis von vier bis acht Kilometern um das Stadtzentrum herum und bricht an den meisten Stellen in etwa mit der Stadtgrenze ab. Nennenswerte, dicht bebaute Vororte jenseits davon sind Cuyahoga Falls (49.000 Einwohner) im Norden sowie dahinter Stow und Kent sowie im Südwesten Barberton, allesamt mit je etwa 30.000 Einwohnern.

Die Industrieanlagen konzentrieren sich auf einige große, abgegrenzte Standorte, die über das Stadtgebiet verteilt sind. Die Fabriken und Hafenanlagen im Zentrum und am Kanalufer, die die Innenstadt lange Zeit geprägt haben, sind in weiten Teilen verschwunden und durch Verwaltungsgebäude und Freizeiteinrichtungen ersetzt worden. Unmittelbar östlich der Innenstadt liegt das weitläufige Gelände der Universität mit ihren Lehr- und Forschungseinrichtungen, welches den zugehörigen Stadtbezirk University Park beinahe vollständig ausfüllt. Der Rest des Stadtgebiets ist weitgehend mit Einzelhäusern bebaut.

Klima Akron liegt im Bereich der borealen Klimazone und besitzt ein kaltgemäßigtes Klima (effektive Klimaklassifikation: Dfa). Die Jahreszeiten sind kontinentaltypisch stark ausgeprägt mit warmen, feuchten Sommern und kalten, schneereichen Wintern. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,7 Grad Celsius.

Die mit Abstand kältesten Monate sind Dezember, Januar und Februar mit Durchschnittstemperaturen zwischen −0,7 und −4,0 °C. Am wärmsten sind dagegen die Sommermonate Juni, Juli und August mit Mittelwerten zwischen 19,9 und 22,2 °C. Die Tiefstwerte in den Wintermonaten liegen im Durchschnitt bei −6,6 °C, die Tageshöchsttemperaturen im Sommer erreichen im Mittel 26,9 °C; an einzelnen Tagen kann die Temperatur auf über 30 °C ansteigen. Die kältesten Tage des Jahres gibt es Ende Januar mit bis zu −15 °C. Die bisher niedrigste Temperatur vor Ort wurde am 19. Januar 1994 mit −32,0 °C gemessen; der bisher wärmste Tag war der 6. August 1918 mit 40,0 °C.

Die Niederschläge fallen im Sommer als Regen und in den Wintermonaten als Schnee. Dabei weist der Winter im Mittel um rund ein Drittel geringere Niederschläge auf als der Sommer. Die Jahresniederschlagsmenge liegt im Durchschnitt bei moderaten 979 mm.

Das regionale Klima des Lake Effect Snow im Bereich der Großen Seen, bei dem kalte Winde über den warmen Seeflächen Wasserdampf aufnehmen, der dann am Lee-Ufer des Sees als Schnee niedergeht, ist in Akron aufgrund der Entfernung zum Seeufer nur noch in geringem Umfang zu spüren.

Geschichte Gründung und Anfangsjahre Die Gründung Akrons geht auf den Bau des Ohio-Erie-Kanals zurück. Er sollte den Gütertransport auf dem Wasserweg zwischen den Großen Seen und dem Mississippi ermöglichen und darüber hinaus helfen, das seinerzeit dünn besiedelte und wirtschaftlich rückständige Ohio besser zu erschließen.

mini|hochkant|Stadtplan Akrons zur Zeit seiner Gründung 1825. Der Siedler Paul Williams, durch dessen Besitz der Kanal führen sollte, und der Erbauer des Kanals, Simon Perkins, gründeten im Jahre 1825, zwei Jahre vor der Fertigstellung des Kanals, an dessen Scheitelpunkt eine Siedlung mit dem Namen Akron. Die Bezeichnung leitet sich vom griechischen Wort ἄκρος ab, das so viel wie der höchste Punkt bedeutet und sich auf ebendiesen Scheitelpunkt jenes Kanals bezieht.

1833 kommt es ein Stück weiter nördlich, oberhalb der Mündung des Kanals in den Little Cuyahoga River, zu einer weiteren Siedlungsgründung mit dem Namen Cascade. Diese wird schon bald North Akron genannt, und die ursprüngliche Siedlung heißt entsprechend South Akron. 1836 schließlich werden die beiden Orte zum heutigen Akron zusammengefasst. Als Gründungsdatum der Stadt gilt jedoch das Gründungsjahr der ersten Siedlung, 1825.

In den folgenden Jahren wuchs die Stadt zu einem kleinen Binnenhafen heran. Viele Farmer aus der Umgebung ließen hier Getreide verladen. Mit dem Bau der Eisenbahnen Mitte des 19. Jahrhunderts geriet Akron jedoch zunächst ins Hintertreffen, weil die Bahn erheblich schnellere Reisegeschwindigkeiten bot als die Kanalschifffahrt. Obwohl die Stadt 1852 ebenfalls Bahnanschluss erhielt, kam die wirtschaftliche Entwicklung für ein Jahrzehnt praktisch zum Erliegen. Erst mit dem Sezessionskrieg 1861–65 begann die eigentliche Industrialisierung Akrons; hergestellt wurden vor allem Landmaschinen, Steinzeug, Zündhölzer (Barber, später Diamond Match), Petroleumlampen (Akron Lamp) sowie Haferflocken (Schumacher, später Quaker Oats). Viele Betriebe machten sich dabei die Versorgung mit großen Mengen Frischwasser durch den Kanal zunutze.

In den 1890er Jahren ging es aber schon wieder abwärts. Brände, Seuchen und soziale Unruhen ließen die industrielle Basis zusehends erodieren. Und nachdem sich zusätzlich der Schwerpunkt der Landwirtschaft weiter Richtung Westen verlagert hatte, brachen den ansässigen Händlern und Landmaschinenherstellern die Aufträge weg. Die Arbeitslosigkeit wuchs und zahlreiche Fabriken standen leer.

mini|Polizeifahrzeug der Stadtpolizei Akron, Ohio, 1899 Während des Akron-Aufruhrs am 23./24. August 1900 wurden von der städtischen Polizei die Kinder Rhoda Davidson (Vier Jahre alt) und Glen Wade (Zehn Jahre alt) versehentlich erschossen, als ein Mob versuchte, das Stadthaus zu stürmen, um einen mutmaßlichen Vergewaltiger zu lynchen. Die öffentliche Ordnung konnte erst nach dem Einsatz der Ohio National Guard wiederhergestellt werden, da die Stadtpolizei nach dem Sturm auf das Gebäude geflohen war und sich praktisch aufgelöst hatte. Der weltweit erste Streifenwagen der Stadtpolizei, ein Elektrobus, wurde vom Mob in den Ohio-Erie-Kanal gekippt.

Aufstieg, Große Depression und Zweiter Weltkrieg mini|Reifenherstellung in Akron (1941). Mit dem Beginn des Automobilzeitalters um die Jahrhundertwende stieg Akron zum wichtigsten Standort der US-Reifenindustrie auf. Mit B. F. Goodrich, Firestone, General Tire und Goodyear waren vier der fünf bedeutenden US-amerikanische Reifenhersteller mit ihren Fabriken ansässig. Diese Tatsache brachte der Stadt den Spitznamen “Rubber Capital of the World”, deutsch „Welthauptstadt des Gummi“ ein. In dieser Zeit erfuhr Akron starkes Bevölkerungswachstum; die Einwohnerzahl stieg von (1880) 16.500 auf (1930) 255.000 Einwohner an. In den Reifenfabriken waren 1929 über 58.000 Personen beschäftigt. 1917 nahm Goodyear zudem den Bau von Luftschiffen auf.

Der Ursprung dieser Entwicklung geht auf Benjamin Franklin Goodrich zurück, der seine kleine Gummifabrik 1870 von New York hierher verlegte, fernab seiner bisherigen Konkurrenten. Nachdem sich die Gummiherstellung durch den Autoboom nach der Jahrhundertwende als hochprofitables Geschäft erwiesen hatte, bauten auch andere Geschäftsleute aus der Umgebung eigene Reifenfabriken auf, in direkter Nachbarschaft zu Goodrich und in den schon bestehenden, leerstehenden Fabriken Akrons.

Die Große Depression traf die Stadt besonders hart. In den 1930er Jahren erreichte die Arbeitslosenquote zeitweilig 60 %. Erst der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg ließ die Nachfrage nach Reifen und Luftschiffen wieder anwachsen. Die Produktion umfasste in den Kriegsjahren zudem Gummistiefel und Regenmäntel für Soldaten sowie Bauteile für Flugzeuge.