Marianne Christina Schilling (* 6. November 1928 in Bremen; † 12. Mai 2012 ebendaSchauspielerforscher: . In: DEFA-Sternstunden Forum, 13. Mai 2012, abgerufen am 14. Mai 2012.) war eine deutsche Schauspielerin.
Leben Schilling erhielt von 1947 bis 1949 privaten Schauspielunterricht bei Dora-Maria Herwelly in Bremen. Ihr erstes Bühnenengagement hatte sie am Staatstheater Oldenburg. Von 1951 bis 1961 war sie festes Ensemblemitglied an den Städtischen Bühnen Leipzig. 1954 spielte sie dort die Titelrolle in Schillers Schauspiel Die Jungfrau von Orleans.Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 645. Gastweise trat sie in den 1960er Jahren an der Volksbühne Berlin auf. 1970 wurde sie Mitglied am Berliner Ensemble. In den 1980er Jahren trat sie als Theaterschauspielerin in Bremen, am Staatstheater Hannover und am Stadttheater Heidelberg auf.
Seit Ende der 1950er Jahre übernahm Schilling auch Rollen bei der DEFA und im Fernsehen der DDR. Ihre bekannteste Filmrolle war die Rolle der eitlen Königin und hinterlistig-bösen Stiefmutter von Schneewittchen im gleichnamigen DEFA-Märchenfilm von 1961.Volker Wachter: . In: DEFA-Sternstunden, abgerufen am 26. April 2020 (private Webseite; – Quelle: Marianne Christina Schilling).Frank-Burkhard Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2, S. 373. In dem Fernsehfilm Das Tal der sieben Monde (1967) gestaltete sie „eindrucksvoll“ die Rolle der Kellnerin Stephanie. Schilling selbst bezeichnete dies als „wunderbare Rolle“.
Schilling war ab 1944 mit dem deutschen Schauspieler und Synchronsprecher Harald Halgardt (1927–2019) verheiratet.Bärbel Beuchler: . Kurzporträt und Interview. In: SUPERillu. 9. Januar 2009. Sie hatten zwei Söhne. Der Jüngere, Jan-Christof Kick, ist ebenfalls Schauspieler. Schilling und Halgardt lernten sich in einer Jugendgruppe am Theater kennen, welches später aus finanziellen Gründen geschlossen werden musste. Als er 1949 ein Engagement in Leipzig bekam, ging sie mit ihm. Nachdem Schilling mit ihrem Gatten 35 Jahre lang in der DDR lebte, zogen sie 1984 zurück in Schillings Heimatstadt Bremen. In einem Interview mit der Zeitschrift SUPERillu erklärte Schilling hierzu: „Die politischen Vorgaben in der Kunst passten uns dann nicht mehr.“
Schilling litt an Polyarthrose; daher konnte sie kaum noch laufen und war in den letzten Jahren ihres Lebens auf die Pflege ihres Mannes angewiesen.
Filmografie 1959: Dr. Wanner 1959: Lysistrata oder Der Bettstreik der Athenerinnen 1961: Der Fall Gleiwitz 1961: Schneewittchen 1963: Winterschlacht (TV) 1964: Fernsehpitaval: Die Affäre Meincke 1965: Lots Weib 1967: Der kurfürstliche Narr (TV) 1967: Das Tal der sieben Monde 1969: Der Nachtigallenwald (TV) 1969: Die Rosenholzmöbel (TV) 1970: Signale – Ein Weltraumabenteuer 1971: Husaren in Berlin 1973: Eva und Adam (TV-Vierteiler) 1973: Die sieben Affären der Doña Juanita (vierteiliger Fernsehfilm) 1973: Ein idealer Gatte (TV) 1973: Eva und Adam (TV) 1974: Spätsaison (TV) 1974: Leben mit Uwe 1975: Toggenburger Bock (TV) 1977: Das Ehelabor (TV) 1978: Scharnhorst (TV-Serie) 1980: Deines Nächsten Weib (TV) 1993: Freunde fürs Leben (TV-Serie, Folge 14: „Hochzeitsnacht“)
Literatur Frank-Burkhard Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Unter freundlicher Mitarbeit von Volker Wachter. Hrsg. von F.-B. Habel. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2, S. 373. Edith Laudowicz: Schilling, Marianne Christina, verh. Halgardt. In: Regina Contzen, Edith Laudowicz, Romina Schmitter (Hrsg.): Frauen Geschichte(n). Biografien und FrauenOrte aus Bremen und Bremerhaven. Bremer Frauenmuseum (Herausgebendes Organ). Edition Falkenberg, Bremen 2016, ISBN 978-3-95494-095-0.
Weblinks
Volker Wachter: . In: DEFA-Sternstunden (private Webseite; – Quelle: Marianne Christina Schilling)
Einzelnachweise
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