mini|Kim-Il-sung-Universität

Die Kim-Il-sung-Universität (kor. , , revid. Romanisierung Gim-Il-seong-Jonghabdaehag) wurde am 1. Oktober 1946 in Pjöngjang (kor. Schreibweise: 평양, pyeong-yang) eröffnet und ist die erste Universität Nordkoreas. Sie befindet sich an der Kumsong-Straße im Stadtbezirk Taesŏng-guyŏk im dortigen Stadtteil Ryongnam-dong.

Ihre Errichtung geht auf einen Beschluss der Partei der Arbeit Koreas vom Juli 1946 zurück, und sie wurde nach dem „ewigen Präsidenten“ Kim Il-sung benannt. Während des Koreakrieges versteckte sich die Universität im heutigen P’yŏngsŏng, an dessen Stelle befindet sich heute eine Gedenkstätte.

Bindende Zulassungsvoraussetzungen schließen eine Empfehlung der weiterführenden Schule und eines Mitglieds der Partei ein. Die Zulassung erfordert die Erfüllung von drei Hauptkriterien: akademische Grade, ein Leben in Übereinstimmung mit Partei und Gesellschaft und den Status des Bewerbers. Dieser ist durch Parteizugehörigkeit der Eltern des Bewerbers definiert und nach dem Kriterium, ob die Familie zum Zeitpunkt der Parteigründung als „proletarisch“ angesehen wurde.

Der Politiker und spätere Flüchtling Hwang Jang-yop war an der Universität zeitweise Hauptdozent für Philosophie und ab April 1965 deren Präsident.

Die Universität ist auf der Vorderseite des 5-Won-Scheines von 1992 abgebildet.

Fakultäten mini|Medizinstudenten an der neueröffneten Kim-Il-sung-Universität im Nov. 1946 Geistes-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften Geschichte Philosophie Verwaltung und Wirtschaft Recht Koreanische Sprache Fremdsprachen und Literatur

Naturwissenschaften Physik Mathematik Biologie Geographie Chemie Geologie Atomenergie Automation

Neben den 22 Fakultäten gibt es 63 angeschlossene Forschungsinstitute. Die Zahl der Studenten wird zwischen 12.000 und 20.000 angegeben (zusätzlich gibt es mehr als 4000 Nacht- und Austauschstudenten). Es werden auch asiatische, afrikanische und europäische Bewerber akzeptiert.

Campus Der Universitäts-Campus umfasst 1.560.000 QuadratmeterPhilipp Meuser (Hrsg.): Architekturführer Pjöngjang. Band 1: Fotos und Beschreibungen. DOM publishers, Berlin 2011, ISBN 978-3-86922-126-7, S. 66. und schließt eine naturwissenschaftliche Bibliothek mit mehr als zwei Millionen Büchern ein, dazu eine Sportanlage mit einem dreigeschossigen Hallenstadion aus dem Jahr 1989, Museen, eine Druckerei und ein Krankenhaus. Das Hauptgebäude wurde 1948 erbaut, das vier- und neungeschossige Gebäude mit der Nummer 1 im Jahr 1965. Das Internat der Universität kann 10.000 Studenten beherbergen. Momentan befindet sich eine Erweiterung, "Building No. 3", im Bau.

In der Nähe des Campus befindet sich ein Endpunkt der Kŭmsusan-Linie der Straßenbahn Pjöngjang sowie die Metrostation Samhŭng der Metro Pjöngjang.

Bekannte Absolventen mini|hochkant|Die Kim-Il-sung-Universität um 1960 An Kyŏng-ho (1930–2016), Politiker, Vorsitzender des Komitees für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes Kim Jong-il (1941–2011), Generalsekretär der PdAK und somit Staatsoberhaupt und Regierungschef Nordkoreas, 1960–1964 Kim Pyong-il (* 1954), Halbbruder von Kim Jong-il und ehemaliger Botschafter in Polen Kyong Wonha, Nuklearwissenschaftler Andrei Nikolajewitsch Lankow (* 1963), Politologe, als Austauschstudent 1985 Paek Nam-sun (1929–2007), früherer Außenminister Sin Son-ho, Botschafter Nordkoreas bei den Vereinten Nationen Zhang Dejiang (* 1946), gegenwärtiger chinesischer Vizepremier, prominenter Führer der Kommunistischen Partei Chinas und Mitglied ihres Politbüros Kim Jong-un (* 1984), Sohn von Kim Jong-il, Nachfolger seines Vaters als Generalsekretär der PdAK Kim Seong-hye (* 1965), Vorsitzende des Komitee für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes

Bekannte Auslandsstudenten Rüdiger Frank (* 1969), deutscher Ökonom und Ostasienwissenschaftler Helga Picht (* 1934), deutsche Koreanistin

Reliquien In dem Hochhaus der Universität befinden sich drei Fahrstühle, von denen der mittlere bei einem Besuch von Kim Il-sung genutzt wurde. Der Fahrstuhl wird daher als Reliquie geschützt und ist nicht mehr zur öffentlichen Nutzung frei gegeben. Aus entsprechendem Grund ist auch der Tisch im Lesesaal der Universität, an dem Kim Jong-il während seiner Studienzeit gesessen hatte, mit einem weißen Tuch bedeckt.Rüdiger Frank: Nordkorea. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2014, Seite 68, ISBN 978-3-421-04641-3

Kontroverse Ein Besuch der BBC bei der Kim-Il-sung-Universität in den 2010er Jahren offenbarte, dass die Studenten kein Internet über die Computer der Universität aufrufen konnten – und dass sie dies nicht gegenüber ausländischer Presse zugeben konnten.

Weblinks

Offizielle Website der Kim-Il-Sung-Universität (englisch, koreanisch und russisch) Offizielle Website des Telekommunikations-College der Kim-Il-sung-Universität (koreanisch – offline) „The Pyongyang Youth and Kim Il Sung University“, Daily NK, 21. September 2006 (englisch) BBC News „Meeting North Korea's 'Generation next'“ (englisch)

Einzelnachweise

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