mini|Seepark Betzenhausen, Flückigersee mini|Tempelchen am südwestlichen Seeufer mini|Japanischer Garten mini|Seeparkturm Der Seepark im Freiburger Stadtteil Betzenhausen ist das ehemalige Gelände der Landesgartenschau 1986. Es besteht aus einem insgesamt rund 35 Hektar großen Naherholungsgebiet mit dem etwa 10 Hektar großen künstlichen Flückigersee, das größtenteils unter Denkmalschutz steht. Im Nordosten steht der 15 Meter hohe Seeparkturm.
Geschichte Im Mittelalter wurde das Areal um den heutigen Seepark als militärisches Aufmarschgebiet genutzt. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wurde auf der Fläche des heutigen Seeparks hauptsächlich Landwirtschaft betrieben. Da sich der nährstoffarme Schotterboden nur schlecht für den Anbau von Getreide eignete, siedelte sich in den 1920er Jahren die Firma Flückiger hier an, um Sand und Kies abzubauen. Die entstandene Grube füllte sich mit Grundwasser. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Teile des Sees mit den Trümmern aus der Innenstadt verfüllt, wofür eigens die Trümmerbahn Freiburg erbaut worden war. Mit der zunehmenden Ausbreitung der Stadt in Richtung Westen war das Gebiet immer mehr von Bebauung umgeben, wodurch die Proteste gegen den Kiesabbau zunahmen. Im Jahr 1983 wurde der Kiesabbau eingestellt.
Nach der erfolgreichen Bewerbung zur Landesgartenschau 1986 wurde der Park von den Landschaftsarchitekten Volker Harbauer und Gisela Fleig-Harbauer aus Emmendingen völlig neu gestaltet. Mit über 2 Millionen Besuchern war die Landesgartenschau 1986 eine der erfolgreichsten Landesgartenschauen überhaupt.
Als Haupteingang wurde an der Sundgauallee der Betzenhauser Torplatz mit Holzskulpturen des Architekten Hans Dieter Schaal angelegt. Diese wurden im Herbst 2020 im Rahmen einer Umgestaltung des Platzes entsorgt.
Die heutige Anlage entspricht im Wesentlichen den damaligen Plänen. Von den damals 260 gepflanzten Mammutbäumen fielen inzwischen viele der Trockenheit und Krankheiten zum Opfer. Auch der kiesige Untergrund war für die Bäume nicht ideal. Nachdem 2018 bis auf 42 weitere Mammutbäume gefällt werden mussten, sollen in Zukunft Bäume gepflanzt werden, die mit zunehmender Hitze und Trockenheit zurechtkommen. Ende 2021 wurden weitere Mammutbäume gefällt. Nur zwölf blieben stehen.
Im Osten befindet sich ein Rosengarten, der 2011 neu angelegt und nach dem Stifter und Ehrenbürger als Eugen Martin Anlage benannt wurde. Vom Rosengarten aus besteht eine Sichtachse bis zum Kaiserstuhl, für die die Wiesen am Ost- und Westufer unbebaut blieben.
Auf der Nordostseite grenzt der Außenbereich des Westbades direkt an den Seepark an.
Im Juli 2019 wurde der Holzsteg zur Rotunde, von wo der Pontonsteg abgeht, wegen Baufälligkeit gesperrt und im Februar 2024 mit einer haltbareren Trägerkonstruktion aus Stahl wiedereröffnet.
2020 schrieb die Badische Zeitung, dass der Park unter dem Freizeitdruck der wachsenden Stadt leide. Selbst während der Covid-19-Pandemie habe es keine Pause gegeben. Seit 1990 sind die angrenzenden Stadtteile Betzenhausen und Mooswald um 3000 Einwohner gewachsen, genau so wie die immer noch nahe liegenden Stadtteile Lehen und Stühlinger. Die Studentensiedlung am Südostufer ist mit ca. 2.900 Bewohnern das größte Studierendenwohnheim Deutschlands. Seit Dezember 2020 gibt es bei der Sonnenuhr am Bürgerhaus einen geodätischen Referenzpunkt, mit dem jeder die Positionsgenauigkeit seines Navigationsgerätes oder Smartphones überprüfen kann.
Im Jahr 2026 wurde der Seepark aufgrund seines Erhaltenswertes und seiner Einmaligkeit für die Gartenkunst der 1980er-Jahre unter Denkmalschutz gestellt.
Japanischer Garten 1990 wurde im Westen des Gebietes aufgrund der Städtepartnerschaft mit der japanischen Stadt Matsuyama ein 3600 m² großer japanischer Garten gestaltet. Er wurde von dem japanischen Gartenarchitekten Yoshinori Tokumoto aus Matsuyama geplant und ist ein Geschenk der Partnerstadt. Im Herbst 1989 wurde er von drei japanische Gärtnern und zehn Freiburger Gärtnern des Gartenamtes angelegt.
Die großen Felssteine wurden am Schauinsland ausgesucht und die Steinlaternen sind Originale aus Japan. Die spezielle Pflege haben Gärtner des Gartenamtes im Gartenbaubetrieb von Tokumoto in Matsuyama erlernt.
Anbindung Die Linien 1 der Freiburger Straßenbahn mit den Haltestellen Betzenhauser Torplatz und Am Bischofskreuz und die Linie 4 mit der Haltestelle Berliner Allee verbinden den Seepark mit dem restlichen Stadtgebiet. Um den Seepark herum befinden sich am Westbad, an der Stusie und am Betzenhauser Torplatz vier Stationen des Fahrradverleihsystems Frelo. Über die Falkenbergerstraße soll der Seepark mit der neuen Mitte Mooswalds verbunden werden. Über zwei Brücken für den Fuß- und Radverkehr über die Westrandstraße kann der Seepark von Lehen und Landwasser erreicht werden. Über zwei Unterführungen unter der Sundgauallee und den Betzenhauser Torplatz ist das südliche Gebiet Betzenhausens angebunden.
Weblinks
Webseite auf freiburg.de
Einzelnachweise
Kategorie:Parkanlage in Freiburg im Breisgau Kategorie:Japanische Gartenkunst