Fessenmühle, auch Feßmühle genannt, (fränkisch: Fässa-mil bzw. Fehsa-milE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 74. Dort folgendermaßen transkribiert: „fęsəmíl“ oder „fēsəmíl“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Fessenmühle liegt in der Gemarkung Forst.
Geografie Die Einöde liegt an der Rippach. Unmittelbar westlich mündet der Dorfbach als rechter Zufluss in die Rippach. Im Norden grenzt das Dünnholz an, 0,5 km südlich liegt das Langholz. Die Kreisstraße AN 10 führt an der Steinmühle vorbei nach Weihenzell (2,2 km nordwestlich) bzw. Frankendorf (0,7 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde 1691 als „Fesselmühle“ erstmals schriftlich erwähnt, vermutlich benannt nach dem Familiennamen des damaligen Besitzers.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 73 f. Die Mühle wurde bis ins 19. Jahrhundert zum Getreidemahlen und Gerben eingesetzt.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Fessenmühle zur Realgemeinde Frankendorf. Sie hatte das Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim als Grundherrn. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt die Fessenmühle die Hausnummer 1 des Ortes Frankendorf.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 855.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 125. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 989.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Fessenmühle dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Vestenberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Vestenberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Fessenmühle nach Bruckberg und am 13. August 1827 in die neu gebildete Gemeinde Forst umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 947. Am 1. Juli 1971 wurde diese schließlich im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Weihenzell eingemeindet.
Eine Wasserkraftturbine liefert durchschnittlich 8,5 kW Strom (Stand: 2008).
Baudenkmal Ehemalige Mühle: im Kern aus dem Jahr 1469, im 16./17. Jahrhundert umgebaut, Krüppelwalmbau, mit Fachwerkobergeschoss, 17. Jahrhundert; Fachwerkscheune, 17. Jahrhundert, mit massivem Anbau, wohl 18. Jahrhundert
Einwohnerentwicklung Jahr 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 9 8 4 4 8 12 5 3 6 5 3 5 5HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1840 werden diese als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude bezeichnet. 1 1 1 1 1 1 1 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.
Religion Fessenmühle ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört bis heute zur Kirchengemeinde St. Stephanus (Forst), einer Filiale von St. Jakob (Weihenzell). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Dietenhofen) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Ansbach Kategorie:Wassermühle im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1691 Kategorie:Mühle in Europa Kategorie:Bauwerk in Weihenzell