mini|Tacinga saxatilis im Habitat, Typstandort, Minas Gerais

Tacinga saxatilis ist eine Pflanzenart aus der Gattung Tacinga in der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Das Artepitheton saxatilis stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ‚auf Felsen wachsend‘.Urs Eggli, Leonard E. Newton: Etymological Dictionary of Succulent Plant Names. Birkhäuser 2004, ISBN 3-540-00489-0, S. 213.

Beschreibung Tacinga saxatilis wächst strauchig bis kriechend, bleibt niedrig und ist zahlreich verzweigt. Die Triebe sind in graue bis blaugrüne, gelegentlich glauke, kreisrunde bis eiförmige Segmente gegliedert. Die Segmente sind 10 bis 16 Zentimeter lang, 5 bis 11 Zentimeter breit und bis 1,7 Zentimeter dick. Die auf den Trieben befindlichen Areolen sind mit weißlicher Wolle und Haaren bedeckt. Die Glochiden sind in die Segmente eingesenkt. Es sind bis 6 braune, graue oder weißliche, nicht sonderlich stechende, 5 bis 14 Millimeter lange Dornen vorhanden, die häufig eine schwarze Spitze aufweisen. Die Dornen sind nadelig bis borstig, steif, gerade oder leicht gebogen und gelegentlich verdreht.

Die goldgelben bis dunkelgelben bis leuchtend orangefarbenen Blüten sind bis 3 Zentimeter lang und weise ebensolche Durchmesser auf. Ihre Blütenhüllblätter sind ausgebreitet. Die kugelförmigen bis niedergedrückt kugelförmigen Früchte sind leicht geschnäbelt. Sie sind bräunlich grün bis weinrot oder bräunlich rot, bis 3,8 Zentimeter lang und enthalten wenige Samen.

Verbreitung, Systematik und Gefährdung Tacinga saxatilis ist im Nordosten Brasiliens in den Bundesstaaten Bahia und Minas Gerais in Höhenlagen von 450 bis 700 Metern verbreitet.

Die Erstbeschreibung als Platyopuntia saxatilis erfolgte 1979 durch Friedrich Ritter.Friedrich Ritter: Kakteen in Südamerika: Ergebnisse meiner 20-jährigen Feldforschung. Band 1, 1979, S. 32. Nigel Paul Taylor und Wolfgang Hermann Stuppy stellten die Art 2002 in die Gattung Tacinga.D. Hunt, N. Taylor (Hrsg.): Studies in the Opuntioideae (Cactaceae). Succulent Plant Research, Band 6, 2002, S. 112.

Es werden folgende Unterarten unterschieden: Tacinga saxatilis subsp. saxatilis Tacinga saxatilis subsp. estevesii

Die von Pierre Josef Braun akzeptierten Unterarten:P. Braun: Neue Kombinationen von Tacinga saxatilis. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 69, Nr. 4, 2018, S. 105–108.: Tacinga saxatilis subsp. minutispina Tacinga saxatilis subsp. occibahiensis Tacinga saxatilis subsp. pomosa werden als Synonyme der Art betrachtet.Nadja Korotkova, David Aquino, Salvador Arias, Urs Eggli, Alan Franck, Carlos Gómez-Hinostrosa, Pablo C. Guerrero, Héctor M. Hernández, Andreas Kohlbecker, Matias Köhler, Katja Luther, Lucas C. Majure, Andreas Müller, Detlev Metzing, Reto Nyffeler, Daniel Sánchez, Boris Schlumpberger, Walter G. Berendsohn: Cactaceae at Caryophyllales.org – a dynamic online species-level taxonomic backbone for the family – Electronic supplement. In: Willdenowia. Band 51, Nr. 2, 2021, S. 361 (doi:10.3372/wi.51.51208).

Tacinga saxatilis wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als „“, d. h. nicht gefährdet, eingestuft. Die Entwicklung der Populationen wird als stabil angesehen.

Bei der Neubearbeitung der Liste 2013 wurde die Unterart Tacinga saxatilis subsp. estevesii als eigene Art Tacinga estevesii (P.J.Braun) P.J.BraunP. Braun: Tacinga estevesii (P.J.Braun) P.J.Braun. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 66, Nr. 8, 2015, S. 200. durch die IUCN anerkannt und die Art wird nun als „“, d. h. als stark gefährdet geführt. Die Einstufung erfolgte auf Grund des sehr geringen Verbreitungsgebietes von etwa 625 km², den nur drei bekannten Standorten der Art und der fortgesetzten Reduzierung der Pflanzen durch Bergbautätigkeiten in den Habitatflächen. Die Entwicklung der Population wird als abnehmend angesehen.

Nachweise Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Tacinga (Kakteen) Saxatilis