Hildegard Rauschenbach (2005)|mini Hildegard Rauschenbach geb. Mischke (* 15. März 1926 in Dickschen, Kreis Pillkallen, Ostpreußen; † 7. Februar 2010 in Berlin) war eine deutsche Schriftstellerin.
Leben Hildegard Mischke wuchs in Ostpreußen auf. Ihre beiden Brüder fielen im Zweiten Weltkrieg. 1945 war sie eine von 250.000 Frauen und Mädchen, die von der Roten Armee festgenommen und aus Ostpreußen und Pommern in Gulags deportiert wurden. Sie musste dreieinhalb Jahre Zwangsarbeit im Zwangsarbeitslager 6437 in Schadrinsk leisten, bevor sie wieder nach Deutschland zurückkehren konnte. Seit 1950 lebte sie in Berlin. Dort heiratete sie im selben Jahr Heinz Rauschenbach, mit dem sie einen Sohn hatte. Sie schrieb acht Bücher, viele Erzählungen und Essays, Beiträge für die Printmedien, 100 Gedichte und 50 Lieder, teilweise in Niederpreußisch. Auf Schallplatten sind von ihr gesungene Lieder aus Ostpreußen erhalten.
Am Volkstrauertag 2001 hielt sie im Reichstagsgebäude eine Gedenkrede für die in den Kriegen gefallenen und ums Leben gekommenen Menschen.Kreisgemeinschaft Schloßberg Im selben Jahr initiierte sie das Mahnmal für die im Zweiten Weltkrieg verschleppten deutschen Frauen und Mädchen, das der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf dem Friedhof Lilienthalstraße (Berlin) errichtete. Für ihren großen Beitrag zur Verständigung zwischen dem russischen und dem deutschen Volk erhielt sie einen Bundesverdienstorden. Unter dem Titel „Vergeben ja, vergessen nie“ veröffentlichte N. Dejnova im Juni 2010 einen Nachruf in der Schadrinsker Gans, einer russischen Literaturzeitung.
Ehrungen Bundesverdienstkreuz am Bande (2002) Goldenes Ehrenzeichen der Landsmannschaft Ostpreußen (2002)Der Tagesspiegel: Hildegard Rauschenbach (Geb. 1926) – „Wir haben den Krieg verloren, wir mussten den Tribut zahlen.“ vom 21. Mai 2010 Kulturpreis der Landsmannschaft Ostpreußen (2008)PAZ 6/10 vom 13. Februar 2010
Werke Zuhause in Pillkallen. Dorfgeschichten erlebt in Ostpreußen. Rautenberg, Leer 2003. ISBN 978-3800330621. Marjellchen wird Berlinerin. Heimkehr aus Sibirien und Neuanfang. Rautenberg, Leer 1990. ISBN 978-3800330614. Von Pillkallen nach Schadrinsk. Meine Zeit im 'Lager 6437' und das Wiedersehen nach 43 Jahren. Rautenberg, Leer 2001. ISBN 978-3792105238. Lager 6437. Ich war verschleppt nach Sibirien. Rautenberg, Leer 1994. ISBN 978-3792102992. Koddrig und lustig. Ostpreußische Originale in einem Pungel. Rautenberg, Leer 2003. ISBN 978-3800330652. Marjellchens verzwickte Verwandtschaft. Aus dem alten Ostpreussen . Westkreuz-Verlag, Bad Münstereifel 2001. ISBN 978-3929592610. Vergeben ja, vergessen nie – damals verschleppt im Ural-Gebiet, heute auf dem Weg der Versöhnung. Westkreuz-Verlag, Bad Münstereifel 2001. ISBN 978-3929592160. Marjellchen plachandert wieder. Erzählungen, Kochrezepte, Sprichwörter. Rautenberg, Leer 2005. ISBN 978-3800331017.
Weblinks
WorldCat Ehepaar Rauschenbach, Abramowo–Dickschen/Lindbach (ostpreussen.net) Dickschen (GenWiki)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Person (Ostpreußen) Kategorie:Träger des Kulturpreises der Landsmannschaft Ostpreußen Kategorie:Opfer des Stalinismus Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1926 Kategorie:Gestorben 2010 Kategorie:Frau