Frankendorf (fränkisch: Frangga-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 77. Dort folgendermaßen transkribiert: „franggədorf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Frankendorf liegt in der Gemarkung Forst.
Geografie Das Dorf liegt an der Rippach und am Dünnholzgraben, der dort als linker Zufluss in die Rippach mündet. Im Nordosten liegt das Waldgebiet Kohlschlag, im Nordwesten das Dünnholz und 0,5 km südwestlich das Langholz. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Forst (0,6 km nördlich) und die Staatsstraße 2246 kreuzend nach Thurndorf (2 km südlich). Die Kreisstraße AN 10 führt an der Fessen- und Steinmühle vorbei nach Weihenzell (3 km nordwestlich) bzw. zur Staatsstraße 2246 bei Neubruck (1,5 km östlich).
Geschichte Der Ort wurde im Würzburger Lehenbuch von 1303 als „Franckendorff“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens kann a) der Personenname Franko sein oder b) das Volk der Franken. Sollte die zweite Deutung die zutreffende sein, dann wäre das ein Beweis dafür, dass die Franken in dieser Gegend zu diesem Zeitpunkt nicht die Mehrheit der Bevölkerung stellten, sondern nur eine dünne Schicht der Eroberer bildeten, auf die explizit hingewiesen werden musste.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 77.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Frankendorf mit der Fessenmühle 14 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Rittergut Frohnhof der Herren von Eyb. Grundherren waren das Rittergut Frohnhof (2 Halbhöfe, 1 Höflein, 4 Söldengüter) und das Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim (1 Mühle, 1 Hof, 3 Söldengüter, 1 Wirtschaft mit Schankrecht, 1 Schmiede). Neben den Anwesen gab es folgende kommunale Gebäude: Hirtenhaus, Brechhaus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 855. Es gab zu dieser Zeit 12 Untertansfamilien. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 989.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Frankendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Vestenberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Vestenberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Frankendorf nach Bruckberg umgemeindet. Am 13. August 1827 wurde sie in die neu gebildete Gemeinde Forst umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 947. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden sieben Anwesen von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Rügland.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 972 und 989. Am 1. Juli 1971 wurde Frankendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Weihenzell eingemeindet.
Baudenkmal Brücke: einbogiger Quaderbau über den Bach, 18./19. Jahrhundert; am Ortsrand Richtung Weihenzell
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 106 165 160 85 85 86 90 120 100 95 85 111 114 111 104HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 15 15 14 14 14 15 15 20 Quelle Einwohnerzahl ist höchstwahrscheinlich falsch. Günther Roesner: Weihenzell. S. 152.
Religion Frankendorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört bis heute zur Kirchengemeinde St. Stephanus (Forst), einer Filiale von St. Jakob (Weihenzell). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Dietenhofen) gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ersterwähnung 1303