alternativtext=Detlev Buck mit verwuscheltem weißen Haar auf rotem Teppich|mini|Detlev Buck beim Deutschen Fernsehpreis 2024 Detlev Buck (* 1. Dezember 1962 in Bad Segeberg) ist ein deutscher Filmregisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Filmproduzent.
Leben und Werk Detlev Buck wuchs auf dem Bauernhof seiner Eltern Herbert und Inge Buck, geborene Freiin von Steinbeck in Nienwohld, Schleswig-Holstein, auf und absolvierte nach Abitur am Kreisgymnasium Bargteheide und Zivildienst zunächst eine Lehre als Landwirt. Zu dieser Zeit bewarb er sich an einer Hamburger Schauspielschule, scheiterte jedoch bei der Aufnahmeprüfung.
Die Kontakte zur Filmszene stellte er durch seine Bekanntschaft mit dem Kameramann und Regisseur Wolfgang Fischer her, für dessen nie öffentlich gezeigten Spielfilm Was sein muß, muß sein er 1982 erstmals vor einer Kamera stand. Noch während seiner Lehrzeit drehte er im Alter von 21 Jahren selbst seinen ersten Film Erst die Arbeit und dann?.Laut CineGraph-Artikel war Bucks eigentliches Erstlingswerk ein fünfminütiger verschollener Kurzfilm namens Der Fänger im Roggen. Der Film erschien kurze Zeit nach Bucks Aufnahme in die Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin, an welcher er von 1985 bis 1989 studierte., abgerufen am 5. November 2021 Mehrere seiner während des Studiums entstandenen Filme wurden Jahre später im Fernsehen oder im Kino gezeigt. Die ersten Filme Bucks sind deutlich autobiographisch geprägt und spielen vor einem von der Landwirtschaft geprägten Hintergrund.
Im Jahre 1991 gründete Buck zusammen mit Claus Boje die BojeBuck Filmproduktion GbR, die ein Jahr später in BojeBuck Produktion GmbH umfirmierte. Die Firma produzierte ihren ersten Langfilm Karniggels (1991) mit Bernd Michael Lade und Julia Jäger. Einem größeren Publikum wurde Detlev Buck mit seinem Film Wir können auch anders … (1993, mit Joachim Król und Horst Krause) bekannt. Dieser hatte auf der Berlinale 1993 Premiere und wurde von der internationalen Jury lobend erwähnt.
Buck führte bei verschiedenen deutschsprachigen Erfolgsfilmen der 1990er Jahre Regie, darunter Männerpension (mit Til Schweiger, Marie Bäumer und Heike Makatsch), mit dem er seinen Durchbruch hatte. Er tritt in seinen Filmen oft auch als Darsteller auf oder hat Cameos. Buck war in der von Leander Haußmann inszenierten Friedrich-Schiller-Verfilmung Kabale und Liebe (TV) zu sehen. Weitere Rollen hatte er in Herr Lehmann (mit Christian Ulmen), Sonnenallee (mit Alexander Scheer, Alexander Beyer, Henry Hübchen, Robert Stadlober und Katharina Thalbach), Blue Moon und Aimée & Jaguar. Ende September 2005 spielte er eine Hauptrolle in der Komödie NVA von Leander Haußmann.
Nebenher inszenierte er zahlreiche Werbefilme und 1993 zwei Musikvideos für die Gruppe Die Ärzte.
Im Jahr 2007 verzeichnete er mit Hände weg von Mississippi, worin der Kampf eines Mädchens um die Rettung seines Pferdes erzählt wird, auch in der Sparte Kinder- und Jugendfilm einen Erfolg.
Von November 2008 bis Januar 2009 fanden die Dreharbeiten zu Bucks Film Same Same But Different statt, einer Liebesgeschichte zwischen einem deutschen Rucksacktouristen (David Kross, den Buck schon für Knallhart engagiert hatte) und einer HIV-positiven Kambodschanerin. Das Drehbuch folgt dem autobiografischen Buch Wohin Du auch gehst von Benjamin Prüfer.
2012 wurde seine Literaturverfilmung Die Vermessung der Welt veröffentlicht. In den folgenden Jahren widmete er sich der Filmreihe Bibi & Tina, deren vier Teile er inszenierte. Mit der Fortsetzung Bibi & Tina – Die Serie drehte Buck erstmals eine Fernsehserie, die 2020 veröffentlicht wurde. 2022 folgte daraufhin mit der Besetzung aus dieser Serie der 5. Kinofilm Bibi & Tina – Einfach anders. Das Filmdrama Asphaltgorillas wurde 2018 veröffentlicht, im gleichen Jahr folgte die Komödie Wuff – Folge dem Hund.
Als Geschäftsführer der Firma Silbersee Film GmbH ist Buck auch als Werbefilmer tätig. In der Firma entstanden zwischen 1994 und 1996 Werbefilme für Flensburger Pilsener, die den für Buck typischen Humor zeigen. Mit Joachim Löw drehte er Werbespots für Nivea.
Ab Oktober 2005 moderierte Buck für einige Monate auf N24 zusammen mit dem Journalisten und Filmkritiker Knut Elstermann die wöchentliche Sendung Cinematalk, in der aktuelle Filme besprochen wurden. Seit 2010 inszeniert er für den NDR die humorvollen Clips aus der Das-Beste-am-Norden-Reihe.
Detlev Buck gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der Deutschen Filmakademie. Seit 2005 ist er Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg.
Privatleben Detlev Buck hat drei Töchter und lebt in Berlin und in Nienwohld. Seine Tochter Bernadette Knoller ist Filmregisseurin.
Buck ist Schirmherr des Vereins Hospiz Lebensweg Stormarn und der Biosphärenreservat-Initiative Verrückt auf Morgen.
Filmografie
Regie Filme
Musikvideos 1993: Die Ärzte – Schrei nach Liebe 1993: Die Ärzte – Mach die Augen zu 1998: Wolfsheim – It’s Hurting for the First Time 2003: Wolfsheim – Kein Zurück
Drehbuch
Darsteller
Produktion
Gastauftritte
Theater 1997: Die Kameraden von August Strindberg (Regisseur), Schauspielhaus Bochum
Dokumentation 2012: Heavy Metal trifft Karniggels: Detlev Buck goes Wacken (NDR)
Auszeichnungen 1992: Bayerischer Filmpreis: Nachwuchsregiepreis für Karniggels 1992: Preis der deutschen Filmkritik (Spielfilm) für Karniggels 1993: Deutscher Filmpreis: Bestes Drehbuch für Wir können auch anders 1994: Goldene Filmspule 1996: Bambi 2000: Kunstpreis des Landes Schleswig-HolsteinKurzvita Detlev Buck. kino.de; abgerufen am 2. Februar 2016 2004: Deutscher Filmpreis: Bester Nebendarsteller in Herr Lehmann 2006: Berlinale: Preis der Fipresci-Jury der internationalen Filmkritiker für Knallhart 2006: Deutscher Filmpreis: Silberne Lola für Knallhart 2007: Deutscher Filmpreis: Bester Kinder- und Jugendfilm für Hände weg von Mississippi 2007: Bayerischer Filmpreis: Bester Jugendfilm für Hände weg von Mississippi 2007: Norddeutscher Filmpreis für besondere Verdienste 2012: Romy für bestes Buch Kinofilm RubbeldiekatzRomy 2012 2021: Verdienstorden des Landes Schleswig-HolsteinAuszeichnung für Detlev Buck
Literatur Ariane Heimbach, Malte Hagener: Detlev Buck – Regisseur, Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lieferung 28, 1996. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 599 f.
Weblinks
Detlev Buck bei der Agentur Talent Republic Bio-Filmografie bei CineGraph Bucks Werbefilmfirma Interpretationen und Werkverzeichnis im Autor*innenlexikon der Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Geisteswissenschaften – Germanistik. WDR 5 (Westdeutscher Rundfunk) Tischgespräch vom 8. September 2021
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Schleswig-Holstein Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Romy-Preisträger Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Darstellender Künstler (Schleswig-Holstein) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1962 Kategorie:Mann