mini|Haus-Nr. 12 mini|Eiche Petersdorf
Petersdorf (fränkisch: Bäjdasch-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 153. Dort folgendermaßen transkribiert: „bęidəschdorf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Petersdorf liegt in der Gemarkung Forst.
Geografie Unmittelbar westlich des Dorfs entspringt der Fichtleinsgraben, ein linker Zufluss des Haselbachs. Im Westen liegt die Flur Schneegrund, dahinter grenzt der Schleißwald an. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Weihenzell zur Kreisstraße AN 10 (1,7 km westlich), nach Kleinhabersdorf (2 km nordöstlich) und Forst (1,4 km südöstlich). In Petersdorf steht eine Eiche, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist.
Geschichte Der Ort wurde im Würzburger Lehenbuch von 1303 als „Betrichsdorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Baturich, der Personenname des Siedlungsgründers. 1410 wurde sie als „Betersdorff“ erwähnt, 1504 schließlich als „Peterßdorff“, offensichtlich eine Umdeutung, da der Personenname zu dieser Zeit nicht mehr geläufig war. Es ist davon auszugehen, dass der Ort im 12. oder 13. Jahrhundert als Rodungsort entstanden ist.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 153.
Die Anwesen unterstanden verschiedenen Grundherren: Die nördlichen Höfe gehörten den Herren von Lohenroth, der sogenannte Sauernheimsche Hof den Nürnberger Patriziern Kreß von Kressenstein und die restlichen Höfe den Nürnberger Patriziern von Welser. Der kirchliche Zehnt musste nach Forst entrichtet werden.G. Roesner: Weihenzell, S. 148.
Im 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 wurden für Petersdorf 15 Mannschaften verzeichnet. Grundherren waren das Hofkastenamt Ansbach (7 Anwesen), das Stiftsamt Ansbach (1), die Reichsstadt Nürnberg (4), der Geheime Rat Förster (2) und ein Herr Greuß (1). Außerdem gab es ein Hirtenhaus und eine Schmiede, beides kommunale Gebäude. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 128, 2886. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 690.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Petersdorf 16 Anwesen. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 1 Hof, 1 Halbhof, 1 Gut, 1 Leerhaus; Stiftsamt Ansbach: 1 Söldengut; Pfarrei Weihenzell: 1 Söldengut) und Nürnberger Eigenherren (von Welser: 2 Halbhöfe, 1 Köblergut, 2 Söldengüter; von Zeltner: 1 Hof). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Schmiede, Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 898 f.Nach J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 4, Sp. 324, soll es 24 Untertansfamilien gegeben haben, von denen 18 ansbachisch waren. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 989.
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Petersdorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Bruckberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Bruckberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Am 13. August 1827 wurde sie in die neu gebildete Gemeinde Forst umgemeindet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 947. Am 1. Juli 1971 wurde Petersdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Weihenzell eingemeindet.
Der Ort hat einen Flugplatz für kleinere Motor- und Segelflugzeuge.
Bau- und Naturdenkmäler Haus Nr. 12: Gasthaus, Fachwerkobergeschoss, bezeichnet „1812“ Stieleiche mit 8,30 Meter Umfang in Brusthöhe und 24 Meter Höhe
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 121 165 132 130 134 124 119 155 104 116 102 107 123 126 122HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 23 23 24 22 23 22 21 24 Quelle Einwohnerzahl ist höchstwahrscheinlich falsch. G. Roesner: Weihenzell, S. 152.
Religion Petersdorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört bis heute zur Kirchengemeinde St. Stephanus (Forst), einer Filiale von St. Jakob (Weihenzell). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Dietenhofen) gepfarrt.
Persönlichkeiten Marco Meier (* 1993), Landrat, ist in Petersdorf aufgewachsen.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ersterwähnung 1313