Thurndorf (fränkisch: Duhrn-dorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181. Dort folgendermaßen transkribiert: „dūrndorf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Thurndorf liegt in der Gemarkung Vestenberg.

Geografie Im Dorf fließen der Schwarzenbach (links) und der Hirnbach (rechts) zum Dürrnbach zusammen, einen linken Zufluss des Haselbachs. Im Nordosten grenzt der Buchenwald an, 0,5 km südöstlich erhebt sich der Weinberg. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Frohnhof (1,2 km östlich), nach Külbingen (1,5 km südöstlich), zur Staatsstraße 2246 bei Gebersdorf (1,2 km westlich) und die St 2246 kreuzend nach Frankendorf (1,8 km nördlich).

Geschichte Die als Straßendorf angelegte Siedlung wurde 1235 als „Turndorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Ob das Bestimmungswort des Ortsnamens das mittelhochdeutsche Wort turn (Turm) oder der germanische Personenname Thuro ist, ist unklar.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 181. Ob in dem Ort der Adlige Henricus de Turndorf ansässig war, bleibt ebenfalls ungeklärt, da keinerlei Spuren einer befestigten Anlage gefunden werden können. Entstanden sein könnte die Siedlung im Zeitraum vom 9. bis 11. Jahrhundert im Zuge des Landausbaus. Im Jahre 1279 schenkte Kastellan Siboto Grötsch von Nürnberg mit Zustimmung seiner Frau Hedwig dem Kloster Heilsbronn u. a. ein Lehen in „Torrndorf“. Gottfried und Kunigunde von Heideck verkauften notgedrungen 1311 fünf Höfe in Turndorf an den 13. Abt Heinrich.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 284 ff.

Im 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 wurden für Thurndorf 5 Bauern und 1 Hirte angegeben, die dem Klosterverwalteramt Heilsbronn unterstanden. Die anderen Grundherren wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 15. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 739. Im Dreißigjährigen Krieg brannten vier der heilsbronnischen Höfe ab.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 286.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Thurndorf 6 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Alleiniger Grundherr war das Fürstentum Ansbach (Klosterverwalteramt Heilsbronn: 5 Höfe; Stiftsamt Ansbach: 1 Halbhof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 915 f.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 635. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1012. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Thurndorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Vestenberg und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Vestenberg zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Diese wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 30. April 1978 aufgelöst und außer Thurndorf nach Petersaurach eingemeindet. Thurndorf wurde nach Weihenzell eingemeindet.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Vestenberg (Gemarkungsteil 1) gibt es zwei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 70 72 83 81 70 59 52 97 69 52 52 52 35 30 41HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 11 13 12 10 8 13 13 15 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.

Religion Thurndorf ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Bonifatius (Dietenhofen) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ersterwähnung 1235