Zellrüglingen (fränkisch: Zell-rieglaE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 211. Dort folgendermaßen transkribiert: „tselrīgla“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Weihenzell im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Zellrüglingen liegt in der Gemarkung Weihenzell.

Geografie Das Dorf liegt am Zellbach, der mit dem Wernsbach (rechts) zur Rippach zusammenfließt. Im Westen grenzt das Waldgebiet Berlach an, im Südwesten liegt der Kreutranken, dahinter das Waldgebiet Schelm. Die Kreisstraße AN 9 führt nach Weihenzell (0,8 km südlich) bzw. nach Neubronn (2,5 km nördlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt ebenfalls nach Weihenzell zur AN 10 (1,1 km südöstlich), eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt nach Moratneustetten (2 km nordwestlich).

Geschichte Der Ort wurde 1439 als „Ruglande bey Weihentzelle“ erstmals urkundlich erwähnt, 1467 erstmals als „Zellrüglang“. Ähnlich wie bei Rügland weist der Ortsname darauf hin, dass der Ort auf einem Land gegründet wurde, dessen Besitzverhältnisse ungeklärt waren und erst durch Klage (= Ruge) geklärt werden konnten.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 211. Das Bestimmungswort Zell legt nahe, dass es sich um eine Klostergründung handelte, wobei hier nur das Benediktinerkloster St. Gumbertus in Ansbach in Frage kommt. Aufgrund der größeren Entfernung zum Kloster ist von einer Gründung in der Anfangszeit (8. Jahrhundert) nicht auszugehen, jedoch muss sie spätestens im 11. Jahrhundert erfolgt sein, da zu dieser Zeit das Kloster aufgelöst wurde.

Laut dem 16-Punkte-Bericht des Oberamtes Ansbach von 1684 bildete Weihenzell mit Zellrüglingen eine Realgemeinde.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 3755. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 694. Für Zellrüglingen wurden zwölf Mannschaften verzeichnet: 11 Anwesen (4 Höfe, 5 Güter, 2 Gütlein) unterstanden dem Hofkastenamt Ansbach und 1 Anwesen dem Stiftsamt Ansbach. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, Ansbacher Salbuch 129, 4644. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 695.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Zellrüglingen 13 Anwesen und das Schaf-, Hirten- und Brechhaus als kommunale Gebäude. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte weiterhin das Hofkastenamt Ansbach aus. Grundherr über alle Anwesen war das Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 4 Höfe, 2 Halbhöfe, 3 Güter, 3 Gütlein; Stiftsamt Ansbach: 1 Hof).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 935. Es gab zu dieser Zeit 14 Untertansfamilien.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 523. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1014.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Zellrüglingen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Weihenzell und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Weihenzell zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Ein Gesuch um Bildung einer eigenen Gemeinde zusammen mit Beutellohe wurde am 27. August 1833 abgelehnt.

Ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 11: zweigeschossiger Massivbau mit brandenburgischem Wappen am Türsturz bezeichnet „1724“

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1999 2011 2017 2025Einwohner 113 108 95 110 110 113 116 142 108 134 114 99 97 95 93HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 16 17 22 23 23 21 21 29 Quelle Günther Roesner: Weihenzell, S. 152.

Religion Zellrüglingen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Jakob (Weihenzell) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren zunächst nach St. Ludwig (Ansbach) gepfarrt, seit 1970 ist die Pfarrei Christ König (Ansbach) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ortsteil von Weihenzell Kategorie:Ersterwähnung 1439