Keigo Higashino (jap. , Higashino Keigo; * 4. Februar 1958 in Ikuno-ku, Osaka, Japan; † 23. Juli 2026) war ein populärer japanischer Kriminalschriftsteller, dessen Werke mehrmals ausgezeichnet sowie verfilmt wurden.

Leben Keigo Higashino wurde am 4. Februar 1958 in Ōsaka im Stadtbezirk Ikuno geboren, wo er auch aufwuchs. 1974 im zweiten Jahr der Oberschule kam er zum ersten Mal mit dem Medium des Kriminalromans in Berührung, als er Komine Hajimes Roman Archimedes wa te o yogosanai (, Arukimedesu wa te o yogosanai, dt. etwa „Archimedes macht seine Hände nicht schmutzig“) las. Er erfuhr vom Edogawa-Rampo-Preis, was ihn motivierte mit dem Schreiben von Kriminalromanen anzufangen. Sein Erstlingswerk Android wa Keikoku suru (, Andoroido wa keikoku suru, dt. etwa „Der Android verwarnt“) blieb bisher unveröffentlicht.

Nach seinem Schulabschluss verbrachte er ein Jahr als Rōnin und begann dann an der Präfekturuniversität Ōsaka Elektrotechnik zu studieren. Dort wurde er Kapitän des Bogenschieß-Klubs, so handelt auch sein Debütwerk Hōkago (, dt. „Nach der Schule“) vom Bogenschießen.

1981, nach Abschluss seines Studiums, begann Higashino bei Denso als Ingenieur zu arbeiten. Nebenbei schrieb er weiterhin Kriminalromane. 1983 bewarb er sich für den 29. Edogawa-Rampo-Preis mit Ningyō-tachi no ie (dt. „Haus der Puppen“), kam durch die zweite Vorausscheidungsrunde, ging am Ende aber leer aus. Zu der Zeit heiratete er. Seine Frau arbeitete als Teilzeitlehrerin an einer Mädchenoberschule, was ihn zur Hauptfigur Maeshima in Hōkago inspirierte.

Im folgenden Jahr gelangte Higashino mit Makyū (, dt. „Teuflischer Wurf“) in die Endausscheidung für den 30. Edogawa-Rampo-Preis, wiederum erfolglos. 1985 gewann er dann den 31. Edogawa-Rampo-Preis, woraufhin er seine Karriere als Schriftsteller begann. Er kündigte und ging nach Tokio, um als Vollzeitschriftsteller zu arbeiten.

Zu Beginn wurden seine Werke selten mehrfach aufgelegt und konnten auch kaum als Hits bezeichnet werden. Bei vielen Preisen ging er leer aus. Dies begann sich zu ändern, als er mit Meitantei no okite (, dt. „Das Gesetz der Meisterdetektive“) den dritten Rang auf der Rangliste für Kriminalromane Kono mystery ga sugoi! (, Kono misterī ga sugoi!, dt. „Diese Kriminalstücke sind großartig!“) bekam. 1998 kam dann mit Himitsu (, dt. „Geheimnis“), welches auch verfilmt wurde, der Durchbruch.

Von 2009 bis 2013 war er Vorsitzender der Kriminalschriftstellervereinigung Mystery Writers of Japan (, Nihon Suirisakka Kyōkai).

Higashino starb am 23. Juli 2026 im Alter von 68 Jahren an einer Krebserkrankung.

Auszeichnungen Neben zahlreichen Nominierungen erhielt Higashino bisher folgende Preise. 1985 31. Edogawa-Rampo-Preis (japanisch) für Hōkago 1999 52. Preis der Kriminalschriftsteller Japans (Kategorie Langroman) (japanisch) für Himitsu 2006 134. Naoki-Preis (japanisch), 6. Großer Honkaku Mysterypreis (Kategorie Roman) (japanisch) und Honya Taishō – Großer Preis der Buchhändler Japans (4. Platz) für Yōgisha Ekksu no Kenshin 2008 43. Shimpu-PreisListe der Shinpu-Preisträger (japanisch) für Ryūsei no Kizuna 2012 Chūōkōron-Literaturpreis für Namiya zakkaten no kiseki () 2013 26. Shibata-Renzaburō-Preis für Mugenbana ()Liste der Shibata-Renzaburō-Preisträger (japanisch) 2014 48. Yoshikawa-Eiji-Literaturpreis für Inori no Maku ga oriru Toki ()Liste der Yoshikawa-Eiji-Preisträger (japanisch) 2023 71. Kikuchi-Kan-Preis für sein schriftstellerisches SchaffenListe der Kikuchi-Kan-Preisträger (japanisch)

Werke (Auswahl) Inspektor-Kaga-Reihe Nr. Originaltitel (Erscheinungsjahr) Deutscher Titel (Erscheinungsjahr) 1 Sotsugyō () (1986) - 2 Nemuri no mori () (1989) - 3 Dochiraka ga kanojo o koroshita () (1996) - 4 Akui () (1996) Böse Absichten (2015), dt. von Ursula Gräfe, ISBN 978-3608980271 5 Watashi ga kare o koroshita () (1999) Ich habe ihn getötet (2016), dt. von Ursula Gräfe, ISBN 978-3608983067 6 Uso o mō hitotsu dake () (2000), Kurzgeschichten - 7 Akai yubi () (2006) - 8 Shinzanmono () (2009) - 9 Kirin no tsubasa () (2011) - 10 Inori no maku ga oriru toki () (2013) -

Physikprofessor-Yukawa-Reihe Nr. Originaltitel (Erscheinungsjahr) Deutscher Titel (Erscheinungsjahr) 1 Tantei Galileo () (1998), Kurzgeschichten - 2 Yochimu () (2000), Kurzgeschichten - 3 Yōgisha X no kenshin (, wörtlich: Die Aufopferung der Tatverdächtigen X) (2005) Verdächtige Geliebte (2012), dt. von Ursula Gräfe, ISBN 978-3608939668 4 Galileo no kunō () (2008), Kurzgeschichten - 5 Seijo no kyūsai () (2008) Heilige Mörderin (2014), dt. von Ursula Gräfe, ISBN 978-3608980127 6 Manatsu no hōteishiki () (2011) Unschuldige Täter (2020), dt. von Ursula Gräfe, ISBN 978-3608504132 7 Kyozō no dōkeshi () (2012), Kurzgeschichten - 8 Kindan no majutsu () (2012) - 9 Chinmoku no parēdo () (2018) -

Sonstige Bücher Originaltitel (Erscheinungsjahr) Deutscher Titel (Erscheinungsjahr) Ningyō-tachi no ie () (1983) - Makyū () (1984) - Hōkago () (1985) - Meitantei no okite () (1996) - Himitsu () (1998) - Byakuyakō () (1999) Unter der Mitternachtssonne (2018), dt. von Ursula Gräfe, ISBN 978-3608503487 Lakeside (, Reikusaido) (2001) Mord am See (2003), dt. von Katja Busson, ISBN 978-3980902205 Gēmu no na wa yūkai () (2002) - Ryūsei no kizuna () (2008) - Namiya zakkaten no kiseki () (2012) Kleine Wunder um Mitternacht (2021), aus dem Amerikanischen verdeutscht von Astrid Finke, ISBN 978-3809027102

Weblinks

Übersicht der Drehbucharbeiten Keigo Higashinos Porträt und Kriminalromane von Keigo Higashino In: Krimiautoren A–Z Rezensionen im Magazin Krimi-Couch Rezensionen in Tageszeitungen, zusammengefasst im Magazin Perlentaucher

Einzelnachweise

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