mini|hochkant=1.5|Übersichtskarte von Berlin-Charlottenburg

Die Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Charlottenburg beschreibt das Straßensystem im Berliner Ortsteil Charlottenburg mit den entsprechenden historischen Bezügen. Gleichzeitig ist diese Zusammenstellung ein Teil der Listen aller Berliner Straßen und Plätze.

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Überblick Charlottenburg hat Einwohner (Stand: ) und umfasst die Postleitzahlenbereiche 10553, 10585, 10587, 10589, 10623, 10625, 10627, 10629, 10707, 10719, 10787, 10789, 13627, 14050, 14053, 14055, 14057 und 14059.

Im Ortsteil liegen 189 gewidmete Straßen und 31 Plätze. 16 dieser Straßen führen teilweise auch zu Nachbarortsteilen. Die Gesamtlänge der Straßen beträgt 94,9 Kilometer. Teile der Bundesautobahn 100 verlaufen durch Charlottenburg, von denen 3930 Meter zum großräumigen und 820 Meter zum übergeordneten Straßensystem Berlins gehören. Zu Letzterem zählen auch 3290 Meter der Bundesstraße 96 und 9270 Meter Stadtstraßen. 8522 Meter des regionalen und 8830 Meter des ergänzenden Straßensystems gehören ebenfalls zu den Charlottenburger Hauptstraßen. Auffallend sind sowohl die Häufung der Straßen mit Hufeisennummerierung als auch häufige Straßenumbenennungen, vor und nach der Eingliederung zu Groß-Berlin.

Das Straßennetz entstand um das von Sophie Charlotte von Hannover errichtete Schloss Lietzenburg, das spätere Schloss Charlottenburg. Die erste und repräsentative Zufahrt bildete die Schloßstraße. Um 1780 wurden umfangreiche Baumaßnahmen durchgeführt, neue Einwohner des 1705 zur Stadt erhobenen Ortes ließen sich vor allem zweigeschossige Massivwohnbauten und Reihenhäuser errichten. Zusätzlich wurde Anfang des 19. Jahrhunderts Charlottenburg zum Ausflugsort und Sommeraufenthalt für Berliner. In Richtung Spandau setzte sich die Besiedelung des Ortes fort, 1866 wurde die Villenkolonie Westend gegründet. Für eine bessere Verkehrsanbindung zwischen Berlin und Charlottenburg wurde 1865 die Berliner Pferde-Eisenbahn in Betrieb genommen. Der Ort erhielt Anschlüsse an die Ringbahn (1877) und an die Stadtbahn (1882). Nachdem Charlottenburg 1893 Großstadt-Status erlangt hatte, begann die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe, darunter die Technische Hochschule. Diese Entwicklung und die ab den 1880er Jahren errichteten Mietskasernen erforderten die Ausweitung des Straßennetzes. Die aufgestellten Bebauungspläne führten zu Vierteln mit Straßennamen nach einheitlichem Muster, darunter viele Straßen nach Personen der deutschen und der Regionalgeschichte (Wieland, Uhland, Knobelsdorff). Der Zusammenschluss von Alt-Berlin mit den Umgebungsgemeinden und Städten zu Groß-Berlin im Jahre 1920 führte dazu, dass Charlottenburg zusammen mit Teilen der Gutsbezirke Heerstraße, Plötzensee und Jungfernheide ein eigener Verwaltungsbezirk von Berlin wurde. Im Jahr 1938 erfolgte eine Gebietsreform, infolge derer Flächen an Reinickendorf, Schöneberg, Spandau, Tiergarten und Wedding und dafür dem Zugewinn der Siedlung Eichkamp abgegeben werden mussten.

Nach Kriegsende 1945 und der Berlin-Blockade entwickelte sich Charlottenburg zum Zentrum von West-Berlin. In den 2000er Jahren wurden mit der Spreestadt Charlottenburg die bislang letzten Straßen angelegt.

Übersicht der Straßen und Plätze

Name/Lage Länge/Maße(in Metern) Namensherkunft Datum der Benennung Anmerkungen BildAbbestraße ()310Ernst Abbe (1840–1905), Physiker und Sozialreformerstyle="text-align:right;" Der vorherige Name von 1888 bis 1950 war Werner-Siemens-Straße. Die Straße verbindet das Einsteinufer (Landwehrkanal) mit der Fraunhoferstraße. Sie liegt in einem Viertel, in dem die Straßen die Namen von Wissenschaftlern tragen. Ein großer Teil der ruhigen Straße wird von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt eingenommen. An deren Standort ist die Straße nur für Fußgänger oder Radfahrer passierbar. Am nordöstlichen Ende befindet sich die Universität der Künste. Nur im nordwestlichen Teil der Straße stehen einige Wohnhäuser mit Gewerbehöfen.140px|AbbestraßeAdenauerplatz ()90 × 30(Dreieckform)Konrad Adenauer (1876–1967), erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschlandstyle="text-align:right;" Der Platz entstand Anfang der 1970er Jahre durch die Verschwenkung der Wilmersdorfer Straße zur Lewishamstraße im Rahmen der Untertunnelung des Kurfürstendamms beim Bau des U-Bahnhofs Adenauerplatz. Er befindet sich an der Kreuzung Kurfürstendamm, Brandenburgische, Lewisham- und Wilmersdorfer Straße.140px|Café am AdenauerplatzAlt-Lietzow ()530Lietzow, ehemalige Ortslage auf dem Gebiet des heutigen Charlottenburgstyle="text-align:right;" Der vorherige Name war vor 1824 Lützower Weg und im Ortskern Lützow. Die ruhige Straße bildet am östlichen Ende einen Platz, auf dem die Evangelische Kirche Alt-Lietzow sowie ein Kriegerdenkmal stehen. In dieser Straße befindet sich auch die katholische Pfarrgemeinde Herz Jesu – Dekanat Charlottenburg-Wilmersdorf (Nummer 23). Außerdem gibt es die denkmalgeschützte historische Feuerwache, die zwischen Winterstein- und Guerickestraße steht und inzwischen als Berliner Zentrale des Malteser Hilfsdienstes dient. Auf dem westlichen Teil der Straße befinden sich ein Eingang zum Rathaus Charlottenburg und das Standesamt Charlottenburg.140px|Standesamt Charlottenburg-Wilmersdorf 140px|Malteser StützpunktAm Bahnhof Westend ()300Bahnhof Westendstyle="text-align:right;" Die Straße verläuft U-förmig westwärts von der Sophie-Charlotten-Straße. Die Grundstückszählung ist unkonventionell: Am südlichen Straßenabschnitt eine Hufeisennummerierung, an der Nordseite die Grundstücke 1 (Wohnhaus), 2 (Eckhaus mit drei Aufgängen) und gegenüberliegende Straßenseite 3 (Gewerbegebäude, zu „Parexel-City“), 4, 5 (Wohnhäuser), die Eckhäuser sind Sophie-Charlotten-Straße 23 und 24. Der nördliche Abschnitt mit den Grundstücken 10 und 11 (Parexelgebäude als Nr. 10 geführt), gegenüber die Rampe des Spandauer Damms zur Spandauer-Damm-Brücke. An der Bahnhofsseite der Straße westlich mit Nummer 15 steht das knapp 100 Meter lange Gebäude von Parexel mit drei Treppenhäusern, Grundstück 13 ist der vormalige Bahnhofsvorplatz mit vier Bäumen und Parkplätzen, das ursprüngliche Bahnhofsgebäude wird als Bürogebäude genutzt und hat die Grundstücksbezeichnung Spandauer Damm 89. Diesen gegenüber liegen die Wohnhäuser 6, 7, 8 und der Aufgang 2/III von Eckhaus 2, hinzu kommt auf dem nördlichen Eckgrundstück (Nr. 9) ein weiteres Bürogebäude von Parexel, das mit 10/11 verbunden ist. Diese Straßenlage ist bereits 1893 – allerdings ohne Straßennamen – im Stadtplan aufgenommen. Im Charlottenburger Bebauungsplan war dieser Straßenzug als Straße 31a Abt. V/3 und Straße 32 Abt. V/3 trassiert. Im Adressbuch 1900 sind die Grundstücke fortlaufend nummeriert, deshalb liegen die Wohnhäuser 1 (mit 14 Mietern) und 2 (Eckhaus mit 37 Mietern) von der Sophie-Charlotten-Straße (rechte Seite), im Straßenlauf gefolgt von Spandauer Berg und Bahnhof Westend, danach den drei Wohnhäusern auf 3–5 (ebenfalls mit je ungefähr 30 Mietern) wiederum zur Sophie-Charlotten-Straße hin.140px|Am Bahnhof WestendAm Schillertheater ()140Schillertheaterstyle="text-align:right;" Der durch die Bebauung zwischen Schiller- und Goethestraße abgetrennte Teil der Grolmanstraße wurde in ‚Am Schillertheater‘ umbenannt. Die Straße liegt zwischen Bismarck- und Schiller- /Schlüterstraße. Zur Straße gehören die Häuser 2 und 4 an der Westseite, das gegenüberliegende Schillertheater selbst hat die Adresse Bismarckstraße 110.140px|Am SchillertheaterAm Spreebord ()560Spree, Fluss durch Berlinstyle="text-align:right;" Spreebord bereits vor 1859 Die Straße, zuerst Straße 20 der Abt. VI des Bebauungsplans, bildet die Zufahrt zum 1899/1900 nach Plänen von Georg Klingenberg erbauten Kraftwerk Charlottenburg. Sie liegt am Spreeufer nicht durchgehend zwischen Darwinstraße (1–3) und Sömmeringstraße (5–9). Bereits 1859 war sie im Adressbuch Berlins mit der postalischen Anschrift Spreebord ausgewiesen. Außerdem hieß der Verkehrsweg auch „jenseits der Spree“, Spreebordwiese oder Ueber die Spree, hier hatten sich Bootsbauer und Gewerbetreibende angesiedelt. Bei der Trassierung der Gegend zu beiden Seiten der Kaiserin-Augusta-Allee blieb der Streifen am Nordufer westlich vom Salzufer zuerst unbenannt, wurde aber im Verlauf angelegt.Stadtplan 1907 Großer Verkehrsplan von Berlin und seinen Vororten, entworfen und gezeichnet von Alfred Mende in Berlin Die Straße Am Spreebord verband zur Zeit ihrer amtlichen Benennung das Habsburger Ufer mit der Sömmeringstraße.Der parallel zur Straße verlaufende Spreewanderweg verbindet den Biergarten an der Caprivibrücke mit dem Sommerbiergarten am Ende des Goslarer Ufers.140px|Kraftwerk CharlottenburgAm Westkreuz ()150Bahnhof Westkreuzstyle="text-align:right;" Der erste Name war Straße G 23. Die Sackgasse ist die Zufahrt zum Bahnhof Westkreuz und geht von der Halenseestraße an der Ortsteilgrenze zu Westend und dem Ostrand des Autobahndreiecks Funkturm ab. Der Brücke über eine zweigleisige Bahnführung der Ringbahn (vom Norden) zur Wannseer Strecke folgt der Bahnhofsvorplatz vor dem im Ortsteil liegenden Bahnhof Westkreuz. Südlich vom Bahnhof grenzt dieser südwestliche Teil Charlottenburgs an Halensee und westlich der Ortsteil Grunewald. Diese Straßentrasse bestand schon, allerdings unbenannt, vor den Bauarbeiten zur Stadtautobahnalt-berlin.info: und 1960 unter diesem Straßennamen gegenüber der ehemaligen AVUS-Nordkurve.alt-berlin.info: 140px|Zugang des BahnhofsAmtsgerichtsplatz ()60 × 60 × 60 × 30(Trapezform)Amtsgericht Charlottenburgstyle="text-align:right;" Der erste Name war Platz C, Abt. V des Bebauungsplans. Der 1859 entstandene Schmuckplatz vor dem Amtsgericht liegt an Suarez-, Holtzendorff-, Neue Kant- und Kantstraße. Im Adressbuch 1900 ist der Amtsgerichtsplatz ohne weitere Nummerierung an der Suarezstraße aufgeführt: mit dem Kgl. Amtsgericht, der Kgl. Gerichtskasse, dem Grundbuchamt, Rechtsanwaltszimmern und der Vormundschaftsabteilung. Bewohner des Gerichtsgebäudes waren im Jahr 1900 der Amtsgerichtsrat a. D. Ludwig von Przyjemski und der Gerichtsdiener Heinrich Rathge.Berliner Adressbuch 1900 > Einwohner > Rathge, Heinrich140px|Amtsgericht CharlottenburgArcostraße ()190Georg Graf von Arco (1869–1940), Physiker, Mitbegründer von Telefunkenstyle="text-align:right;" Ab 1897 lautete der Name Havelstraße, zuvor trassiert als Straße 1b, Abt. V/2 des Bebauungsplans. Die Straße liegt zwischen Alt-Lietzow (um 1900 Lützowerstraße) und Iburger Ufer (anfangs Uferstraße). Die Namensänderung 1950 erfolgte, weil Havelstraßen mehrfach im Groß-Berliner Stadtgebiet vorhanden waren. Die Namensgebung nach der Havel ergab sich wohl aus der parallelen Spreestraße. An der Arcostraße, einer ruhigen Wohnstraße mit Baumbestand, befinden sich in Richtung Spree links die Grundstücke 1–11 (ungerade, 11: Bezirksamt) und rechts Wohnhäuser 6–20 (gerade). An der südöstlichen Ecke (als Alt-Lietzow 11) befindet sich eine als Parkplatz genutzte Freifläche (Bombenschäden). 1943 stand auf Grundstück 1 (gehört zu Alt-Lietzow 11) ein Wohnhaus mit zwölf Wohnungen, rechtsseitig gefolgt von weiteren Wohnhäusern 2–9 (fortlaufend) zum Charlottenburger Ufer, auf 6/7 befindet sich zudem ein Lagerplatz. Viele der Wohnhäuser haben Quergebäude und Gartenhäuser. Die Arcostraße (Parkplätze entlang und schräg zur Fahrbahn) biegt in gleicher Straßenbreite nach rechts in das Iburger Ufer, am Spreeufer verläuft in einem Parkweg der Spreewanderweg und zum Ende dieser Straße steht die Skulptur Der Spreekieker.140px|ArcostraßeAugsburger Straße