Die Unione Calcio Sampdoria, kurz U.C. Sampdoria oder Sampdoria, im deutschsprachigen Raum bekannt als Sampdoria Genua, ist ein italienischer Fußballverein aus der ligurischen Hauptstadt Genua. Weitere Bezeichnungen sind La Samp, Il Doria und I Blucerchiati.

Sampdoria Genua ist vierfacher Italienischer Pokalsieger, einmaliger Italienischer Meister und Italienischer Supercupsieger.

Heimspielstätte ist das 36.599 Zuschauer fassende Stadio Luigi Ferraris. Dieses teilt sich der Klub mit dem Stadtrivalen CFC Genua.

Geschichte mini|Die Mannschaft der U.C. Sampdoria um 1946 mini|Stadio Luigi Ferraris, seit 1946 Heimstätte von Sampdoria Genua

Gegründet wurde die Unione Calcio Sampdoria am 12. August 1946. Der Verein entstand durch die Fusion von SG Sampierdarenese und SG Andrea Doria, aus deren Namen sich auch der Vereinsname Sampdoria ableitet. Seitdem spielte die Sampdoria die meiste Zeit in der Serie A, große Erfolge blieben allerdings lange Zeit aus. Bis in die 1980er war der vierte Tabellenplatz aus der Saison 1960/61 der größte Erfolg der Genuesen.

Dieser wurde in der Saison 1984/85 eingestellt. Außerdem gewann die Sampdoria in jener Spielzeit ihren ersten Titel: Gegen die AC Mailand holten sich die Blucerchiati den italienischen Pokal. Bis 1994 wurden drei weitere Titel in diesem Wettbewerb gefeiert. Dank dieser Erfolge qualifizierte man sich regelmäßig für den Europapokal der Pokalsieger, wo die Sampdoria ebenso für Aufsehen sorgte. 1989 erreichten die Genuesen zum ersten Mal das Finale dieses Wettbewerbs, in dem man sich im Wankdorfstadion in Bern dem FC Barcelona mit 0:2 geschlagen geben musste. Schon im Jahr darauf stand die Sampdoria erneut im Finale und dieses Mal wurde der Wettbewerb auch gewonnen: Im Göteborger Ullevi-Stadion wurde der RSC Anderlecht mit 2:0 besiegt. Gianluca Vialli erzielte dabei für die Sampdoria beide Treffer in der Verlängerung.

Den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierten die Blucerchiati aber in der folgenden Saison (1990/91), als sie sich vor der AC Mailand die italienische Meisterschaft sicherten. Dadurch qualifizierte sich der Verein für den Europapokal der Landesmeister 1991/92, wo die Sampdoria sich in ihrer Gruppe gegen Roter Stern Belgrad, dem RSC Anderlecht und Panathinaikos Athen durchsetzte und das Finale erreichte. Dort traf man wie schon drei Jahre zuvor auf den FC Barcelona. Aber auch im Wembley-Stadion behielten die Katalanen die Oberhand: Das Spiel ging mit 0:1 aus Sicht der Blucerchiati nach der Verlängerung verloren.

Architekt dieser erfolgreichen Mannschaft war der jugoslawische Trainer Vujadin Boškov, der die Sampdoria von 1986 bis 1992 betreute. Schlüsselspieler dieser Zeit waren unter anderem Torhüter Gianluca Pagliuca, Verteidiger Pietro Vierchowod, Mittelfeldspieler Attilio Lombardo und die Stürmer Gianluca Vialli und Roberto Mancini.

Nach 1994 gelang es der Sampdoria nicht mehr, an vergangene Erfolge anzuknüpfen. Zwar wurde bis zur Spielzeit 1997/98 immer ein einstelliger Tabellenplatz erreicht, doch in der Saison 1998/99 stiegen die Genuesen als Tabellensechzehnter in die Serie B ab. Erst in der Saison 2003/04 spielten die Blucerchiati wieder erstklassig.

Den größten Erfolg der jüngeren Vereinsgeschichte feierte die Sampdoria in der Spielzeit 2009/10, als die Mannschaft, angeführt von Kapitän Angelo Palombo und den beiden Stürmern Giampaolo Pazzini und Antonio Cassano, den vierten Tabellenplatz erreichte und sich damit die Teilnahme für die Play-offs der Champions League 2010/11 sicherte. In der letzten Qualifikationsrunde scheiterte man knapp an Werder Bremen: nach einer auswärtigen 1:3-Hinspielniederlage führte Genua im eigenen Stadion im Rückspiel bis zur Nachspielzeit mit 3:0, um dann ein Gegentor von Markus Rosenberg zu bekommen und so in die Verlängerung zu gehen. Sampdoria Genua gewann nach 120 Minuten mit 3:2, scheiterte jedoch aufgrund eines Gesamtspielstandes von 5:4. In der darauffolgenden Gruppenphase der Europa League schied die Mannschaft als Gruppendritter hinter der PSV Eindhoven und Metalist Charkiw sowie vor VSC Debrecen aus. Die nächste Enttäuschung folgte wenig später, denn zum Ende der Saison 2010/11 stieg die Sampdoria als Tabellenachtzehnter erneut in die Serie B ab.

Die Rückkehr in die höchste italienische Spielklasse ließ nicht lange auf sich warten. Als Tabellensechster erreichte Genua in der Saison 2011/12 die Aufstiegs-Play-offs, deren Sieger in die Serie A aufstieg. Im Halbfinale setzte man sich mit 3:2 im Gesamtergebnis gegen die US Sassuolo durch, in den Finalspielen wurde die AS Varese 3:2 und 1:0 besiegt. Am 21. Januar 2013 verstarb der amtierende Vereinspräsident Riccardo Garrone nach langer schwerer Krankheit. (italienisch), abgerufen am 22. Januar 2013 Am Ende der Saison 2024/25 konnte der erste Abstieg des Vereins in die Drittklassigkeit nur knapp verhindert werden, als die US Salernitana im Play-out bezwungen wurde.

Vereinsfarben und -wappen mini|Tifosi von Sampdoria in der Curva Sud des Stadio Luigi Ferraris (2019) Das Vereinslogo zeigt die Silhouette eines Pfeife rauchenden Seemanns namens Baciccia (Baptist).

Eine absolute Eigenheit und ein Charakteristikum im italienischen Profifußball stellen die Vereinsfarben der Sampdoria dar. Blucerchiato würde man im Deutschen etwa mit blauumrahmt oder blauumringt übersetzen. Der Großteil des Samp-Heimtrikots und -Klubemblems besteht aus einem kräftigen Blauton, der einen kleinen Ring aus den Farben weiß, rot-schwarz und nochmals weiß umschließt. Die Sampdoria-Spieler und -Fans bezeichnet man somit auch als Blucerchiati, als Blauumrahmte.

Daten und Fakten Vereinserfolge National Titel Saison Italienische Meisterschaft 1 1990/91 Italienischer Pokal 4 1984/85, 1987/88, 1988/89, 1993/94 Italienischer Supercup 1 1991 International Titel Saison Europapokal der Pokalsieger 1 1989/90

Ligenverlauf

Erfolge der Jugendmannschaften Torneo di Viareggio (4): 1950, 1958, 1963, 1977 Campionato Primavera (1): 2008 Coppa Italia Primavera (1): 2008

Individuelle Erfolge Italiens Fußballer des Jahres (5) Roberto Mancini (1988), Roberto Mancini (1991), Enrico Chiesa (1996), Roberto Mancini (1997)

Torschützenkönig Serie A (3) Sergio Brighenti: 27 (1961), Gianluca Vialli: 17 (1991), Fabio Quagliarella: 26 (2019)

Europapokal der Pokalsieger (1) Gianluca Vialli: 7 (1990)

Personal Aktueller Kader der Saison 2026/27 Stand: 26. September 2026

Ehemalige Spieler

Spielerrekorde mini|hochkant|Roberto Mancini mini|hochkant|Gianluca Vialli

Stand: Saisonende 2020/21; Fettgedruckte Spieler sind noch aktiv. Angegeben sind alle Pflichtspiele und -tore. Einsätze 1 1982–1997 566 2 1983–1995 493 3 2002–2017 459 4 1984–1999 417 5 1954–1965 362 6 1980–1991 362 7 1958–1969 360 8 1963–19641965–1976 327 9 1984–1992 321 10 1989–1995 306 Tore 1 1982–1997 173 2 1984–1992 141 3 1999–2007 111 4 2006–20072016– 100 5 1946–1953 93 6 1946–1950 73 7 1996–1999 66 8 1963–19641965–1976 55 9 1989–1995 54 10 1955–1958 53

Trainerhistorie Cheftrainer Amtszeit Name 1946–1947 1947–1950 1950–1951 und 1951–1952 1952–1953 1953–1954 1954–1955 1955–1956 1956–1957 1957–1958 1958–1961 1961–1962 1962–1963 1963–1964 1964–1965 Cheftrainer Amtszeit Name 1965–1966 1966–1968 1971–1973 1973–1974 1974–1975 1975–1977 1977–1978 1979–1980 1980–1981 1981–1982 1982–1984 1984–1986 1986–1992 1992–1997 1997–1998 1998–1999 und 1999–2000 2000–2001 Cheftrainer Amtszeit Name 2001–2002 2002–2007 2007–2009 2009–2010 2010–2011 2011–2012 2012 2012–2013 2013–2015 2015 2015–2016 2016–2019 2019 2019–2021 2021–2022 2022 2022–2023 2023–2024 2024

Mannschaft der Frauen

Die Frauenfußballabteilung besteht seit dem Jahr 2020 und spielte durch die Übernahme der Lizenz von Florentia San Gimignano SSD zwischen 2021 und 2025 in der Serie A.

Literatur Marco Ansaldo, Renzo Parodi: Una storia blucerchiata. L’epopea della Sampdoria dagli inizi ai nostri giorni Sportmedia, 2017, ISBN 978-88-87588-45-3. Roberto Bordi, Vittorio Masi: Quanto sei sampdoriano da zero a cento? Il quiz della lanterna Sportmedia, 2017, ISBN 978-88-87588-43-9. Marco Ansaldo, Renzo Parodi: Il bacio al pallone. Lo spirito vincente di Mancini e Vialli dallo scudetto della Sampdoria alla Nazionale Il Canneto Editore, 2021, ISBN 979-12-80239-14-3. Gianluca Vialli, Roberto Mancini: La bella stagione Arnoldo Mondadori Editore, 2021, ISBN 978-88-04-73864-0. Marco Benvenuto: Vinto, visto, vissuto. Lo scudetto della Samp nei racconti di chi c'era Galata S.r.l., 2022, ISBN 978-88-95369-69-3.

Weblinks

Offizielle Website von Sampdoria Genua (italienisch, englisch) Sampdoria Genua auf legaseriea.it (italienisch) Sampdoria Genua auf UEFA.com (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Fußballverein in Ligurien Sampdoria Genua