hochkant=1.35|mini|Heutiges Gebäude des Max-Josef-Stifts in der Mühlbaurstraße mini|Südwestliche rückwärtige Gesamtansicht Das Max-Josef-Stift (früher: Max-Joseph-Stift, Maximilians-Stift) liegt im Münchner Stadtteil Bogenhausen. Gegründet 1813, ist es das zweitälteste Münchner Gymnasium und die erste Schule in Bayern, die Mädchen eine höhere Schulbildung ermöglichte. Es ist eines der zwei staatlichen Mädchengymnasien in Bayern. Das konfessionsfreie Max-Josef-Stift verfügt über ein Internat und bietet auch eine Ganztagsbetreuung an.
Lage Der heutige Campus der Schule liegt in einem eigenen weiträumigen Areal im Zentrum von München, an der Mühlbaurstr. 15 im Münchner Stadtteil Bogenhausen. Er umfasst neben dem altehrwürdigen Hauptgebäude einen modernen Neubau mit Aula und naturwissenschaftlichem Trakt, ferner das Internatsgebäude und das Sportareal. Das Max-Josef-Stift verfügt über zwei Pausenhöfe: einen großen Rosengarten mit Brunnen, Bäumen und Arkaden sowie ein modern gestaltetes Atrium. Im Rahmen eines Schülerprojektes wurde zudem ein Areal mit Teich, naturnahen Sitzgelegenheiten und Slackline angelegt.
Zweige mini|Gebäude des Internats Das Max-Josef-Stift bietet zwei Fachrichtungen an: den sprachlichen und den musischen Zweig. 2014 wurde zudem eine Theater- und Filmklasse eingerichtet.
Der sprachliche Zweig Sprachenfolge: Im sprachlichen Zweig kann zwischen der Sprachenfolge Englisch-Latein-Französisch und Latein-Englisch-Französisch gewählt werden. Austausch- und Fahrtenprogramm: Zur Vertiefung ihrer sprachlichen sowie landeskundlichen Kenntnisse können die Schülerinnen an einer Englandfahrt (9. Klasse) teilnehmen, einem Schüleraustausch mit der Schule der französischen Ehrenlegion in Saint-Denis (Qualifizierungsphase 11) sowie einer Studienreise nach Straßburg für die Französischkurse (10. Klasse). Zudem fanden in der Vergangenheit mehrfach Studienreisen nach Irland statt. Als Ergänzung des regulären Sprachunterrichtes werden (abhängig von der Nachfrage) Wahlkurse in Italienisch und Spanisch angeboten.
Der musische Zweig Sprachenfolge: Im musischen Zweig kann zwischen der Sprachenfolge Englisch-Latein und Latein-Englisch gewählt werden, zudem kann ab der 10. oder 11. Jahrgangsstufe (G8 oder G9) Latein durch Französisch als spätbeginnende Fremdsprache ersetzt werden. Zielsetzung: Ziel dieser Ausbildungsrichtung ist eine Förderung aller musischen Neigungen der Schülerinnen, wozu neben der Musik auch die Künste und die Literatur gehören. Musik ist ab der 5. Jahrgangsstufe Kernfach. Die Schülerinnen erlernen ein Instrument ihrer Wahl, wobei sie den kostenlosen Instrumentalunterricht an der Schule wahrnehmen können. Musikalische Aktivitäten: Alle Schülerinnen können im Rahmen von Wahlkursen an den schuleigenen musikalischen Ensembles mitwirken, zu denen diverse Chöre, das Sinfonieorchester, verschiedenen kammermusikalische Gruppen und die Schulband gehören. Ferner können Kurse in Komposition und in Tontechnik belegt werden. Zu den regelmäßigen Aufführungen zählen das Weihnachts- wie das Sommerkonzert, diverse Klassenkonzerte sowie Kammermusikkonzerte. Die Schülerinnen wirken aber auch jenseits dieser Konzerte an diversen öffentlichen Auftritten mit. Zudem finden jährlich musikalische Probentage in Kloster Ensdorf statt.
Die Theater- und Filmklasse Diese Klasse erhält in der 5. und 6. Jahrgangsstufe Unterricht im Fach Theater und Film, wozu praktisches, körperliches Spiel ebenso gehört wie die Entwicklung eines Verständnisses für filmisches Sehen und erste eigene filmische Versuche. Ziel sind die Stärkung der Selbstkompetenz, sozialer und kommunikativer Fähigkeiten sowie die ästhetische Bildung. Im Anschluss an den Theater- und Filmunterricht in der 5. und 6. Jahrgangsstufe besteht die Möglichkeit der Teilnahme an Theater- und Filmworkshops, Theaterprojekten sowie einem klassenübergreifenden Wahlkurs Theater.
Mädchenpädagogik Aus seiner Geschichte heraus ist das Max-Josef-Stift der Tradition verpflichtet, Mädchen eine moderne und ihren Bedürfnissen angepasste Förderung angedeihen zu lassen. Ziel ist es dabei, die Schülerinnen jenseits von Rollenklischees und einseitigen Geschlechterzuschreibungen zu eigenständigen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten herauszubilden
Förderung in MINT-Fächern Je nach Jahrgangsstufe werden in den MINT-Fächern unterschiedliche Wahlkurse, Projekte und Exkursionen durchgeführt, die den Schülerinnen den Zugang zu diesen Fächern erschließen und sie zu eigenständigem Experimentieren und Forschen anleiten sollen.
Die Schülerinnen werden ferner dazu ermutigt, an diversen Wettbewerben in diesen Fächern teilzunehmen. In diesem Rahmen erhielten Schülerinnen des Max-Josef-Stifts zahlreiche Auszeichnungen, so z. B. im Rahmen der International Science Olympiade, der Biologie-Olympiade, der Chemie-Olympiade, des Wettbewerbs „Experimente antworten“, des Siemens-Preises, des Hans-Riegel-Fachpreises für Chemie sowie des „Jugend forscht“-Programms der Bundesregierung. Ferner erhielt das Max-Josef-Stift als Anerkennung seiner besonderen Förderung von Schülerinnen im Fach Chemie die Schulförderung durch den Fonds der Chemischen Industrie.
„Social Skills“- Programm Um die Schülerinnen bei der Entwicklung persönlicher und sozialer Schlüsselkompetenzen zu unterstützen, setzt das Max-Josef-Stift ein Präventions- und Lebenskompetenz-Programm um, das die Schülerinnen in jeder ihrer Entwicklungsphasen gezielt stärken soll. Hierzu gehören u. a. die Projekte Erwachsen Werden (entwickelt im Auftrag von Lion’s Quest), Sei g’scheit im digitalen Leben (entwickelt von der Bayerischen Polizei), Body Talk (ein Projekt zur Prävention von Essstörungen), 8ung Leben (ein Projekt zur Suchtprävention, entwickelt in Zusammenarbeit mit ConDrobs), Sichere Wiesn (durchgeführt von Sozialpädagoginnen von Amyna), u. a.
Weitere mädchenpädagogische Projekte Das Max-Josef-Stift ist mit seinen Schülerinnen jährlich am Aktionstag „Girl’s Day“ präsent, der Mädchen für technische und naturwissenschaftliche Berufe begeistern soll. Im Rahmen des Faches Wirtschaft und Recht nehmen die Schülerinnen an zahlreichen Wettbewerben und Planspielen teil, u. a. am „Börsenplanspiel“ der Stadtsparkasse München und am Unternehmensplanspiel „Play the Market“ des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft. Im Rahmen der Fächer Geschichte und Sozialkunde wurden Schülerinnen u. a. mehrfach für den „History Club“ der Ludwig-Maximilians-Universität ausgewählt, bewarben sich für das Europäische Jugendparlament und nahmen an einem „Digitalen Europatag“ mit einer Europaabgeordneten teil. Auch darüber hinaus bindet die Schule diverse mädchenpädagogische Projekte und Aktionen in den Schulalltag ein. So konnte im Jahr 2021 die Ausstellung „Wondergirls – Unsere Reise zu den mutigsten Mädchen der Welt“ im Schulhaus gezeigt werden.
Ganztagesangebot („Tagesheim“) und Internat
Das Tagesheim Die Schülerinnen können auf Wunsch am kostengünstigen Ganztagesangebot der Schule teilnehmen, am sogenannten „Tagesheim“. Hier erhalten sie ein in der schuleigenen Küche frisch zubereitetes Mittagessen sowie eine Hausaufgabenbetreuung („Studierzeit“) durch Lehrkräfte der Schule. Ein integriertes Zusatzprogramm bietet Nachhilfe durch die Lehrkräfte, Freizeitbeschäftigungen sowie eine Teepause an. Das Tagesheim verfügt über ca. 110 Plätze.
Das Internat Das Internat (aktuelle Leitung: Christa Cuomo), dessen Gebäude unmittelbar an das Schulgebäude angegliedert ist, verfügt über rund 65 Plätze. Die Schülerinnen sind in Doppelzimmern, in älteren Jahrgangsstufen auch in Einzelzimmern untergebracht. Sie nehmen am Ganztagesangebot der Schule teil, werden darüber hinaus aber noch in einer zusätzlichen Studierzeit beim Lernen betreut. Schwerpunkte in der Freizeit sind Instrumentalgruppen, Bewegungskünste (Majostics), Ballsport, Aerobic, Tanz, Theater, Tischtennis, Kicker, Billard und kreatives Gestalten im Atelier. Aufgrund des musischen Schwerpunktes der Schule wird den Internatsschülerinnen zudem an drei Tagen in der Woche betreutes Musiküben angeboten.
Stützpunktschule für Bewegungskünste
Die „Majostics“ Das Max-Josef-Stift bietet aktuell einen außergewöhnlichen Wahlunterricht in Bewegungskünsten, d. h. in Akrobatik und Artistik an. Dieser Wahlunterricht steht allen Schülerinnen von der 5. bis zur 12. Jahrgangsstufe offen, er wird jahrgangsübergreifend durchgeführt und integriert auch externe Kinder und Jugendliche als Teilnehmer. Das Programm wurde von Suzan Adams, einer Lehrerin der Schule, unter dem Namen „Majostics“ (einem Akronym für Max-Josef-Stift) als ganzheitliches, künstlerisch-ästhetisches Gesamtprojekt konzipiert, bei der die Bewegungskünste eine Begegnung mit Literatur, Musik, Theater, Philosophie, Religion, Politik und Geschichte eingehen. 2006 erhielt die Schule die Auszeichnung „Stützpunktschule für Bewegungskünste“ durch das Bayerische Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. In Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium verwirklichen die „Majostics“ zudem seit 2012 die Inklusion mit der Stiftung Pfennigparade.
Die „Majostics“ erhielten für ihre großangelegten öffentlichen Aufführungen und ihr Engagement für Inklusion und Demokratie zahlreiche Preise auf bayerischer, bundesdeutscher und europäischer Ebene.
Umweltschule UmweltschuleDas Max-Josef-Stift wird seit dem Jahr 2011 jährlich mit der Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit geehrt. Umweltbildung nimmt an der Schule eine große Rolle ein und manifestiert sich zum einen in den schulinternen wie -externen Aktionen des Wahlkurs-Teams kliMaxJS. Hierzu gehören u. a. die Ausbildung von „Energiemanagerinnen“ in jeder Klasse, die Durchführung von Gesundheits- und Nachhaltigkeitswochen und das Betreiben einer eigenen Website mit Anregungen für den praktischen Klimaschutz. Darüber hinaus ist Umweltpädagogik fächerübergreifend im Unterricht präsent und wird beim Energiesparen und der Mülltrennung innerhalb des Schulgebäudes effizient umgesetzt.
Schulpartnerschaften Es besteht eine Schulpartnerschaft mit dem Mädcheninternat für Töchter von Mitgliedern der französischen Ehrenlegion in Saint-Denis. Diese Schule diente zur Zeit der Gründung der Schule als fortschrittliches Vorbild für die Mädchenbildung (siehe Geschichte der Schule). Der Austausch findet in der Oberstufe jährlich mit gegenseitigen Besuchsgruppen statt. Über die Jahre des Zweiten Weltkriegs war diese Verbindung fast in Vergessenheit geraten. Erst in den 1990er Jahren besannen sich einige Französisch-Lehrerinnen des Max-Josef-Stifts auf die historischen Wurzeln ihres Arbeitsortes und nahmen Kontakt mit der „Maison d’Education de la Légion d’Honneur“ in St. Denis auf. Aus diesen ersten Begegnungen hat sich ein regelmäßiger Austausch entwickelt, der zudem gemeinsame musikalische und andere Darbietungen beinhaltet.
Zur Geschichte der Schule und ihrer Gebäude