Frickendorf (fränkisch: FriggedorfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 78. Dort folgendermaßen transkribiert: „frigɘdorf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Dietenhofen im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Frickendorf liegt in der Gemarkung Ebersdorf.

Geografie Das Dorf liegt an der Bibert und am Frickendorfer Graben, der dort als rechter Zufluss mündet. Unmittelbar östlich liegt Andorf. 0,5 km nördlich erhebt sich der Schellenberg. Frickendorf liegt an der Staatsstraße 2255, die zu den benachbarten Orten Andorf (0,8 km nordöstlich) und Rügland (2 km südwestlich) führt. Die Kreisstraße AN 24 führt nach Unternbibert (2 km westlich).

Geschichte Der Ort wurde 1342 als „Frickendorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Fricko, der wohl auch der Gründer der Siedlung war.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 78. In der Nähe des Ortes gibt es eine Grabanlage, bei der es sich möglicherweise um ein slawisches Grab aus dem 9. Jahrhundert handelt.J. Kollar: Markt Dietenhofen, S. 163.

Ursprünglich unterstand der Ort den Nürnberger Burggrafen Johann II. und Albrecht dem Schönen. 1342 verkauften diese an das Kloster Heilsbronn einige Güter in Frickendorf, von denen es heißt, dass drei Anwesen während des Dreißigjährigen Krieges bewohnt waren.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 328.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Frickendorf 7 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach im begrenzten Umfang aus. Es hatte ggf. an das brandenburg-ansbachische Hofkastenamt Ansbach auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft wechselte jährlich zwischen dem brandenburg-bayreuthischen Kastenamt Dietenhofen, dem Kastenamt Neuhof und dem Rittergut Rügland der Herren von Crailsheim. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth (Kastenamt Dietenhofen: 1 Hof, 1 Gut, 1 Gütlein; Kastenamt Neuhof: 1 Halbhof, 1 Gut) und das Rittergut Rügland (2 Güter). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 856.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 218. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1011.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Frickendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Unternbibert und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Unternbibert zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Ansbach 1808–17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 961. Diese wurde am 31. Dezember 1976 im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst und außer Frickendorf nach Rügland eingemeindet. Frickendorf wurde nach Dietenhofen eingemeindet.

Frickendorf war der Endbahnhof der Bibertbahn, am 22. Mai 1914 wurde der Betrieb bis Dietenhofen aufgenommen, am 1. Juni 1915 auf dem Restabschnitt bis Unternbibert-Rügland. Der Endbahnhof Unternbibert-Rügland liegt weder in Unternbibert noch in Rügland, sondern in Frickendorf (jetzt Andorf 29, 90599 Dietenhofen; Koordinaten: 49.418593, 10.613033). Der ehemalige Bahnhof ist von Unternbibert ca. 1,8 km und Rügland ca. 3 km entfernt. Die zugehörige Bahnhofsgaststätte ist als solche noch bezeichnet und erkennbar. Am 26. September 1971 wurde der Streckenabschnitt zwischen Großhabersdorf und Unternbibert-Rügland stillgelegt; am 26. September 1986 folgte der Personenverkehr zwischen Nürnberg-Stein und Großhabersdorf.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2005 2013Einwohner 46 49 50 54 44 43 45 62 63 56 46 43 40HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 8 9 9 9 7 9 10 14 Quelle auf: dietenhofen.de

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und nach St. Bartholomäus (Unternbibert) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Dionysius (Virnsberg) gepfarrt, seit den 1980er Jahren ist die Pfarrei St. Bonifatius (Dietenhofen) zuständig.

Wanderwege Durch Frickendorf verlaufen der Fernwanderweg Zollernweg und der Bibertrundweg nach Münchzell und zurück.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Dietenhofen) Kategorie:Ersterwähnung 1342 Kategorie:Ort an der Bibert