Pogorzela [] ist eine Kleinstadt in der Woiwodschaft Großpolen in Polen mit etwa 2000 Einwohnern. Sie ist Sitz einer Stadt-und-Land-Gemeinde im Powiat Gostyński.

Geschichte mini|Rathaus mini|Kirche des Heiligen Michael mini|Straßenzug (2005) Die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Pogorzela stammt aus dem Jahr 1419. Im 15. Jahrhundert besaß die Ortschaft Stadtrecht; im Jahr 1458 hatte die Stadt vier Krieger zu stellen. Ab dem 15. Jahrhundert bis 1658 war die Stadt im Besitz der Familie Pogorzelski. Im 16. Jahrhundert wurde eine Schule eingerichtet. Im 17. und 18. Jahrhundert waren Brauerei und Brennerei wichtige Wirtschaftsfaktoren für Pogorzela. Wahrscheinlich brannte 1775 das hölzerne Rathaus ab. 1785 wurde eine spätgotische Kirche errichtet.

Im Jahr 1793, bei der Zweiten Teilung Polen-Litauens, kam die Stadt zu Preußen. Ihr Besitzer um diese Zeit war Nikolaus von Taczanowski; am Ausgang des 18. Jahrhunderts teilten sich vier Grundherren in ihrem Besitz. 1807 wurde der Ort Teil des Herzogtums Warschau, 1815 fiel der Ort wieder an Preußen und wurde Teil des Kreises Krotoschin, ab 1887 des Kreises Koschmin. 1856 wurde das heutige Rathaus, 1862 eine neogotische evangelische Kirche errichtet. Am 4. Januar 1887 wurde eine Feuerwehr in der Stadt eingerichtet. 1906 bis 1907 kam es zu einem Schulstreik, ähnlich dem Wreschener Schulstreik, als der Religionsunterricht in Deutsch abgehalten werden sollte.

Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde Porgozela aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrag 1920 an die Zweite Polnische Republik abgetreten. Im September 1939 wurde Pogorzela während des Überfalls auf Polen von der deutschen Wehrmacht besetzt, anschließend in Pogorschella und am 18. Mai 1943 in Brandenstein umbenannt. Im Frühjahr 1945 befreite die Rote Armee die Stadt. In der darauf folgenden Zeit wurden die Angehörigen der deutschen Minderheit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Pogorzela vertrieben.

Einwohnerentwicklung 1790: 826, darunter sechs Juden, 75 % Polen 1816: 710 (nach anderen Angaben 825) 1837: 1216 1843: 1435 1858: 1247 1861: 1318 1895: 1525 1905: 1868 1993: 1873 2002: 1951 2005: 1958 2006: 1971 2007: 1984 2008: 1977 2009: 2017 2010: 2015 2011: 2037

Sehenswürdigkeiten Rathaus mit Marktplatz aus dem 19. Jahrhundert spätbarocke Kirche des Heiligen Michael, errichtet zwischen 1778 und 1785 ehemaliges Palais, heute Gesundheitszentrum von 1880

Gemeinde Die Stadt Pogorzela ist Sitz einer Stadt-und-Land-Gemeinde. Diese hat eine Fläche von 96,47 km² und etwa 5000 Einwohner. Neben der Stadt gibt es zwölf Dörfer mit einem Schulzenamt (sołectwo):

Bielawy Pogorzelskie Bułaków Elżbietków Głuchów Gumienice Kaczagórka Kromolice (1943–1945 Kornland) Łukaszew Małgów Ochla Paradów Wziąchów (1943–1945 Junghof)

Kleinere Ortschaften der Gemeinde sind Dobrapomoc, Głuchówek, Józefów Ochelski, Międzyborze, Nowiny, Stawy und Taczanówko.

Verkehr Pogorzela liegt an keiner Landes- oder Woiwodschaftsstraße. Zehn Kilometer nördlich verläuft die Landesstraße DK12, 15 Kilometer östlich die DK15 und 12 Kilometer südlich die DK36.

Die nächsten internationalen Flughäfen sind Breslau und Posen jeweils in etwa 70 Kilometern Entfernung.

Persönlichkeiten Herbert Drescher (1910–2002), deutscher Wirtschaftswissenschaftler.

Literatur Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 391.

Weblinks

Website der Stadt In: Verordnungsblatt des Reichsstatthalters im Warthegau Nr. 12 (PDF; 1,79 MB)

Fußnoten Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 391.

, abgerufen am 23. Mai 2010 Amtsbezirk Brandenstein Stadt, abgerufen am 8. Januar 2011

, abgerufen am 23. Mai 2010

Kategorie:Ort der Woiwodschaft Großpolen Kategorie:Gmina Pogorzela Kategorie:Ersterwähnung 1419