Die 75. Eishockey-Weltmeisterschaften der Herren der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF waren die Eishockey-Weltmeisterschaften des Jahres 2011. Insgesamt nahmen zwischen dem 4. April und 15. Mai 2011 43 Nationalmannschaften an den sechs Turnieren der Top-Division sowie der Divisionen I bis III teil.

Der Weltmeister wurde zum zweiten Mal nach 1995 die Mannschaft Finnlands, die im Finale Schweden mit 6:1 bezwang. Die deutsche Mannschaft erreichte – nach dem Einzug ins Halbfinale der Vorjahres-WM – erneut das Viertelfinale und bestätigte mit dem siebten Platz nahezu die Leistung des Vorjahres, die Schweiz belegte den neunten Platz in der Top-Division und verpasste damit den Einzug ins Viertelfinale. Österreich wurde Vorletzter in der Top-Division und stieg somit direkt wieder in die Gruppe A der Division I ab.

+ Übersicht Herren-Weltmeisterschaften Turnier Ort Datum Teil-nehmer Zuschauerinsgesamt Spiele ø Top-Division BratislavaKošice 29. April 2011 – 15. Mai 2011 16 406.804 56 7.264 Division I A Budapest 17. April 2011 – 23. April 2011 6 48.677 10 4.867 Division I B Kiew 17. April 2011 – 23. April 2011 6 43.196 15 2.879 Division II A Melbourne 4. April 2011 – 10. April 2011 6 7.232 10 723 Division II B Zagreb 10. April 2011 – 16. April 2011 6 9.885 15 659 Division III Kapstadt 11. April 2011 – 17. April 2011 6 6.041 10 604

Teilnehmer, Austragungsorte und -zeiträume Top-Division: 29. April bis 15. Mai 2011 in Bratislava und Košice, Slowakei Teilnehmer: , , , , , , , , (Aufsteiger), , , , , (Aufsteiger), (Titelverteidiger), Division I Gruppe A: 17. bis 23. April 2011 in Budapest, Ungarn Teilnehmer: (Absteiger), , (Aufsteiger), , Gruppe B: 17. bis 23. April 2011 in Kiew, Ukraine Teilnehmer: (Aufsteiger), , (Absteiger), , , Division II Gruppe A: 4. bis 10. April 2011 in Melbourne, Australien Teilnehmer: , , , , (Absteiger) Gruppe B: 10. bis 16. April 2011 in Zagreb, Kroatien Teilnehmer: , , (Aufsteiger), , (Absteiger), Division III: 11. bis 17. April 2011 in Kapstadt, Südafrika Teilnehmer: , (Absteiger), , , (Absteiger)

sagte seine Teilnahme in der Gruppe A der Division I aufgrund des Tōhoku-Erdbebens und dessen unmittelbarer Folgen ab. Die Mannschaft genoss daher Immunität und konnte nicht absteigen. verzichtete als letztjähriger Aufsteiger aus der Division III aus finanziellen Gründen auf eine Teilnahme an der Gruppe A der Division II. Sämtliche Spiele wurden mit drei Punkten und 5:0 Toren für den jeweiligen Gegner gewertet. Das Team stieg somit automatisch zurück in die Division III ab. Die zog ihre Mannschaft aufgrund finanzieller Schwierigkeiten und fehlender Ausrüstung vom Turnier der Division III zurück. Die Spiele wurden ebenso mit drei Punkten und 5:0 Toren für den jeweiligen Gegner gewertet.

Die letztjährigen Teilnehmer und meldeten keine Mannschaft für die diesjährige Weltmeisterschaft.

Top-Division WM 2011 der Herren zentriert|125px|Logo der Weltmeisterschaft Anzahl Nationen 16 Weltmeister Silber Bronze Absteiger   Austragungsort(e) Bratislava & Košice, Slowakei Eröffnung 29. April 2011 Endspiel 15. Mai 2011 Zuschauer 406.804 (7.264 pro Spiel) Tore 325 (5,80 pro Spiel)  Bester Torhüter Viktor Fasth Bester Verteidiger Alex Pietrangelo Bester Stürmer Jaromír Jágr MVP Viktor Fasth Topscorer Jarkko Immonen (12 Punkte)

Die Weltmeisterschaft der Top-Division fand vom 29. April bis zum 15. Mai 2011 in den slowakischen Städten Bratislava und Košice statt. Gespielt wurde in der Orange Arena (10.110 Plätze) in Bratislava sowie der Steel Aréna in Košice mit 8.378 Plätzen.

Vergabe Für die Austragung der Weltmeisterschaft des Jahres 2011 hatten sich vier Nationen beworben – die Slowakei, Schweden, Ungarn und Finnland. Bewerber Stimmen Anteil (in %) 70 67,3 20 19,2 14 13,5 – –

Das Turnier 2011 war von der Internationalen Eishockey-Föderation IIHF auf ihrem Jahreskongress am 19. Mai 2006 in der lettischen Hauptstadt Riga vergeben worden. Die slowakische Bewerbung setzte sich mit 70 Stimmen gegen Schweden (20) und Ungarn (14) durch. Finnland hatte vor der Abstimmung die Bewerbung zurückgezogen. Die Slowaken übertraf somit bereits im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit von 50 Prozent deutlich.

Die Slowakei, Weltmeister von 2002, war zum ersten Mal seit der staatlichen Selbständigkeit Gastgeber der Titelkämpfe. Die Spielorte waren Bratislava und Košice. Bratislava war vor der Spaltung der Tschechoslowakei gemeinsam mit Prag zuletzt 1992 Austragungsort.

Zur Unterstützung der slowakischen Bewerbung war eigens der slowakische Ministerpräsident Ivan Gašparovič zum Kongress in Riga angereist.

Werbung Offizieller Song Der Offizielle Weltmeisterschafts-Song Life is a Game () der slowakischen Sängerin Kristina wurde am 18. März 2011 veröffentlicht.

Maskottchen Goooly, ein anthropomorpher Grauwolf, ist das offizielle Maskottchen des Turniers. Igor Nemeček, der Generaldirektor des WM-Turniers, begründete die Auswahl folgendermaßen: „Wölfe sind typisch für die Slowakei, da sie an unsere Wälder und Landschaft erinnern.“ In einem national ausgeschriebenen Wettbewerb des Radiosenders Radio Expres und des slowakischen Eishockeyverbandes Slovenský zväz Ľadového hokeja waren über 14.000 Vorschläge für den Namen des Maskottchens gesammelt worden.

Motto Vitajte v Hokejovej republike. (Willkommen in der Eishockey-Republik).YouTube, Offizieller Trailer

My sme tu doma. (Wir sind hier Zuhause)

Schirmherrschaft Die Schirmherrschaft der Weltmeisterschaft in der Slowakei wurde von den slowakischen Eishockeyspielern Peter Bondra, Zdeno Chára, Marián Gáborík, Ľubomír Višňovský, Pavol Demitra, Jozef Stümpel, Marián Hossa und Miroslav Šatan sowie dem slowakischen Ministerpräsidenten Ivan Gašparovič übernommen.

Teilnehmer Am Turnier nahmen die besten 14 Mannschaften der Vorjahres-Weltmeisterschaft sowie die Sieger der beiden Turniere der Division I des Vorjahres teil:

14 aus Europa Belarus Dänemark Deutschland Finnland Frankreich Lettland Norwegen Österreich(Aufsteiger aus der Division I) Russland Schweden Schweiz Slowakei(Gastgeber) Slowenien(Aufsteiger aus der Division I) Tschechien(Titelverteidiger) 2 aus Nordamerika Kanada USA

Gruppeneinteilung Die Gruppeneinteilung der Vorrunde wurde auf Basis der nach Abschluss der Weltmeisterschaft 2010 aktuellen IIHF-Weltrangliste festgelegt: Gruppe A (Bratislava) Gruppe B (Košice) Gruppe C (Košice) Gruppe D (Bratislava) Russland (1) Kanada (2) Schweden (3) Finnland (4) Slowakei (8) Schweiz (7) USA (6) Tschechien (5) Deutschland (9) Belarus (10) Norwegen (11) Lettland (12) Slowenien (19) Frankreich (15) Österreich (14) Dänemark (13) * In Klammern ist der jeweilige Weltranglistenplatz angegeben.

Modus Das 16-tägige Weltmeisterschaftsturnier ist in vier Phasen – Vorrunde, Zwischenrunde, Abstiegsrunde und Finalrunde – gegliedert.

Die 16 Teams spielen nach ihrer Weltranglistenplatzierung zunächst in vier Gruppen à vier Teams eine Vorrunde (Preliminary Round). Dabei werden für einen Sieg nach regulärer Spielzeit von 60 Minuten drei, für einen Sieg in der maximal fünfminütigen Verlängerung oder im Penaltyschießen zwei und für eine Niederlage in der Verlängerung oder im Penaltyschießen ein Punkt vergeben. Bei einer Niederlage nach regulärer Spielzeit gibt es keinen Punkt. Bei Punktgleichheit zwischen zwei Teams entscheidet der direkte Vergleich. Sind mehr als zwei Mannschaften punktgleich, entscheiden diese Kriterien. Sind nach einem Kriterium noch zwei Mannschaften punktgleich, entscheidet der direkte Vergleich: Anzahl Punkte aus den Spielen der punktgleichen Mannschaften gegeneinander, bessere Tordifferenz aus den Spielen gegeneinander, Anzahl Tore aus den Spielen gegeneinander Punkte, Tordifferenz und Tore gegen die nächstbessere, nicht punktgleiche Mannschaft (wenn möglich), Ergebnisse gegen die übernächstbessere, nicht punktgleiche Mannschaft (wenn möglich), Platzierung in der IIHF-Weltrangliste des Jahres 2010.

Die drei besten Mannschaften jeder Vorrundengruppe qualifizieren sich für die Zwischenrunde (Qualification Round). Die Nationen auf dem vierten Rang bestreiten die Abstiegsrunde (Relegation Round).

In der Zwischenrunde werden die zwölf Mannschaften in zwei Sechsergruppen eingeteilt. Dabei treffen die Teams der Gruppe A auf die der Gruppe D. Zudem spielen die Nationen der Gruppe B gegen die der Gruppe C. Die Teams aus einer gemeinsamen Vorrundengruppe treffen nicht erneut aufeinander, sondern die Ergebnisse der Vorrundenspiele gegeneinander werden auch in der Zwischenrunde gewertet. Somit bestreitet jedes Team drei weitere Turnierspiele in dieser Runde. Die vier besten Mannschaften jeder Gruppe qualifizieren sich für das Viertelfinale und spielen im K.-o.-System mit folgendem Halbfinale und Finale die Medaillengewinner aus (Playoff Round).

In der Relegationsrunde spielen die vier Mannschaften erneut eine Einfachrunde im Modus Jeder-gegen-jeden. Die beiden schlechtesten Mannschaften steigen in die Division I ab.

Austragungsorte Bratislava Košice Orange ArenaZimný štadión Ondreja NepeluKapazität: 9.2462011 IIHF World Championship Slovakia – Venues Steel ArénaKošický štadión Ladislava TrojákaKapazität: 7.628 x150px|Orange Arena x150px|Steel Aréna

Vorrunde Gruppe A Die Gruppe A startete mit der größten Überraschung der gesamten Vorrunde. Deutschland besiegte im Auftaktspiel des Turniers den amtierenden Vizeweltmeister Russland durch Treffer von Thomas Greilinger und Patrick Reimer mit 2:0. Es war der erste Sieg der Deutschen gegen Russland bei einer Weltmeisterschaft und der erste seit den Olympischen Winterspielen 1994 in Lillehammer. Durch einen weiteren Sieg Deutschlands gegen den Gastgeber Slowakei, der schwer ins Turnier fand, und einen knappen Sieg der Russen gegen die Slowenen war die Gruppe nach dem zweiten Spieltag entschieden. Deutschland gewann erstmals seit der Weltmeisterschaft 1933 eine Vorrundengruppe und startete nach dem Sieg gegen Slowenien erstmals seit der Weltmeisterschaft 1930 mit drei Siegen in das Turnier. Den zweiten Platz sicherte sich Russland durch ein 4:3 über die Slowakei, Slowenien trat den Weg in die Abstiegsrunde an.

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 3 2 1 0 0 9:5 8 2. 3 2 0 0 1 10:9 6 3. 3 1 0 0 2 9:9 3 4. 3 0 0 1 2 7:12 1 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,

Gruppe B In der Gruppe B verpassten die Franzosen in der Auftaktpartie einen Sieg gegen die Schweiz. Nachdem das Spiel aufgrund eines Stromausfalls für neun Minuten unterbrochen worden war, traf Julien Vauclair in der Verlängerung für die Eidgenossen zum Sieg.. T-Online Sport. Publiziert am 30. April 2011. Abgerufen am 20. Mai 2011 In den folgenden Spielen setzten sich die Favoriten auf den Gruppensieg – Kanada und die Schweiz – durch. Kanada siegte, dank seiner jungen Sturmreihe um John Tavares, Jordan Eberle und Jeff Skinner, gegen Belarus und Frankreich, während die Schweiz ebenfalls deutlich gegen Belarus gewann. Am letzten Spieltag entschieden die Duelle zwischen Kanada und der Schweiz sowie Frankreich und Belarus somit zum einen über den Gruppensieg und zum anderen über den Vertreter der Gruppe in der Abstiegsrunde. Beide Partien wurden in der Verlängerung beendet. Kanada errang den Gruppensieg durch ein 4:3 über die Schweiz, Frankreich siegte mit 2:1. Die Franzosen erreichten nach 2009 erneut die Zwischenrunde und Belarus fand sich erstmals seit dem Aufstieg im Jahr 2004 in der Relegation wieder.

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 3 2 1 0 0 17:5 8 2. 3 1 1 1 0 8:5 6 3. 3 0 1 1 1 3:11 3 4. 3 0 0 1 2 3:10 1 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen: ,

Gruppe C