Helmut Kießling (* 17. Oktober 1912; † 10. August 1971) war ein deutscher Schriftsteller und Textdichter.

Leben

Kießling lebte und arbeitete in Bad Lausick in der Nähe von Leipzig. Am Bahnhof des Ortes war bis in die 1960er Jahre der Name seines Großvaters Wilhelm Kießling vom Speicherturm weithin sichtbar. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zum Getreidehändler machte er schließlich das Schreiben zu seinem Beruf. Bis zum Jahr 1939 konnte er bereits 18 erfolgreiche Veröffentlichungen vorweisen.Musikverlag Lied der Zeit Berlin - Schlager für dich - Textheft 21 Angaben zu seinen bis 1939 veröffentlichten Texten Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg brachte Helmut Kießling seine Textideen zu Papier und gehörte neben Johannes Kretzschmar (1898–1957) aus Leipzig und Arnold Bormann (1894–1970) aus Ost-Berlin zu den ersten Textautoren des Ostens von Deutschland, die Liedtexte für Rundfunk- und Schallplattenproduktionen schrieben. Viele seiner Tanzlieder erschienen beim Harth Musik Verlag Leipzig-Berlin bzw. im Musikverlag Lied der Zeit im Druck.

Helmut Kießling war Mitglied des Deutschen Schriftstellerverbands und vertrat die Interessen der Tanzlied-Textautoren im Wertungsausschuss der AWA (Anstalt zur Wahrung der Aufführungsrechte).

Werke

1947 verfasste er den deutschen Text zum „Trinklied“ von Isaak Dunajewski, das im Rundfunk lief und 1950 bei der Gema registriert wurde. 1970 erschien das „Trinklied“ mit Reiner Süß und dem Großen Tanzstreichorchester unter der Leitung von Jürgen Hermann auf Schallplatte. In den Anfangsjahren schrieb er zu einigen seiner Texte (zum Beispiel „Danke, Herr Franke“Vergleiche den Nachweis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek, „Die Sprache der Liebe ist international“Vergleiche den Nachweis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek und „Ein schönes Erlebnis am Rande des Alltags“Vergleiche den Nachweis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek) auch die Musik.

Bei vielen seiner späteren Erfolgsschlager unterlegte er den fertig vorliegenden Melodien seiner Komponisten die Texte, eine im Tanz-Liedschaffen gängige Arbeitsweise, die vom Textdichter Erfahrung und musikalisches Einfühlungsvermögen erfordert.

Den ersten Nachkriegserfolg brachte 1948 das Lied „Eine handvoll bunter Träume“Vergleiche den Nachweis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek von Helmut Gardens in einer Aufnahme mit Margot FriedländerEin Bild mit der Sängerin, Helmut kießling und Heinz Quermann in „Schlagergeschichten des Ostens“ (2004) von Siegfried Trzoß, Seite 101 und dem Rundfunk-Tanzorchester Leipzig unter Leitung von Kurt Henkels. Der Text sollte die Stimmung der Menschen in dieser Zeit zum Ausdruck bringen: „[…] Ich zieh’ lachend in den Frühling, meine Kasse ist zwar schmal.Eine handvoll bunter Träume ist mein ganzes Kapital […]“Den vollständigen Text des Liedes hat Bernd Flühr in einem Schlager-Textheft von 1949 gefunden.

1950 schrieb Helmut Kießling den deutschen Text für das Lied „Komm mit nach Saratow“ des russischen Komponisten Mark G. Fradkin. Die Aufnahme mit Irma Baltuttis und dem Rundfunk-Tanzorchester Leipzig unter der Leitung von Kurt Henkels wurde von Amiga veröffentlicht. Tanzorchester Leipzig Des Staatlichen Rundfunkkomitees*, Kurt Henkels – Wir Sind Für Einander Bestimmt / Komm Mit Nach Saratow auf Discogs

Günter Oppenheimer war über viele Jahre sein Hauskomponist. Viele Schlager entstanden auch in der Zusammenarbeit mit zum Beispiel Alo Koll, Bruno Droste, Werny Engelhardt, Gerhard Honig, Harry Seeger, Helmut Nier und Hans Bath. Gemeinsam mit Helmut Nier schrieb er auch Lieder für DEFA-Filme z. B. für „Maibowle“ die Titel „Tausend Worte von der Liebe“ und „Es war ein Tag im Mai“ und für den Film „Septemberliebe“ entstand „In der Taverne“. „Ich sag zum Leben nur ja“ von Thomas Holt(DDR) wurde auch in einem Film „Drei Kameras auf Urlaub“ verwendet. „Du taust erst immer auf um Mitternacht“ war das letzte neu entstandene Lied mit einem Text von Helmut Kießling, das durch Amiga veröffentlicht wurde. In den 1970er und 1980er Jahren erschienen noch einige Neuauflagen seiner Erfolgsschlager auf Schallplatte. Im Repertoirebestand der Gema sind etwa 200 seiner Lieder enthalten.

Weitere Werke (Auswahl) 1937 „Seemannsfox“ (B. Kay) – deutscher Text von Helmut Kießling 1940 „Kurz und gut“ (Reiny Roland)Monopol-Textheft 120; Reiny Roland hat sehr viele Werke namhafter Komponisten (z. B. Jary, Winkler usw.) bearbeitet 1950 „Premiere“ (Musik: Helmut Gardens) – Instrumentalaufnahme mit dem Rundfunk-Tanzorchester Leipzig unter Leitung von Kurt HenkelsPremiere - eine Amiga-Instrumentalaufnahme mit Kurt Henkels 1950 „Warum muß mein Herz denn weinen“ (Alo Koll) 1950 „Ein Zug fährt in die Welt hinaus“ (Jonny Winford)So bei der Gema registriert 1950 „Nie war die Welt so wunderschön“ (Heinz Illing) 1950 „Ich sag zum Leben nur ja“ (Thomas Holt(DDR)) 1950 „Den ganzen Tag Besuch“ (Bruno Droste) – Instrumentalaufnahme mit dem Orchester Heinz Kretzschmar 1951 „Wenn du denkst, du hast Glück“ (Georg Girke)Kießling im WorldCat 1951 „Hans an Fortuna“ (Günter Oppenheimer) 1952 „Russische Volkslieder-Suite“ (Bearbeitung: Conny Odd) – 27 Minuten Spieldauer 1953 „Komm tanz mit mir im 3/4 Takt“ (Fred Dittrich) 1953 „Glück en gros“ (Thomas Holt) 1954 „Lieber Mond, fang dir ein Wölkchen ein“ (Walter Eichenberg) gemeinsam mit Charlotte Korella – Ingrid Oberländer 1954 „Jeder Tag kann so voll Sonne sein“ (Walter Eichenberg) gemeinsam mit Maggie Koch – Irma Baltuttis; in den 1980er-Jahren Helga Brauer 1954 „Einen Walzer möcht' ich tanzen“ (Georg Girke) 1954 „Echo, darf ich dich was fragen“ (Helmut Nier) 1954 „Tadellos, tadellos“ (Günter Oppenheimer) – Fips Fleischer und Fred Frohberg 1955 sein großer Erfolg „Einsam liegt mein Schiff im Hafen“ (Walter Eichenberg) gemeinsam mit Maggie Koch – Fred Frohberg und das Rundfunk-Tanzorchester Leipzig unter Leitung von Kurt Henkels 1955 „Mein Herz, das ist total verwirrt“ (Walter Eichenberg) gemeinsam mit Maggie Koch – Brigitte Rabald und das RTO Leipzig unter Leitung von Kurt Henkels 1955 „Was weiß denn die Welt von uns beiden“ (Otto Riedlmayer) gemeinsam mit Walter Brandin 1955 „Lieder, die dir mein Herz erdacht“ (Alfred Jack)nach 1945 war der West-Berliner Komponist Leiter der Abteilung Tanzmusik des Berliner Rundfunks – Klaus Groß 1955 „Du liebe kleine Möwe“ (Gerhard Honig) – Sonja Siewert und Ilse Hass 1955 „Lüttje Deern“ (Bruno Droste) – Heinz Schultze 1955 „Die Blumen kommen etwas später“ (Bruno Droste) 1955 „Küsst du mich, küss ich dich“ (Bruno Droste) – 1963 schrieb Doris Marion einen englischen Spezialtext zu diesem Lied („Taking a Trip with You“) 1955 „Spanien, Spanien und Kastanien“ (Walter Eichenberg) – Brigitte Rabald 1956 „Ich hab‘ ne Hypothek auf deinem Herz“ (Alfred Jack) 1956 „Ein Zug fährt in die Welt hinaus“ (Günter Oppenheimer)Im Katalog des Harth Musik Verlages 1956 „Was hab‘ ich dir getan, Mon Ami“ (Alfred Jack) 1956 „Weißt du was, wir kaufen uns ein Auto“ (Johannes Husak) – Sonja Siewert und Herbert Klein 1957 „Boogie um Mitternacht“ (Helmut Gardens) 1958 „Karina“ (Werny Engelhardt)1958 in der Zeitschrift Melodie und Rhythmus in der Notenbeilage (Heftmitte) abgedruckt 1958 „Fern liegt meine Heimat“ (Gustav Brom/Günter Oppenheimer) – Fred Frohberg 1958 „Leg’ die alte Platte auf“ (Helmut Nier) – Hemmann-Quintett 1959 „Verliebt und geliebt sein“ (Toni Eschweiler)Verliebt und geliebt sein - und andere Lieder mit Bärbel Wachholz – Bärbel Wachholz 1959 „Warum tun sie nur so schüchtern, junger Mann“ (Günter Oppenheimer)Warum tun sie nur so schüchtern junger Mann - mit Bärbel Wachholz – Bärbel Wachholz 1960 „Ja, der Skilehrer“ (Herbert Roth) – Waltraut Schulz und Herbert Roth 1963 „Linkerseits in der Schweiz“ (Georg Möckel) – Helga Brauer 1964 „Sind junge Mädchen 16 Jahre alt“ (Günter Oppenheimer) – Ruth Brandin 1969 „Republik, sei gegrüßt“ (Fred Dittrich)

Einige Texte schrieb Helmut Kießling auch als Peter Meller:persönliche Briefe von Helmut Kießling 1963 „Doch Betty kann so furchtbar lieb sein“ (Günter Oppenheimer) – Volkmar Böhm 1963 „Mein neustes Hobby“ (Günter Oppenheimer) – Volkmar Böhm 1963 „Doch dann kam Leben in die Bude“ (Günter Oppenheimer) 1963 „Einen Freund, einen Freund“ (Günter Oppenheimer) gemeinsam mit Erich Moderer – Rose-Marie Heimerdinger 1967 „Du taust erst immer auf um Mitternacht“ (Günter Oppenheimer) – Roswitha

Auszeichnungen Im Schlager-Wettbewerb „Goldene Note 1960“ des Deutschen Fernsehfunks erhielt Helmut Kießling für den Text „Sternenliebe“ (Joachim Werzlau) einen 1. Preis. „Warum in die Ferne schweifen“ (Gerhard Honig) erreichte bei dem nationalen Schlagerwettbewerb 1967 eine gute Platzierung.

Literatur Zeitschrift Melodie und Rhythmus Heft 4 / 1961, Seite 8 – Goldene Note 1960 Zeitschrift Melodie und Rhythmus Heft 7 / 1961, Seite 21 – Wir stellen vor: Helmut Kießling Zeitschrift Melodie und Rhythmus Heft 7 / 1962, Seite 8 – Wir schreiben gemeinsam einen Schlagertext (Wolfgang Charle)

Einzelnachweise

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