Die Atlanta Thrashers (IPA: ) waren ein US-amerikanisches Eishockeyfranchise der National Hockey League aus Atlanta im Bundesstaat Georgia. Es wurde am 25. Juni 1997 gegründet und nahm zum Beginn der Saison 1999/00 den Spielbetrieb auf. Die Teamfarben waren Eisblau, Mitternachtsblau, Bronze, Kupfer, Gold und Weiß. Als Logo und Beiname diente der Brown Thrasher, der Staatsvogel des Bundesstaates Georgia. Nach finanziellen Schwierigkeiten wurde am 31. Mai 2011 bekanntgegeben, dass das Team zu Beginn der Spielzeit 2011/12 nach Winnipeg umgesiedelt wird.tsn.ca, True North buys Thrashers, set to move team to Winnipeg

Die Thrashers trugen ihre Heimspiele in der Philips Arena aus und waren zur Zeit ihres Bestehens eines der jüngsten der insgesamt 30 NHL-Teams. Nachdem die Stadt bereits von 1972 bis 1980 mit den Atlanta Flames ein NHL-Franchise beheimatet hatte, kehrte die Liga nach einer 19-jährigen Abstinenz im Jahr 1999 in die Stadt zurück und blieb dort für zwölf Jahre. In der Zeit ihres Bestehens qualifizierte sich das Team einmal für die Play-offs und gewann im gleichen Jahr den Titel der Southeast Division. Der Gewinn des prestigeträchtigen Stanley Cup blieb dem Team verwehrt.

Geschichte Eishockey in Atlanta Bereits von 1972 bis 1980 beheimatete Atlanta eine Franchise in der NHL. Die Atlanta Flames wurden jedoch, nachdem die Besitzer den wirtschaftlichen Verlust nicht mehr hatten tragen können, verkauft und spielen seither als Calgary Flames.sportsecyclopedia.com, Atlanta war seinerzeit das einzige Team im Südosten der Vereinigten Staaten. Mit einem neuen Stadion und einer Reihe weiterer Teams in Florida, Carolina und Tennessee waren die Voraussetzungen für den Start der Thrashers erfolgversprechender als beim ersten Mal.

Die ersten Jahre des Franchises (1999 bis 2004) Am 25. Juni 1997 erhielt Atlanta von der Ligaleitung der NHL die Lizenz zur Gründung eines Teams. Am 16. Februar 1998 verkündete der Medienunternehmer Ted Turner den Namen des Franchises, das nach der Rotrücken-Spottdrossel als Atlanta Thrashers bekannt wurde. Rund zwei Monate später erfolgte mittels einer Internet-Übertragung in Echtzeit, was zugleich ein Novum in der Geschichte der National Hockey League darstellte, die Präsentation des Team-Logos. Weitere zwei Monate später wurde Don Waddell, der von den Detroit Red Wings nach Atlanta stieß, zum ersten General Manager der Franchise-Geschichte ernannt.

Am 25. Juni 1999 nahmen die Atlanta Thrashers am Expansion Draft teil, um ihren Kader mit neuen Spielern zu füllen. Das Franchise durfte insgesamt drei Torhüter, acht Verteidiger und 13 Stürmer auswählen, die von den anderen NHL-Teams nicht gesperrt wurden. So wählten die Thrashers unter anderem Norm Maracle, Brett Clark, Darryl Shannon, Yannick Tremblay, Kelly Buchberger, Tomi Kallio und Steve Staios.hockeynut.com, Here are your Atlanta Thrashers Des Weiteren durften sich die Thrashers im NHL Entry Draft, der einen Tag nach dem Expansion Draft stattfand, erstmals die Rechte an jungen Talenten sichern. Mit ihrem ersten Wahlrecht im Entry Draft 1999 an der ersten Position der ersten Runde sicherte sich das Franchise die Rechte am tschechischen Angreifer Patrik Štefan.sportsillustrated.cnn.com, Als erster Cheftrainer der Franchises übernahm Curt Fraser den Trainerposten.

mini|links|Das in der Premierensaison verwendete Alternativ-Logo der Atlanta Thrashers

Am 18. September 1999 absolvierten die Thrashers ihre erste Pre-Season-Partie in der Philips Arena gegen die New York Rangers. Dabei setzten sich die Gäste mit 3:2 in der Verlängerung durch. Neun Tage später folgte die Ernennung des ersten Mannschaftskapitäns der Thrashers. Der erfahrene Angreifer Kelly Buchberger wurde mit der Aufgabe betraut, das Team durch seine Premierensaison zu führen.

Am 2. Oktober 1999 bestritt die Mannschaft ihr erstes NHL-Spiel gegen die New Jersey Devils, das mit einer 1:4-Niederlage in der heimischen Philips Arena endete. Kelly Buchberger erzielte dabei den ersten Treffer der Franchise-Geschichte. Bei der vierten NHL-Partie gelang am 14. Oktober im Auswärtsspiel bei den New York Islanders der erste Sieg des Teams. Beim 2:0-Sieg der Gäste gelang Torhüter Damian Rhodes der erste Shutout der Thrashers, indem er 20 Torschüsse der Islanders parierte.nhl.com, Spielzusammenfassung vom 14. Oktober 1999 Am 22. November 1999 erzielte der rechte Außenstürmer Dean Sylvester beim 6:3-Heimsieg gegen die Vancouver Canucks als erster Spieler des Franchises einen Hattrick in einem NHL-Spiel. Mit drei Toren und einem Assist stellte er außerdem einen weiteren Rekord auf.thrashers.nhl.com:

Die Thrashers erspielten sich in ihrer Premierensaison in 82 Partien insgesamt 39 Punkte und belegten damit den letzten Rang der Southeast Division und wiesen zudem auch ligaweit die schlechtesten Werte auf. Als bester Scorer der Mannschaft erzielte Andrew Brunette insgesamt 50 Punkte, Yannick Tremblay gelangen als bestem Abwehrspieler 31 Punkte. Ebenfalls zu den Leistungsträgern zählten die NHL-erfahrenen Ray Ferraro und Donald Audette. Beim NHL Entry Draft 2000 wählten die Thrashers in der ersten Runde an zweiter Position Dany Heatley, der in den folgenden Jahren zu einer wichtigen Stütze des Teams wurde. In der folgenden Spielzeit steigerte das Team seine Punkteausbeute, dennoch war die Gesamtbilanz weiterhin deutlich negativ geprägt. Mit 60 Punkten platzierte sich Atlanta mit einem Zähler Vorsprung vor den Tampa Bay Lightning auf dem vierten Rang der Southeast Division. Ray Ferraro stellte mit 76 Scorerpunkten einen neuen Franchiserekord auf. Der Flügelstürmer Donald Audette, der in der Saison 2000/01 in 64 Spielen insgesamt 71 Punkte für das Team aus Atlanta erzielt hatte, wurde im März 2001 zu den Boston Bruins abgegeben.

Die Thrashers begannen die Saison 2001/02 mit dem zuvor beim NHL Entry Draft 2001 ausgewählten Ilja Kowaltschuk, sowie den Neuverpflichtungen Tony Hrkac und Daniel Tjärnqvist. Zudem wurde das Team durch Dany Heatley verstärkt, der in den Kader der Thrashers aufgenommen wurde. Dennoch folgte wieder ein Rückschritt, mit 54 erspielten Punkten belegte die Mannschaft den letzten Platz in der Southeast Division und war auch ligaweit auf dem letzten Rang klassiert. Zu den Leistungsträgern jener Spielzeit zählte vor allem das Duo Kowaltschuk und Heatley, die beide zusammen insgesamt 118 Punkte erzielten. Torhüter Milan Hnilička, der sich gegen seinen Konkurrenten Damian Rhodes durchsetzte, gelang eine Fangquote von 90,8 Prozent und stellte mit drei Shutouts einen neuen Franchiserekord auf.

Zur Saison 2002/03 stieß der in einem Tauschgeschäft von den Boston Bruins verpflichtete Flügelspieler Wjatscheslaw Koslow zur Mannschaft. Mit Shawn McEachern und Marc Savard wurden nach Saisonbeginn weitere Schlüsselspieler unter Vertrag genommen. Der Mannschaftskern mit Heatley, Kowaltschuk, Stefan, Tremblay und Tjärnqvist blieb dabei weitestgehend unverändert. Der Saisonstart der Thrashers war durchgehend negativ geprägt, aus den ersten zehn Partien resultierten acht Niederlagen, ein Unentschieden und eine Partie wurde in der Verlängerung verloren. Erst beim elften Saisonspiel am 2. November 2002 gelang im Auswärtsspiel bei den Florida Panthers mit einem 3:1-Erfolg der erste Sieg. Im Verlauf der Saison verlor der bisherige Stammtorhüter Milan Hnilička seinen Stammplatz und wurde durch den finnischen Schlussmann Pasi Nurminen verdrängt, der in 56 Partien eingesetzt wurde. Kurz nach Weihnachten wurde der bisherige Cheftrainer Curt Fraser nach den unbefriedigenden Ergebnissen entlassen. Am 14. Januar 2003 wurde Bob Hartley zum Nachfolger an der Bande ernannt. Im letzten Saisondrittel wies das Team eine ausgeglichene Gesamtbilanz auf. Zum Saisonende wurde mit 74 Punkten die bisherige Bestleistung des Franchise um 14 Punkte übertroffen, dennoch blieb die Qualifikation für die Endrunde weiterhin außer Reichweite.

Im September 2003 wurde das Team an eine Gruppe von Managern von Time Warner verkauft, zusammen mit dem Basketballteam der Atlanta Hawks, mit dem die Thrashers ihre Arena teilen. Im selben Monat verunglückte Stürmer Dany Heatley mit seinem Ferrari 360 Modena. Er wurde schwer verletzt, während sein Beifahrer, Center Dan Snyder, sechs Tage nach dem Unfall starb.37risingstars.com, Die Thrashers widmeten die Saison 2003/04 Snyder und trugen zu seinen Ehren einen Patch auf der rechten Brust. Durch die erlittenen Verletzungen und des Gerichtsverfahrens gegen Heatley, der wegen Totschlags angeklagt wurde, verpasste dieser einen Großteil der Saison. Im Februar 2005 wurde er schließlich zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt.sports.espn.go.com, Felony charge dropped for Thrashers star’s plea

Sportlich startete die Mannschaft positiv in die Saison 2003/04, da das Team die ersten fünf Partien ohne Niederlage beendete. Bis zum 26. Dezember 2003 stand eine Bilanz von 19 Siegen, 14 Niederlagen, 3 Unentschieden und einer Niederlage in der Overtime zu Buche. In den darauffolgenden 21 NHL-Spielen gelangen der Mannschaft jedoch nur zwei Siege und die erstmalige Teilnahme an den Play-offs geriet erneut außer Reichweite. Zum Saisonende belegte das Team mit 78 Punkten, das erneut einen Franchiserekord bedeutete, den zweiten Platz in der Southeast Division.

Lockout und die Folgezeit (2004 bis 2007) Die Spielzeit 2004/05 wurde aufgrund eines mehrmonatigen Streiks komplett abgesagt.

Heatley bat aufgrund der Ereignisse im September 2003, die zum Unfalltod seinen damaligen Teamkollegen Dan Snyder führten, um einen Neustart. Im August 2005 erfolgte ein Tauschgeschäft mit den Ottawa Senators, die Marián Hossa und Greg de Vries an die Thrashers abgaben, während Dany Heatley an Ottawa verkauft wurde.nytimes.com, Thrashers Trade Heatley to the Senators for Hossa Im selben Monat wurde außerdem der erfahrene Angreifer Bobby Holík als Free Agent unter Vertrag genommen. Der Kontrakt mit drei Jahren Laufzeit bei den Thrashers kam zustande, da ihn sein ehemaliger Arbeitgeber, die New York Rangers, aus seinem ursprünglich noch fünf Jahre gültigen Vertrag ausbezahlte.nytimes.com, HOCKEY; Holik Takes His Experience to the Thrashers Im September erfolgte mit der Unterzeichnung des Slowaken Peter Bondra, ebenfalls als Free Agent, eine weitere namhafte Verpflichtung. Außerdem wurde die Angriffsreihe mit dem erfahrenen Scott Mellanby verstärkt, der Schwede Niclas Hävelid ergänzte die Defensivabteilung des Teams.

Bei der ersten Partie der Saison 2005/06 zog sich Torhüter Kari Lehtonen eine Leistenverletzung zu, die ihn für mehr als zwei Monate außer Gefecht setzte.nytimes.com, N.H.L. ROUNDUP; Against Ottawa, Losses Mount for the Islanderstsn.ca, Kari Lehtonen #32 – G Nach einem bescheidenen Saisonstart mit vier Siegen und acht Niederlagen in den ersten zwölf Partien gelang der Mannschaft auch dank Michael Garnett, dem Ersatztorhüter, eine Leistungssteigerung und bis zur Wiedergenesung des Stammtorwarts Lehtonen eine ausgeglichene Bilanz aufzuweisen. Durch eine Schwächephase im Frühjahr 2006, in der zwischen dem 19. Januar und 3. Februar alle sieben Partien mit Niederlagen endeten, geriet die Mannschaft im Kampf um den Einzug die Play-offs allerdings wieder in Rücklage.

Bis zum Saisonende wies das Team in den ausstehenden Begegnungen eine positive Spielbilanz auf und errang mit 90 Punkten zum dritten Mal in Folge einen Franchise-Rekord. Dies reichte knapp nicht aus, um sich für die Endrunde zu qualifizieren. Die in der Southeast Division auf Rang zwei klassierten Tampa Bay Lightning, die den Einzug in die Play-offs sicherstellten, gewannen jedoch lediglich zwei Zähler mehr als das Team aus Atlanta. Mit Ilja Kowaltschuk, Marc Savard und Marián Hossa erreichten in der Saison 2005/06 drei Spieler eine Ausbeute von über 90 Scorerpunkten.